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Baar, Wutachgebiet und Klettgau
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Typische Böden in der Baar, im Wutachgebiet und im Klettgau
Humoser Pelosol-Pseudogley aus Gipskeuper-Fließerde
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Bild: 7917_203 Humoser Pelosol-Pseudogley
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Dieser, im oberen Bereich auffallend dunkel gefärbte Tonboden befindet sich am Rand einer breiten ebenen Senke im bewaldeten Gipskeuper-Hügelland bei Bad Dürrheim. Es handelt sich um einen schwer durchwurzelbaren, zu Staunässe und Windwurf neigenden Standort. Das Material der obersten 23 cm des Profils ist weniger tonreich als der Unterboden und vermutlich in der Vergangenheit durch Bodenerosion in die Senke geschwemmt worden. Der darunter liegende schwarze Ton (II fAa-P-Sd) ist in noch früherer Zeit durch Humusansammlung bei zeitweiliger Versumpfung entstanden.

Baar, Wutachgebiet und Klettgau:
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Baar, Wutachgebiet und Klettgau

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Böden im Keuper- und Juragebiet der Baar und im Wutachgebiet

 
Bild: Stufenlandschaft der Baar
Blick auf Bad Dürrheim-Oberbaldingen und die Stufenlandschaft der Baar
(© LGRB, Autor: K. Rilling)

Vom Mitteljura-Plateau bei Öfingen blickt man nach Westen auf die Schichtstufenlandschaft der Baar. Man sieht im Vordergrund das Kötachtal, dahinter das Hügelland und die Stufenfläche im Unterjura mit bewaldeten, vermoorten Senken; hinter der Stufenkante im Hintergrund liegt Donaueschingen mit dem Schellenberg (Muschelkalk und Lettenkeuper). Rechts hinten sind die bewaldeten Buntsandsteinflächen des Baar-Schwarzwalds zu sehen. In der Mitte und links im Hintergrund ist noch der Südschwarzwald mit dem Feldbergmassiv zu erkennen.

 
Bild: Hohenkarpfen, Baar,
Zeugenberg Hohenkarpfen bei Hausen ob Verena (Ldkr. Tuttlingen)
(© LUBW, Autor: M. Witschel)

Der 912 m hohe Hohenkarpfen ist ein markanter Zeugenberg, der dem Albtrauf vorgelagert ist. Seine Basis wird von Schichten des Braunen Jura gebildet. Die härteren Bänke des Braunen Jura zeichnen sich morphologisch als hervorstehende terassenartige Kanten ab. Der Gipfelbereich beinhaltet dagegen die sehr widerstandsfähigen Oxford-Kalke (Weißjura ß). Naturschutzgebiet seit 1984.

Um den Berg ranken sich zahlreiche Mythen und Sagen.

Stufenland aus Mergel- Ton- und Karbonatgestein

Über dem Muschelkalk liegt, ohne dass sich das flachhügelige Relief merklich verändert, häufig noch eine dünne Decke aus Ton-, Mergel- und Dolomitgestein des Unterkeupers. Erst im östlich anschließenden Mittelkeuper steigt das Gelände deutlich an. Über den oben steiler werdenden Keuperhängen folgt eine markante Stufe, die von Kalksteinen des Unterjuras (Schwarzjura) gebildet wird. Diese Stufe ist z. B. zu überwinden, wenn man sich in West-Ost-Richtung von Schwenningen nach Trossingen oder von Bad Dürrheim nach Hochemmingen begibt. Weiter im Süden ist der Anstieg meist nur noch undeutlich ausgeprägt. An die Stufenfläche schließt sich im Osten ein Hügelland aus Ton- und Mergelsteinen mit dünnen Kalksteinbänken an. Erst unmittelbar vor dem Anstieg zur Alb und zum Randen bilden härtere Gesteinsbänke des Mitteljuras (Braunjura) wieder breite Plateauflächen, von deren Ränder man oftmals eine schöne Aussicht genießt. Beispiele sind die Verebnungen unterhalb des Lupfens und des Hohenkarpfen sowie bei Öfingen und westlich des Fürstenbergs. Auch die Hochfläche zwischen Wutach und Klettgauer Tal wird z. T. von harten Mittteljuragesteinen gebildet.

Entsprechend dem Vorherrschen von Mergel- und Tonsteinen haben schwere Tonböden (Pelosole) in dem Gebiet eine große Verbreitung. In Mulden und Verebnungen neigen sie zu Staunässe (Pseudogleye). Besonders in hängigen Lagen sind die Böden oft wenig entwickelt, kalkhaltig und stark vom mergeligen Ausgangsgestein geprägt (Pararendzinen). Wo harte Karbonatgesteine die Oberfläche bilden, sind die Böden flachgründig und steinig (Rendzinen). Auf den Mitteljura-Plateaus sind auch tiefer entwickelte, rötliche Braunerden verbreitet. Tiefgründige Lehmböden aus lösslehmhaltigen Deckschichten (Parabraunerden) treten örtlich in Flachlagen im Unterkeuper, im Norden des Gebiets oder auf der Stufenfläche des Unterjuras auf. In Mulden und Hangfußlagen finden sich humose Böden (Kolluvisole) aus abgeschwemmtem Bodenmaterial. Auch sie sind oft tonreich und dichtgelagert sowie stellenweise von Grund- und Stauwasser beeinflusst.