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Landschaft und Böden im Neckarbecken
Die Felsengärten bei Hessigheim (Ldkr. Ludwigsburg)
(Element 1 von 19: Bild)
Bild: Felsengärten Hessigheim, Luftbild
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Neckarbecken

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Böden im lössarmen Lettenkeuper- und Muschelkalkgäu

 
Bild: MP_7020_205
Pararendzina aus Unterkeuper-Verwitterungsmaterial
(© Autor: LGRB)
Dieser tonig-lehmige, steinige und kalkreiche Boden besteht aus einem 30 cm mächtigen Pflughorizont. Darunter folgt sofort das verwitterte und z. T. als Fließerde verlagerte Gesteinsmaterial des Unterkeupers. Die Pflanzenerträge werden oft durch Wassermangel begrenzt. Der Unterschied zwischen Rendzina (aus Kalk- und Dolomitsteinen, >75 % Karbonatgehalt) und Pararendzina besteht im niedrigeren Karbonatgehalt der Ton- und Mergelsteine. Die weitere Bodenentwicklung einer Pararendzina aus Ton- oder Mergelgestein führt zum Pelosol. Dagegen wird aus einer Rendzina durch die sehr langsame Lösungsverwitterung des Karbonatgesteins zuerst eine Braunerde und nach langer Zeit eine tonreiche Terra fusca (Kalksteinverwitterungslehm).
 
Bild: Ausschnitt BK25 7020 Bietigheim-Bissingen
Böden im lössarmen Lettenkeuper- und Muschelkalkgäu
(© Autor: LGRB)
Im Unterkeuper-Gebiet finden sich überwiegend Ranker (Kartiereinheit 1), Pararendzinen (violett, 5), Braunerde-Pelosole (rot, 10) und Pseudogleye (grau, 25). An den Rändern der Gäuflächen und den steilen Talhängen im Oberen Muschelkalk gibt es vor allem Rendzinen (rosa; 2 u. 3) und Rendzina-Braunerden unter Wald (braun; 11 u.13). Parabraunerden aus Löss (hellbraun, 18) und lösshaltigen Fließerden (19 u. 20) kommen in geschützten Reliefpositionen vor. Auf konvex gewölbten Hängen sind dagegen Löss-Pararendzinen (hellviolett, 8) häufig. In Mulden liegen Kolluvien (26). In den Talauen sind kalkhaltige Braune Auenböden (31 u. 64) verbreitet. In den Weinbergen gibt es Rigosole (34 u. 35).

Entlang von Glems und Leudelsbach

In einigen Gebieten des Neckarbeckens fehlt wegen der starken Zertalung die Lössdecke weitgehend, so dass die Festgesteine des Unterkeupers (Lettenkeuper) und an den Hängen die Kalk- und Dolomitsteine des Oberen Muschelkalks das Ausgangsmaterial der Böden bilden.

Diese Teillandschaft ist bei Markgröningen, rund um die tief eingeschnittenen Täler von Glems und Leudelsbach, am eindrucksvollsten. Während sonst auf den Gäuflächen tiefgründige braune Lehmböden aus Löss vorherrschen, kann man z. B. auf dem Weg von Markgröningen zum Enztal häufig wenig entwickelte kalkhaltige Böden (Pararendzina) aus tonig-lehmigem Verwitterungsmaterial des Unterkeupers finden. Der mehrfache Wechsel der Gesteinsarten führt verbreitet zu engräumigem Bodenwechsel. So kommen auch lehmig-sandige Ranker auf Sandstein, Rendzina auf Dolomitstein und Pelosole aus tonreichem Verwitterungsmaterial vor. Im Großen und Ganzen handelt es sich hier also um flach- bis mittelgründige, trockene sowie z. T. steinige und nährstoffarme Standorte.

Auf ebenen Flächen und in Senken ist die Versickerung der Niederschläge gehemmt, so dass Staunässeböden (Pseudogley) entwickelt sind. In nord- und ostexponierten Lagen treten Böden aus Fließerden auf, welche aus einem Gemenge von Löss und Verwitterungsmaterial bestehen (Parabraunerde, Pararendzina). Schließlich gibt es westlich des Glemstals auch wieder Lössvorkommen. Allerdings war die Bodenerosion an den von zahlreichen kleinen Seitentälchen zerschnittenen Hängen so stark, dass heute die Böden aus kalkhaltigem Rohlöss (Pararendzina) größere Flächen einnehmen als die ursprünglich vorkommenden Parabraunerden. In den schmalen Muldentälchen finden sich deshalb tief humose Kolluvien.

An den steilen Talhängen sind häufig Rendzinen unter Grünland bzw. unter Wald auch Rendzina-Braunerden aus Muschelkalk-Hangschutt entwickelt. Am Rand der Gäuflächen kommen stellenweise flachgründige Böden (Rendzina und Rendzina-Braunerde) über anstehendem Kalk- oder Dolomitstein vor. Nur in wenigen vor Erosion geschützten Bereichen sind noch Kalksteinverwitterungslehme (Braunerde-Terra fusca) erhalten.