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Landschaft und Böden im Neckarbecken
Die Felsengärten bei Hessigheim (Ldkr. Ludwigsburg)
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Bild: Felsengärten Hessigheim, Luftbild
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Neckarbecken

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Böden aus Löss und Lösslehm

 
Bild: MP_6820_206
Erodierte Parabraunerde aus Löss
(© LGRB, Autor: T. Huth)
Erodierte Parabraunerden zählen im Neckarbecken zu den weit verbreiteten Böden. Unter dem etwa 3 dm mächtigen humosen Pflughorizont (Ap-Horizont) folgt der rötlichbraune Tonanreicherungshorizont (Bt-Horizont). Ab 7 dm beginnt dann der gelbliche kalkreiche Rohlöss (C-Horizont). Gegenüber den unter Wald noch vorhandenen vollständigen Parabraunerden mit einer Entwicklungstiefe von 10–13 dm ist dieses Bodenprofil durch die Bodenerosion um etwa 3 bis 6 dm verkürzt.
 
Bild: MP_6921_5
Pararendzina aus Löss
(© LGRB, Autor: M. Weiß)

Pararendzinen entstehen als Folge der durch den Ackerbau ausgelösten Bodenerosion. Der gepflügte Oberboden (Ap-Horizont) liegt direkt auf dem kalkreichen Rohlöss (C-Horizont). Die ursprünglich vorhandene Parabraunerde mit etwa einem Meter Entwicklungstiefe wurde seit Beginn des Ackerbaus vollständig abgetragen. Pararendzinen finden sich auf Rücken und an Hängen besonders in stark zertalten Bereichen der Lösslandschaft.

Der Unterschied zwischen Rendzina (aus Kalk- und Dolomitsteinen, >75 % Karbonatgehalt) und Pararendzina besteht auch im niedrigeren Karbonatgehalt (10–30%) des Lösses. So entsteht aus der Löss-Pararendzina wieder eine Parabraunerde. Dagegen wird aus einer Rendzina durch die sehr langsame Lösungsverwitterung des Karbonatgesteins zuerst eine Braunerde und nach langer Zeit eine tonreiche Terra fusca (Kalksteinverwitterungslehm).

Bestes Ackerland mit feinen Unterschieden

Der größte Anteil der Gäuflächen des Neckarbeckens wird von den tiefgründigen schluffig-lehmigen Böden aus Löss und Lösslehm eingenommen. Wegen ihrer hohen Wasserspeicherfähigkeit, des guten Nährstoffspeichervermögens und der relativ leichten Bearbeitbarkeit sind sie hervorragend für die ackerbauliche Nutzung geeignet. Sie stellen deshalb besonders schützenswerte Böden dar.

Aus dem kalkhaltigen Rohlöss entwickelten sich seit dem Ende der letzten Kaltzeit vor etwa 11 500 Jahren durch Kalkauswaschung, Verwitterung (Verbraunung und Verlehmung) und Tonverlagerung in den Unterboden Parabraunerden. Im dicht gelagerten Lösslehm kommen im etwas feuchteren und kühleren Klima der Backnanger Bucht häufig Böden mit Staunässemerkmalen (Pseudogley-Parabraunerde ) vor. Auf der anderen Seite steht das Schmidener Feld, wo bei trocken-warmem Klima durch die hohe Aktivität der Bodentiere Humus bis in den Unterboden eingemengt wurde. Bei der so entstandenen Tschernosem-Parabraunerde handelt es sich um einen Übergang von der normalen, für Waldlandschaften typischen Parabraunerde hin zur äußerst fruchtbaren Schwarzerde (Tschernosem) der Steppengebiete.

Durch die Bodenerosion als Folge der Jahrtausende alten Ackernutzung wurden die Parabraunerden jedoch zum Teil wieder abgetragen. Besonders auf Rücken und Hängen sowie an den Rändern der Fluss- und Bachtäler finden sich deshalb heute sog. Pararendzinen. Bei ihnen liegt der humose Oberboden (meist die Pflugschicht) direkt über dem unverwitterten kalkreichen Löss. Diese Böden erwärmen sich rasch, sind humusarm und werden von den Pflanzen meist weniger tief durchwurzelt, weshalb im Sommer Trockenschäden auftreten können.

In den Muldentälchen sammelt sich das abgeschwemmte Bodenmaterial wieder. So entstehen die tiefgründig humosen Kolluvien (Kolluvisole) oder von Kolluvium überdeckte Parabraunerden. Nur in wenigen Tälern des Neckarbeckens steht das Grundwasser nahe an der Bodenoberfläche. Deshalb sind Feuchtgebiete mit Gleyen ausgesprochen selten.