Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Umweltinformationssystem BW
Schwäbische Alb
Karte
Kartenlegende
Wählen Sie aus:
Suche
Suche in …
Schwäbische Alb - Landschaft
Stufenhänge des Mittleren Albvorlands - Blick vom Raichberg nach Nordosten
(Element 1 von 18: Bild)
Bild: 7619_t_l Blick vom Raichberg
Erstes Element Vorheriges Element Bild vergrößern Nächstes Element Letztes Element

Der Raichberg (956 m ü. NN) ist eine markante Erhebung der südwestlichen Schwäbischen Alb in der Nähe von Hechingen (Zollernalbkreis).

 

Schwäbische Alb:
Weitere Informationen
 

Schwäbische Alb: Geologisches Ausgangsmaterial der Böden

 

Lehmbedecktes Kalkgebirge

 
Bild: Baugrube in den Liegenden Bankkalke bei Grabenstetten
Baugrube im Bereich der Liegenden Bankkalke bei Grabenstetten
(© LGRB, Autor: K. Rilling)

Auf der linken Seite liegen verwitterte, gebankte Kalksteine über schüsselförmig abgelagerten Mergelsteinen und Mergelkalksteinen. Auf der rechten Seite sind Massenkalkstotzen, die aus ehemaligen Schwammriffen entstanden sind, zu sehen. Durch Lösungsverwitterung und Sackungen hat sich darin eine breite, lehmverfüllte Karstspalte gebildet. Lagerungsverhältnisse wie diese haben kleinräumig wechselnde Bodenverhältnisse an der Oberfläche zur Folge.

 
Bild: Baugrube, Oberjura-Massenkalke
Lösungsverwitterung in Oberjura-Massenkalken bei Grabenstetten
(© LGRB, Autor: K. Rilling)

Das kohlensäurehaltige Sickerwasser aus dem Wurzelraum sucht sich seinen Weg durch Spalten und Risse im Gestein. Dort wird das Karbonatgestein gelöst und zurück bleibt ein gelblich- oder rötlichbrauner toniger Lösungsrückstand.

Die Lösungsverwitterung im Kalkstein läuft sehr langsam ab. Es wurde bilanziert, dass sich auf der Schwäbischen Alb in den 10.000 Jahren seit der letzten Kaltzeit nur rund 4 cm Lösungsrückstand gebildet haben können. Die verbreitet vorkommenden Kalksteinverwitterungstone müssen daher zum größten Teil ältere Bildungen sein, die schon während früherer Warmzeiten des Eiszeitalters und im warmen Klima der ausgehenden Tertiärzeit gebildet wurden.

 
Bild: Hangschutt
Oberjura-Hangschutt auf der Baar-Alb bei Geisingen
(© LGRB, Autor: K. Rilling)
Der feinkörnige Hangschutt der Albhänge wird auch als "Bergkies" bezeichnet. Er ist vermutlich durch murenartige Abschwemmungen während des Eiszeitalters entstanden. Aufgrund sekundärer Kalkausfällungen ist er z. T. fest verbacken.

Als Ausgangsgestein für die Bodenbildung treten auf der Schwäbischen Alb überall die hellen Karbonatgesteine des Weißjuras (Oberjura) in Erscheinung. Sie finden sich als Steine auf den Äckern, als imposante Felsen an den Talhängen oder sie sind in Steinbrüchen und Straßenböschungen aufgeschlossen.

Besonders der Südosten der Alb ist z. T. von Karbonat- und Mergelgestein aus der Tertiärzeit überdeckt. Auch die Vulkanite des Uracher Vulkangebiets und der Hegaualb gehören in diesen Abschnitt der Erdgeschichte. Bodenbildungen aus der Tertiärzeit wurden größtenteils abgetragen. Sie finden sich aber heutzutage mancherorts als umgelagerte Bodensedimente (Bohnerztone, Feuersteinlehme) an der Oberfläche.

Für die Bodenbildung ist entscheidend, dass die Juragesteine und Tertiärsedimente häufig von geringmächtigen Deckschichten aus der jüngsten geologischen Vergangenheit, dem Quartär, überlagert werden. 20 cm bis ca. 1 m mächtige, lösslehmhaltige Fließerden überdecken oft das Karbonatgestein bzw. den durch Lösungsverwitterung bereits im Tertiär und in den Warmzeiten des Eiszeitalters entstandenen Kalksteinverwitterungston.

Die erosionsanfälligen lösslehmhaltigen Oberböden sind aber auch vielerorts im Laufe der jahrhundertelangen Nutzung der Erosion zum Opfer gefallen und finden sich heute als humose, lehmige Abschwemmmassen in den Trockentalmulden wieder. Auch an den Hängen des Albtraufs und der Albtäler ist das anstehende Juragestein überwiegend von mächtigen quartären Deckschichten verhüllt. Es handelt sich dort um Hangschuttdecken, die infolge von Rutschungen, Felsstürzen, Muren, Abschwemmungen usw. entstanden sind.