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Landschaft und Böden im Neckarbecken
Die Felsengärten bei Hessigheim (Ldkr. Ludwigsburg)
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Bild: Felsengärten Hessigheim, Luftbild
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Neckarbecken

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Böden im Gebiet von Schilfsandstein, Gipskeuper und Fließerden

Bild: Backnanger Bucht
Gäuflächen der Backnanger Bucht
(© LGRB, Autor: M. Weiß)
Die Backnanger Bucht wird von mit Lösslehm überdeckten flachwelligen Gäuplatten geprägt. Im Hintergrund sieht man die bewaldeten Keuperberge.

Buchten, Zeugenberge und Randgebiete

Die Ränder des Neckarbeckens verlaufen recht unregelmäßig und z. T. ohne klar erkennbare Grenzen. Bei Backnang weicht der Rand der Keuperberge plötzlich um bis zu 10 km nach Osten zurück, so dass eine große, nur nach Westen hin offene Bucht entstanden ist. Und schließlich tauchen mitten im Neckarbecken Einzelberge auf, die mit Wald, Streuobstwiesen und Reben das gewohnte Landschaftsbild verändern. Welche Auswirkungen auf die Bodenverbreitung haben diese unterschiedlichen Landschaftssituationen?

Die Gesteine des Gipskeupers und des Schilfsandsteins, die eigentlich für die Keuperberge typisch sind, bauen den Hohenasperg bei Ludwigsburg, den Lemberg bei Affalterbach und die bewaldete Kuppe der „Hart“ südlich von Remseck auf. Als „Zeugenberge“ weisen sie auf die früher noch flächenhaft über dem Muschelkalk und Unterkeuper vorhandenen Schichten des Mittelkeupers hin. Auf den Sandsteinplateaus bildeten sich unter natürlichen Verhältnissen Braunerden. Die sonnigen Südhänge sind mit Reben bewachsen, die auf dunklen, z. T. auch rötlichen Tonböden (Pelosol-Rigosol) stehen. Auf den bewaldeten Hängen finden sich z. B. am Hohenasperg Pelosole und Braunerde-Pelosole. Auf den Äckern am Unterhang bildet mit Löss zu Fließerden vermischter Gipskeuper das Ausgangsmaterial der Böden. Tiefgründige, aber im Unterboden stark tonige und zur Staunässe neigende Pelosol-Parabraunerden entwickelten sich daraus. In den z. T. breit angelegten Muldentälern staut sich das Wasser, so dass stark humose tonige Gleye als Grundwasserböden oder staunasse Pseudogleye entstanden.

Die Backnanger Bucht stellt durch ihr kühleres und feuchteres Klima und der weitflächigen Bedeckung mit kalkfreiem Lösslehm eine eigene Teillandschaft innerhalb des Neckarbeckens dar. Neben den Parabraunerden kommen deshalb in ebener Lage oder flachen Senken z. T. stark staunasse Böden (Pseudogley, Pseudogley-Parabraunerde) vor. Diese sich im Frühjahr nur langsam erwärmenden Böden sind weniger günstig für den Gemüse- oder Zuckerrübenanbau. Durch die höheren Niederschläge gibt es dafür gute Futtererträge und deshalb mehr Grünland und Milchvieh als im übrigen Neckarbecken. Am Rand der Bucht zu den Keuperbergen hin wurde der Lösslehm meist nur noch auf ostexponierten Hängen abgelagert, während auf den Westhängen und Hügelrücken der Gipskeuper bis weit in den Beckenbereich vorgreift. So finden sich hier neben Gipskeuper-Pelosole und Lösslehm-Parabraunerden verstärkt Pelosol-Parabraunerden als typische Böden für diese Übergangsbereiche. In den Tälern kommen häufig grundwassernahe Auengleye und Gleye aus abgeschwemmtem Bodenmaterial vor.

Am Westrand des Neckarbeckens, im zwischen Strom- und Heuchelberg gelegenen Zabergäu, sind die hügeligen Fußflächen der Keuperberge überwiegend mit kalkhaltigem Löss bedeckt. Deshalb sind hier verstärkt Pararendzinen als stark erodierte Böden und tiefgründige Kolluvien in den Mulden verbreitet.