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Schwäbische Alb
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Schwäbische Alb - Böden
Pararendzina aus Mergel- und Kalkstein des Oberjuras auf der Ostalb
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Bild: Pararendzina aus Mergelstein
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Pararendzina aus Mergel- und Kalkstein des Oberen Weißjura unter Wacholderheide.

Schwäbische Alb:
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Schwäbische Alb

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Böden auf der Hegau- und Klettgaualb

 
Bild: TBr4 Hegaualb
Blick über die Hegaualb bei Tengen nach Nordosten
(© LGRB, Autor: K. Rilling)

Die Ackeroberflächen sind großflächig mit Geröllen der Juranagelfluh überdeckt. Rechts im Hintergrund ist der Hohenhewen zu sehen.

 
Bild: Hegaualb bei Riedöschingen
Kiesbedeckte Ackerflächen auf der Hegaualb bei Riedöschingen
(© LGRB, Autor: K. Rilling)
Die lehmig-tonigen Böden im Bereich der Juranagelfluh sind oft sehr kies- und geröllreich. Wegen ihres über 1 m mächtigen lehmigen Feinbodens sind diese Böden aber hinsichtlich ihrer Bodenfruchtbarkeit (Wasserspeichervermögen usw.) deutlich besser zu bewerten als die flachgründigen Ackerrendzinen auf Jurakalkstein. Im Hintergrund ist durch die zwischen Buchberg und Eichberg gelegene Blumberger Pforte der Südschwarzwald mit dem Feldberg zu sehen.
 
Bild: TBr2 Klettgaualb
Blick über den Klettgau auf den überwiegend bewaldeten Steilanstieg der Klettgaualb (Kleiner Randen)
(© LGRB, Autor: M. Boll)

Zwischen Hochrhein und Donau – wo die Schwäbische Alb badisch wird

Die Hegaualb wird im Südosten vom Jungmoränen- und Vulkangebiet des Hegaus begrenzt. Im Nordwesten grenzt sie an das zwischen Blumberg und Tuttlingen gelegene Aitrach- und Donautal. Die Klettgaualb (auch „Kleiner Randen“) ist der zum Schweizer Jura überleitende Bergrücken am Hochrhein zwischen Schaffhausen und Waldshut-Tiengen.

Beiden Landschaften ist gemein, dass die Jurakalke von mächtigen Sedimenten der Tertiärzeit bedeckt sind. Bei einem Gang über die hügeligen Hochflächen fällt auf, dass die Felder, wie häufig auf der Alb, von Jurakalksteinen übersät sind, diese aber eine deutliche Rundung aufweisen. Es handelt sich um Gerölle der sog. Juranagelfluh. Das Material wurde vor rund 15 Mio. Jahren, als das Juradeckgebirge noch bis zum Schwarzwald reichte, von Flüssen in Richtung Molassebecken transportiert. Die Kiese und Gerölle liegen meist in einem gelblichbraunen, tonreichen Lehm. Es überwiegen wenig entwickelte, bzw. durch Bodenerosion verkürzte, kalkhaltige schwere Lehmböden (Pararendzina, Rendzina), deren Eigenschaften stark vom jeweiligen Ausmaß des Kies- und Geröllgehaltes abhängt.

Neben der Juranagelfluh treten auf der Hegau- und Klettgaualb noch eine Vielzahl weiterer tertiärer See- und Meeresablagerungen auf, die teils zu schweren Tonböden, teils zu sandigen Böden verwittern. Darüber hinaus findet sich im Übergang zum Hegau und Hochrheingebiet eine Überdeckung aus Gletscherablagerungen der vorletzten Eiszeit (Altmoräne). In diesen Bereichen dominieren entkalkte, kiesführende Lehmböden (Parabraunerden).

Von nur kleinräumiger Bedeutung sind die Braunerden auf Vulkangestein des Heweneggs und des Blauen Steins. Bei ihnen handelt es sich um die noch auf der Alb gelegenen Vorposten der Hegauvulkane. Eine weitere kleinräumige Besonderheit sind die alttertiären Bohnerztone, die sowohl auf der Klettgaualb als auch auf der Hegaualb bei Emmingen-Liptingen vorkommen. Die in diesen tropischen Bodensedimenten eingelagerten Eisenkonkretionen waren schon in der Keltenzeit ein begehrter Rohstoff. Die Blütezeit des Erzabbaus war aber vom 17. Jh. bis in die Mitte des 19. Jh. Auf den durch den Abbau gestörten Flächen sind in der Regel keine natürlichen Bodenprofile mehr zu finden. Es dominieren lehmig-tonige Böden, die z. T. zu Staunässe neigen.