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Donaudurchbruch Beuron
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Donaudurchbruch bei Beuron
Blick vom Eichfelsen auf die Donau
(Element 1 von 11: Bild)
Bild: Donaudurchbruch (Ldkr. Sigmaringen)
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Blick ins das tiefeingeschnittene Obere Donautal. Das Obere Donautal zwischen Fridingen und Sigmaringen zählt zu den schönsten Landschaften Baden-Württembergs.

 

Donaudurchbruch Beuron:
Weitere Informationen
Erlebnisorte in der Nähe:
 

Donaudurchbruch Beuron: Entstehung

 

Entstehung des Oberen Donautals

 
Bild: Blick in das Donautal bei Beuron
Donaudurch bei Beuron 1992 (Ldkr. Sigmaringen)
(© LUBW, Autor: E. Schelkle)
Beuron liegt im landschaftlich reizvollen oberen Donautal ca. 25 km von der Kreisstadt Sigmaringen entfernt. Es bildet das Zentrum des Naturparks Obere Donau - hier: Blick vom Knopfmacherfels.
 
Bild: Donaudurchbruch 1925
Donaudurchbruch bei Beuron um 1925
(© LUBW, Autor: H. Schwenkel)

Der Donaudurchbruch bei Beuron vom Knopfmacherfesen im Jahr 1925, aufgenommen durch Hans Schwenkel*. Der Bildvergleich zeigt interessante Unterschiede hinsichtlich der Ausprägung der Landschaft von damals und heute.

 


* Dr. phil., Prof. Hans Schwenkel (1886-1957), Leiter der ehemaligen Württembergischen Landesstelle für Naturschutz und Landschaftspflege, Stuttgart. Literatur (Auswahl):

Schwenkel, H. (1953): Heimatbuch des Kreises Nürtingen. Band 2. Würzburg , S. 708 - 756.

Schwenkel, H. (1955): Der Friedhof auf dem Lande. Ein Ratgeber für Friedhofverwaltungen, Friedhofgärtner, Landschaftsgestalter und Bildhauer sowie für die Hinterbliebenen. Verlag: Stuttgart (W. Kohlhammer Verlag), 220 S.

 

 

 

Das heute eher kümmerlich wirkende Donauflüsschen hat wohl kaum diese imposante Naturkulisse herauspräpariert. Vielmehr war es die ehemalige Urdonau, die vor 3-5 Millionen Jahren (im Pliozän des ausgehenden Tertiärs) ein gewaltiger Strom war, der auch als Aare-Donau bekannt ist und große Gebiete der Nordschweiz und der Feldbergregion entwässert hat. Später hat der Urrhein durch rückschreitende Erosion des aus dem Gebiet des heutigen Oberrheintals die Donau angezapft und ihr den Quellfluss Aare geraubt.

Das Flussbett hat sich bis zu 200 m in den Jurafels eingegraben. Heute liegt die geringe Wasserführung der Donau auch in den ausgeprägten Karsterscheinungen. Die zerklüfteten und porösen Kalksteine lassen das Wasser in unterirdischen Spalten versinken. Ganz in der Nähe liegen auch die weltberühmten Donau-Versickerungsstellen bei Immendingen und Fridingen. Hier verliert die Donau an etwa 200 Tagen im Jahr ihr gesamtes Wasser, das dann nach einer unterirdischen Laufstrecke im 12 km entfernten Aachtopf wieder austritt und über den Bodensee dem Rhein zufließt.

Die riesigen Massenkalkfelsen der Schwäbischen Alb entstanden während der Zeit des Oberen Weißjura (Malm). Der Zeitraum, als dieses warme und flache Meer Süddeutschland überdeckte, liegt etwa 140 bis 160 Millionen Jahre zurück. Die Schichtenfolge aus Kalksteinen und Kalkmergelsteinen ist 400 bis 600 mächtig. Das warme und flache Meer, das dem heutigen Arabischen Golf oder dem Great Barrier Reef Australiens vergleichbar ist, bot zahlreichen Meerestieren Lebensraum wie Muscheln und Kopffüßlern (Ammoniten), Schnecken, Seeigeln, Seelilien und Schwämmen. In dem feinen Kalkschlamm am Meeresgrund konnten sich die Schalen und Skelette der Tiere gut erhalten.

Die hoch aufragenden und durch die Erosion herauspräparierten Felsen sind die zu Stein gewordenen Schwammriffe, die über den Meeresgrund hinauswuchsen und heute aufgrund ihrer größeren Härte wiederum herausragen. Zahlreiche Fossilien sind in den kalkigen Gesteinen erhalten und bieten den Fossiliensammlern immer wieder überraschende Funde. Das Obere Donautal bildet sowohl in Längs- wie auch in Querrichtung ein natürliches Hindernis. Daraus resultiert eine relativ gering Siedlungsdichte.

Der Donaudurchbruch bei Beuron wurde in die Liste der bedeutendsten Geotope Deutschlands aufgenommen. Bei den bedeutendsten Geotopen handelt es sich, je nachdem ob Einzel-Geotop, Geotop-Ensemble oder Geotop-Landschaft, um herausragende geowissenschaftliche Objekte in Deutschland. Die bedeutendsten Geotope müssen langfristig erhaltbar sein. Sie sollten öffentlichen Informationsmöglichkeiten zugeordnet sein wie einem Museum, Lehrpfad oder einem ausgewiesenen Besichtigungsobjekt. Sie können auch Bestandteile eines Geoparks sein.