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Baar, Wutachgebiet und Klettgau
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Typische Böden in der Baar, im Wutachgebiet und im Klettgau
Humoser Pelosol-Pseudogley aus Gipskeuper-Fließerde
(Element 1 von 29: Bild)
Bild: 7917_203 Humoser Pelosol-Pseudogley
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Dieser, im oberen Bereich auffallend dunkel gefärbte Tonboden befindet sich am Rand einer breiten ebenen Senke im bewaldeten Gipskeuper-Hügelland bei Bad Dürrheim. Es handelt sich um einen schwer durchwurzelbaren, zu Staunässe und Windwurf neigenden Standort. Das Material der obersten 23 cm des Profils ist weniger tonreich als der Unterboden und vermutlich in der Vergangenheit durch Bodenerosion in die Senke geschwemmt worden. Der darunter liegende schwarze Ton (II fAa-P-Sd) ist in noch früherer Zeit durch Humusansammlung bei zeitweiliger Versumpfung entstanden.

Baar, Wutachgebiet und Klettgau:
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Baar, Wutachgebiet und Klettgau

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Vielfalt auf engstem Raum

Bild: Geologisches Blockbild der Baar und des Wutachgebiets
Geologisches Blockbild der Baar und des Wutachgebiets
(© Raumbilder zur Erd- und Landschaftsgeschichte Südw, Autor: WAGNER, G. & KOCH, A. (1961))

Baar und Wutachgebiet werden geologisch von den Gesteinen des Muschelkalks, Keupers, Unter- und Mitteljuras aufgebaut (hellrosa, grün, dunkelblau, braun). Im Westen grenzen die Landschaften an den Schwarzwald (Grundgebirge, Buntsandstein) im Osten erheben sich mit markanter Stufe (hellblau) Baaralb, Hegaualb und Randen (Oberjura, Tertiär). Zwischen Schaffhausen und Waldshut befindet sich das breite Klettgauer Tal, das durch einen langgezogenen Hügelrücken vom Wutachtal getrennt ist.

Der Schwarzwald und die südwestliche Schwäbische Alb (Baaralb, Hegaualb, Randen) rücken im Süden des Landes auf 10-20 km zusammen. In der dazwischen gelegenen Region sind auf kurzer Distanz, von West nach Ost, die Gesteine des Muschelkalks, Keupers, Unter- und Mitteljuras landschaftsbildend. Der Wechsel der Gesteine, aber auch die im Laufe der jüngeren Fluss- und Landschaftsgeschichte gebildeten unterschiedlichsten Sedimente und Reliefformen haben eine ausgesprochene Vielfalt der Böden zur Folge.

Typisch für die im Quellgebiet des Neckars und im Einzugsgebiet der jungen Donau gelegene Baar ist eine Stufenlandschaft mit breiten, z. T. vermoorten Senken und Tälern mit geringem Gefälle. Das südlich angrenzende Wutachgebiet bietet ein völlig anderes Bild. Es finden sich dort Hochflächen und Hügellandschaften, in die tiefe Täler und Schluchten eingeschnitten sind. Die Wutach floss in der letzten Eiszeit noch als „Feldbergdonau" durch das heutige Aitrachtal zur Donau, wurde aber gegen Ende des Eiszeitalters vor ca. 20 000 Jahren von einem Nebental des Hochrheins angezapft und nach Süden umgelenkt, was an der Umlenkungsstelle bei Achdorf eine Eintiefung von ca. 170 m zur Folge hatte. Das breite Klettgauer Tal zwischen Schaffhausen (CH) und Lauchringen wurde im Eiszeitalter zeitweise vom Rhein durchflossen. Es unterscheidet sich durch sein günstigeres Klima und seine aus eiszeitlichen Fluss- und Seeablagerungen gebildeten Böden von der übrigen Region.