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Landschaft und Böden im Neckarbecken
Die Felsengärten bei Hessigheim (Ldkr. Ludwigsburg)
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Bild: Felsengärten Hessigheim, Luftbild
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Neckarbecken:
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Neckarbecken

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Böden der Täler

 
Bild: Rebflur bei Hessigheim (Ldkr. Ludwigsburg)
ausgedehnte Rebfluren am ehemaligen Prallhang des Neckars
(© GNU FDL, Autor: M. Linnenbach)

Ausgedehnte Rebfluren an der Kreisstraße (K 1677) bei Hessigheim, überwiegend in Steillage. Die Entstehung Weinbergterrassen geht bis in das 13. Jh. zurück.

 
Bild: Neckar-Hochwasser
Neckar-Hochwasser
(© Autor: LGRB)
Im März 2002 trat der Neckar unterhalb von Lauffen über die Ufer und überdeckte die Aue mit frischem, kalkhaltigem Sand.
 
Bild: Mündung der Zaber in den Neckar
Mündung der Zaber in den Neckar bei Lauffen (Ldkr. Heilbronn)
(© GNU-FDL, Autor: Ssch)

In Lauffen mündet die 22 km lange Zaber in den Neckar.

Reben, Auen und Flussschotter

Die Täler von Neckar, Enz, Rems und Murr und ihrer Zuflüsse bilden einen starken Kontrast zu den eher gleichförmig wirkenden Gäuflächen. Mit ihrem Wechsel zwischen bewaldeten Schatthängen, den zahlreichen Weingärten in süd- und westexponierten Lagen, den Wiesen am Talgrund und den wechselnden Talformen bieten sie schon optisch eine große Vielfalt.

Diese Vielfalt spiegelt sich auch in den Böden wider. Die Böden der Neckartalaue bestehen überwiegend aus dem von den Gäuflächen abgetragenen Lössbodenmaterial, das bei Hochwasser angeschwemmt wurde. Es handelt sich um tiefgründige, lehmige, kiesarme und kalkhaltige Braune Auenböden (Vega). Die Herkunft der Enz aus dem Schwarzwald lässt sich leicht an den Kiesen und Geröllen aus Buntsandstein und an dem höheren Sandanteil der Auenböden ablesen. In den engen Abschnitten des Rems- und Murrtals gibt es sandige Braune Auenböden. Im breiteren unteren Murrtal sind dagegen sandige Lehme vorherrschend. Die zahlreichen Regenwürmer zeigen eine hohe biologische Aktivität der Böden an.

In den Flusstälern im Gebiet des Oberen Muschelkalks gibt es nur vereinzelt, z. B. in der Enzaue bei Bietigheim-Bissingen, kleine Vorkommen mit Auengleyen als vom Grundwasser stark geprägten Böden. Dagegen sind die Talauen der Seitenbäche im Bereich des Unter- und Gipskeupers, wie z. B. die Zaberaue, in der Regel deutlich vernässt.

Neben den Talauen finden sich besonders im Neckartal auch höher gelegene ältere Flussterrassen (Hochterrassen). Durch Entkalkung, Verbraunung und Tonverlagerung entwickelten sich hier Parabraunerden aus Schotter oder aus mit Löss vermischten Kiesen und Sanden. Diese gut durchlässigen und leicht erwärmbaren Böden bilden die bevorzugten Standorte für den Frühkartoffelanbau bei Lauffen a. N.

Auf weiten Strecken des Neckar- und Enztals prägt der Weinbau das Landschaftsbild. Auf den oft steilen Hängen wurden die ursprünglichen Böden durch die Anlage von Terrassen und das regelmäßige Rigolen bei der Neubepflanzung durchmischt und mit organischen Düngern vermengt. So wurden aus den im Oberboden schwach entkalkten Braunen Rendzinen im Muschelkalk kalkreiche, steinige Rigosole. Im Unterkeuper (Lettenkeuper) entstanden aus den oft kalkfreien Tonböden (Pelosol) häufig kalkhaltige Pelosol-Rigosole. Die natürlich entwickelten Böden lassen sich heute meist nur noch in den Wäldern an den nordexponierten Hängen finden.