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Schwäbische Alb
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Schwäbische Alb - Böden
Pararendzina aus Mergel- und Kalkstein des Oberjuras auf der Ostalb
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Bild: Pararendzina aus Mergelstein
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Pararendzina aus Mergel- und Kalkstein des Oberen Weißjura unter Wacholderheide.

Schwäbische Alb:
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Schwäbische Alb

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Typische Böden der Schwäbischen Alb

Bild: Steinige Ackerböden auf der Schichtflächen-Alb TBq13
Steinige Ackerböden auf der Schichtflächen-Alb nördlich von Burladingen
(© Autor: K. Rilling)
Wo die Albhochfläche von den wohlgebankten Kalken des Oberjuras (Weißjura beta) gebildet wird, ist im Gegensatz zu der aus Riffkalken aufgebauten Kuppenalb oft ein welliges Flachrelief vorhanden. Dieser vor allem auf der westlichen Schwäbischen Alb vorkommende Landschaftstyp wird auch als Schichtflächen-Alb bezeichnet. Vorherrschend sind flach bis mittelgründige Böden mit wechselndem Steingehalt (Rendzina, Terra fusca).

Weiße Steine – Schwarzer Humus

Auf Kuppen, Rücken und an Hängen der Schwäbischen Alb sind flachgründige, steinige Böden aus Weißjurakalkstein am häufigsten. Der dunkel gefärbte, humusreiche Boden mit lockerer und krümeliger Struktur wird als Rendzina bezeichnet. Der Begriff stammt aus dem Polnischen und bezeichnet das Geräusch, das der Pflug beim Bearbeiten steiniger Äcker erzeugt. Örtlich treten auch Rendzinen aus sandig zerfallendem Dolomitstein oder graue, kalkreiche Mergelböden (Pararendzinen) auf.

Der Kalkstein wird durch saures Sickerwasser gelöst. Als Rückstand bleibt der geringe silikatische Anteil des Gesteins zurück. Es handelt sich dabei um einen meist gelblichbraunen, steinfreien Kalksteinverwitterungston, dessen Entstehung äußerst langsam vor sich geht. Man nimmt an, dass in der Hauptbildungszeit unserer Böden, in den letzten 10 000 Jahren, etwa 40 cm Kalkstein aufgelöst wurden, die einen Lösungsrückstand von nur wenigen cm hinterlassen haben. Da der Verwitterungston der Alb aber deutlich mächtiger ist, muss er zum großen Teil schon in der Tertiärzeit und in den Warmzeiten des Eiszeitalters gebildet worden sein. Im Eiszeitalter wurde er vielfach abgetragen und in Hohlformen und an Unterhängen akkumuliert. Dabei fand oft eine Vermischung mit Kalksteinschutt oder Lösslehm statt. Böden aus Kalksteinverwitterungston werden als Terra fusca bezeichnet. Sie finden sich an erosionsgeschützten Flachhängen, Verebnungen und Sattellagen sowie als Füllung von Karstspalten oder Trockentalmulden.

Das Bild der Alb vom unwirtlichen Gebirge mit kargen, steinigen Böden ist nur z. T. richtig. Verbreitet wurde im Eiszeitalter in Karstwannen, Trockentälern, ostexponierten Flachhängen und auf tiefer gelegenen Verebnungen der Flächenalb Löss abgelagert, der zu tiefgründigen Lehmböden verwittert ist (Parabraunerden). Diese fruchtbaren Ackerböden und die gut zugänglichen Hochflächen waren ein wesentlicher Grund für die frühe Besiedlung der Alb in prähistorischer Zeit. Als Folge ausgedehnter Waldrodungen und Ackernutzung im Mittelalter nahm die Bodenerosion und damit auch der Gegensatz zwischen flachgründigen steinigen Böden auf Kuppen und tiefgründigen Lehmböden in den Senken (Kolluvisole) zu.

In einigen Regionen der Alb gibt es Abweichungen von dem beschriebenen Bodenmuster: