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Der Federsee (Ldkr. Biberach)
Federsee - Blick auf Bad Buchau
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Bild: Federsee - Bad Buchau (Ldkr. Biberach)
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In der späten Bronzezeit lag rund 2 km südöstlich der heutigen Stadt Bad Buchau eine vom Wasser umgebene, befestigte Siedlung, die heute sogenannte "Wasserburg".

Federsee:
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Übersicht
 

Der Federsee - fundreichstes Moor Europas

 
Bild: Federsee Luftbild
Federseebecken aus der Vogelperspektive
(© RP Stuttgart, Landesamt für Denkmalpflege, Autor: O. Braasch)

Das Federseebecken aus der Vogelperspektive (© Regierungspräsidium Stuttgart, Luftbildnr.: L7922/003-01_3808-13).

 
Bild: Federseemuseum, Moordorf, Ldkr. Biberach
Federseemuseum, rekonstruiertes Wohnhaus aus der Jungsteinzeit
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Die fensterlosen Häuser wurden aus langen miteinander verbundenen Stöcken und Stangen geschaffen und von außen mit einer Lehmschicht verkleidet. Die Dächer bestanden aus Stroh, Rinde oder Reisig.

Seit der Steinzeit haben Menschen immer wieder die Ufer des Federsees aufgesucht, um hier ihre Zelte, Hütten und später auch mit Palisaden befestigte Dörfer zu errichten. Jäger und Sammler, Fischer und Bauern - alle haben von der reichen Tier- und Pflanzenwelt profitiert.

Der Federsee bei Bad Buchau ist das älteste Naturschutzgebiet Baden-Württembergs (verordnet am 15.06.1939) und mit 30 km² das größte Niedermoor Südwestdeutschlands. Im Mai 1994 wurden durch das Regierungspräsidium Tübingen im Südlichen Federseeried nochmals 512 ha unter Schutz gestellt.

Heute leben im Federseegebiet 265 Vogelarten, davon 107 Brutvogelarten. Aufgrund des Artenreichtums ist das Federseegebiet seit einigen Jahren Vogelschutzgebiet (Nr.: 7923-401) nach der EG-Vogelschutzrichtlinie und Teil des europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000. Bedeutende Vogelarten wie Braunkehlchen, Schilfrohrsänger, Wachtelkönig und Rohrweihe verfügen im Federseeried über die landesweit höchsten Populationsdichten. Zahlreiche Zugvögel nutzen die offenen Wasserflächen des Federseemoors auch als Rast- und Mauserplatz. Bedingt durch den Gefiederwechsel (Mauser) und dem einhergehenden Verlust der Federn unzähliger Vögel erhielt der Federsee seinen Namen. Auch für Schwalben bieten die ausgedehnten Schilfröhrichte im Spätsommer wichtige Übernachtungspätze.

Das Federseebecken ist durch seine Funde aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit international bekannt. Bis heute sind 18 vorgeschichtliche Dorfanlagen mit über 180 Häusern, 40 Einbäume, 6 Wagenräder, Waffen, Gerätschaften für Jagd und Fischerei sowie unzählige Einzelstücke geborgen worden. In der Bronzezeit führten befahrbare, bis zu 3 m breite Bohlenwege aus Esche und Buche durch das Moor und verbanden die damaligen Siedlungen miteinander. Im Jahr 1990 hat das Landesdenkmalamt Baden-Württemberg damit begonnen einen großen Teil seiner Mittel für den Flächenerwerb am Federsee zu investieren, um die archäologischen Bodendenkmäler zu erhalten und zu sichern. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse schließen heute zahlreiche Lücken der Besiedelungsgeschichte und erlauben jahrgenaue Datierungen der geborgenen Fundstücke.

Auch für die Rekonstruktion der prähistorischen Umwelt- und Klimaverhältnisse liefert der Federsee mit seinen organischen Hinterlassenschaften wie Pollen und Bauhölzer wichtige Erkenntnisse für die Wissenschaft. Über die landschaftliche Bedeutung und die Geschichte des Moores informieren direkt vor Ort das Federseemuseum sowie das NABU-Zentrum (s. weiterführende Links).

Hinweise für Besucher: Da durch den Schilf- und Moorgürtel kein direkter Zugang zum offenen Wasser möglich ist, gibt es in Bad Buchau den 1,5 km langen Federseesteg, der vom Parkplatz des Federseemuseums durch das Schilf bis zum offenen Wasser führt, wo sich eine Beobachtungsplattform und auch ein Bootsverleih befindet. Desweiteren führt vom Parkplatz des Federseemuseums in nördlicher Richtung ein Steg durch das teilweise bewaldete Banngebiet Staudacher über die Kanzach nach Moosburg.

Im Oktober 1999 konnte mit Unterstützung der EU und der Stadt Bad Buchau ein archäologischer Moorlehrpfad eingerichtet werden. Der Pfad führt zu den Originalschauplätzen der Forschungsarbeiten mitten durch das Schutzgebiet "Südliches Federseeried" (s. Karte)..

Vom Kurpark aus, in westlicher Richtung, führt der sog. Wackelwald-Pfad auf einer Länge von 600 Metern durch den Bad Buchauer Wald und seine Umgebung. Bänke laden den Besucher zum Ausruhen und Genießen ein. Der Wackelwald-Pfad ist für Kinderwägen geeignet, für Rollstuhlfahrer jedoch nur eingeschränkt befahrbar, weil der Weg nur mit lose verlegten Holzhackschnitzeln befestigt ist.