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Schwäbische Alb
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Schwäbische Alb - Landschaft
Naturschutzgebiet 'Eichhalde' bei Bissingen an der Teck
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Bild: Naturschutzgebiet 'Eichhalde' bei Bissingen an der Teck
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Schafbeweidung im Naturschutzgebiet "Eichhalde" an einem von Kalksteinschutt bedeckten Unterhang am Albtrauf. Die Kalksteinfelsen stammen aus höheren Hangbereichen und sind bei einem Bergrutsch abgestürzt.

 

Schwäbische Alb:
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Schwäbische Alb

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Bodenlandschaft Schwäbische Alb - Felsen, Höhlen und Wacholderheiden

 
Bild: 7619_f_l Hohenzollern
Blick vom Albtrauf bei Hechingen auf das Albvorland - Ausliegerberg Zoller mit der Burg Hohenzollern
(© LGRB, Autor: K.Rilling)

Eine markante Erscheinung ist der vor dem Albtrauf gelegene Ausliegerberg Zoller, der auch "Zollerberg" genannt wird und die bekannte Burg Hohenzollern trägt . Seine Entstehung hat er einer tektonischen Senkungszone, dem Hohenzollern-Graben, zu verdanken. In relativer Tieflage sind durch Reliefumkehr die harten Kalksteine der Bergkuppe erhalten geblieben, während die außerhalb des Grabens gelegenen, weicheren Mitteljuragesteine abgetragen wurden. Bekannt ist das Gebiet auch als ein aktives Erdbebenzentrum. Ein Beben, das mit Stärke 5,7 auf der Richter-Skala im Jahr 1978 die Region erschütterte, hatte mehrere Verletzte und hohe Sachschäden zur Folge. Verantwortlich für die Beben ist aber nicht, wie oft irrtümlich berichtet wird, der Hohenzollern-Graben, sondern eine ihn querende Bruchstruktur im tieferen Untergund, die sog. Albstadt-Scherzone.

 
Bild: Kuppenalb bei Albstadt mit Doline im Vordergrund
Kuppenalb bei Albstadt mit Doline im Vordergrund (Zollernalbkreis)
(© LGRB, Autor: K.Rilling)

Die hügeligen Erhebungen der Kuppenalb zeichnen die Reste ehemaliger Schwammriffe des Jurameers nach. Kennzeichnend für die verkarstete Landschaft sind zudem die zwischen den Kuppen gelegenen Trockentalmulden und breiten, abflusslosen Wannen, in denen immer wieder Dolinen auftreten. Besonders deutlich sind diese Landschaftsformen auf dem Degerfeld bei Albstadt ausgeprägt. Während an den Kuppen überwiegend flach bis mittel tief entwickelte Böden auftreten (Rendzina und Terra fusca), sind in den Karstwannen tiefgründige Böden aus abgeschwemmtem Bodenmaterial, Lösslehm und Kalksteinverwitterungston verbreitet (Kolluvisol, Parabraunerde, Terra fusca).

Eine auffällige Häufung von Grabhügeln deutet auf eine relativ dichte Besiedlung des Degerfelds in prähistorischer Zeit hin.

 

 

 

 
Bild: Vogelherdhöhle (Lonetal-Härtsfeld)
Vogelherdhöhle im Lonetal (Ldkr. Heidenheim)
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

Die ca. 40 m lange Höhle bei Niederstotzingen-Stetten liegt an einem ehemaligen Umlaufberg der Lone.Die prägenden Gesteinformationen bestehen aus Massenkalken des Weißen Jura. Entdeckt wird sie im Jahr 1931 durch den Heidenheimer Heimatforscher Hermann Mohn. Bis dahin war die Höhle vollständig mit Jurakieseln, Schlamm und Bodensubstrat (Humus) verfüllt und in der Landschaft nicht erkennbar.

Die Vogelherdhöhle wurde über längere Zeiträume immer wieder von Menschen bewohnt. Belegt ist dies durch archäologisch wertvolle Funde wie z.B. Steinzeitwerkzeuge und Elfenbeinschitzereien (Höhlenlöwe, Wildpferd, Mammut). Die Fundstücke befinden sich heute im Schloßmuseum Hohentübingen. Mehrere Schautafeln informieren vorort über die kulturhistorische Bedeutung der Höhle.

Heutzutage hinterlassen hier Menschen häufig weniger nützliche Dinge. Die Installation eines Müllbehälters stört den Gesamteindruck des Kulturdenkmals erheblich, dennoch ist diese Maßnahme aufgrund der hohen Besucherzahlen absolut notwendig (Aufn. Mai 2008)

Die Schwäbische Alb ist ein überwiegend aus Kalksteinen des Oberjuras (Weißjura) aufgebautes Mittelgebirge, das sich mit einer Länge von über 200 km in südwest – nordöstlicher Richtung vom Hochrhein bis zum Nördlinger Ries erstreckt. Den Nordwestrand bildet der Albtrauf, der sich als weithin sichtbare, bewaldete Landschaftsstufe mauerartig über dem Albvorland erhebt. Dahinter fällt die ca. 40 km breite Albhochfläche mit geringer Neigung nach Südosten zum Donautal hin ab. Während die Alb im Südwesten 800–1000 m Höhe erreicht, liegt die Hochfläche der Ostalb nur bei ca. 700 m NN. Das Landschaftsbild wird von einem Wechsel aus Wald, Äckern, Wiesen und Wacholderheiden geprägt.

Die Klifflinie der Brandungsküste eines tertiärzeitlichen Meeres trennt die Kuppenalb im NW von der Flächenalb im SE. Sie ist vielerorts noch als 20–50 m hohe Geländestufe erkennbar. Das für die Kuppenalb charakteristische unruhige Hügelrelief entstand durch die seit der Kreidezeit wirkende Abtragung. Die Schwammriffe des Jurameers wurden dabei als Kuppen herauspräpariert. Die Flächenalb dagegen, die bis vor ca. 16. Mio. Jahren von einem flachen Meer bedeckt war, zeigt ein ausgeglichenes Relief mit wannenförmigen Trockentälern. Vor allem auf der südöstlichen Alb sowie auf der Hegau- und Klettgaualb werden die Jurakalksteine großflächig von tertiären Sedimenten überdeckt.

Als eines der größten Karstgebiete Mitteleuropas weist die Schwäbische Alb nur wenige oberirdische Gewässer und einen reichen Karstformenschatz mit Trockentälern und Karstwannen, Dolinen, Höhlen und Kalksinterbildungen (Kalktuff) auf. Zeugnisse des tertiären Vulkanismus sind die ca. 300 nachgewiesenen Schlote im Raum Urach und Kirchheim u. T. Während diese im Albvorland als markante Bergkegel erhalten sind, so sind sie auf der Albhochfläche meist unauffällig und nur als flache Senken mit Wasser stauenden Böden ausgebildet.