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Obere Gäue - Typische Böden
Terra fusca im Oberen Muschelkalk
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Bild: 7517_r_m Terra fusca im Oberen Muschelkalk
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Diese Terra fusca im Verbreitungsgebiet des Oberen Muschelkalks (Heckengäu) ist ein mittel bis mäßig tiefgründiger Boden aus gelbbraunem Kalksteinverwitterungston. Trotz des hohen Tongehalts im Unterboden besitzt er ein wasserdurchlässiges und gut durchwurzelbares Bodengefüge. Dem tonärmeren Oberboden ist etwas Lösslehm beigemengt. Der steinige Unterboden enthält zunächst noch viel durchwurzelbares Feinbodenmaterial bevor er in ca. 80 cm Tiefe in den nur wenig verwitterten, festen Muschelkalk übergeht. Das Bodenprofil befindet sich auf einem flachen Scheitelbereich südlich von Schopfloch-Oberiflingen (Lkr. Freudenstadt).
Obere Gäue:
Weitere Informationen
 

Obere Gäue: Gefährdung der Böden

 

Beeinträchtigung der Böden

 
Bild:  TB72 Bodenverbrauch
Industriegebiet bei Renningen - fruchtbare Lösslehmböden
(© LGRB, Autor: K. Rilling)
 
Bild: TB8 Bodenerosion
Bodenerosion und Akkumulation am Hangfuß
(© LGRB, Autor: K. Rilling)

Bodenerosion von Lössböden, im Vordergrund Bodenakkumulation mit verschlämmter Oberfläche; Flachhang bei Bondorf (Lkr. Böblingen)

Erosion und Flächenverbrauch

Seit den ersten menschlichen Eingriffen in die Landschaft und der damit einhergehenden Rodung der Wälder, findet in hängigem Gelände unserer Kulturlandschaften Bodenerosion statt. Mit der Verkürzung der Bodenprofile geht i.d.R. eine Verschlechterung der Bodeneigenschaften einher. Die Auswirkungen der heutzutage auf ackerbaulich genutzten Flächen stattfindenden Bodenerosion werden vor allem nach Starkregenfällen im Korngäu augenfällig. Die Oberböden der dort vorherrschenden Parabraunerden aus Löss und Lösslehm sind besonders anfällig für die Abschwemmung durch abfließendes Oberflächenwasser.­ Die Bodenerosi­on führt nicht nur zu einer Minderung der Bodenfruchtbarkeit, sondern auch zu einer Beeinträchtigung der weiteren Bodenfunktionen und zur Gewässerbelastung durch Dünge- und Pflanzenschutzmittel, daher sollte ihr durch geeignete Schutz­maßnahmen entgegengewirkt werden.

Bereits unsere vor- und frühgeschichtlichen Vorfahren siedelten bevorzugt in den Landschaftsräumen mit den fruchtbarsten Böden. Da neue Siedlungsflächen heute in der Regel am Rande der alten Ortschaften erschlossen werden, kommt es durch die Ortserweiterungen zu einem z. T. großflächigen Verlust von wertvollen Böden. Besonders auffällig ist dieses Phänomen in den in jüngerer Zeit erheblich gewachsenen Dörfern des Korngäus im Randbereich des Verdichtungsraums Mittlerer Neckar. Bodenverbrauch und damit der vollständige Verlust der Bodenfunktionen wird auch im Bereich der Anschlussstellen der A 81 am oberen Neckar zwischen Rottweil und Rottenburg augenfällig, wo in den letzten Jahren mehrere große Gewerbegebiete entstanden sind. Auch durch die Anlage größerer Freizeitflächen, wie z. B. Golfplätzen, werden die ursprünglichen Bodenfunktionen z. T. nachteilig verändert.