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Jura
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Jura, Formen und Schichten
Erodierte Weißjura-Scholle
(Element 1 von 6: Bild)
Bild: Weißjura erodiert
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Durch Vulkanismus (heiße Gase) verzerrte, im Laufe der Zeit erodierte Weißjurascholle an einer Geländekante.

Jura:
Weitere Informationen
 

Jura: Entstehung

 

Entstehung

 
Bild: Jura - Liegende Bankkalke
Weißer Jura - gebankte Kalksteine
(© LUBW, Autor: M. Schöttle)
Weißer Jura - gebankte Kalksteine, stellenweise mit Mergel gefüllte Fugen.
 
Bild: Junginger Wasserfall (Brauner Jura)
Brauner Jura - Junginger Wasserfall (Zollernalbkreis)
(© LGRB, LUBW, Autor: Bergner)
Im Bachbett der Starzel (Nebenfluss des Neckars) südöstlich der Ortslage Schlatt (Zollernalbkreis), zeigen die Wasserfall-Schichten im anstehenden Oberen Braunjura eine knapp 6 m hohe, kompakte Schichtstufe und bilden je nach Schüttung einen ansehnlichen 8 Meter hohen Wasserfall. Unterhalb des Wasserfalls hat die Kraft des Wassers eine breite Klinge ausgehöhlt und dabei mehrere Meter hohe Hangprofile freigelegt.
 
Schwarzer Jura - Tonmergelgrube Rettigheim (Rhein-Neckar-Kreis)
(© privat, Autor: Linnenbach)

Mit Beginn des Jura wurde Süddeutschland aus nördlicher Richtung über die "Hessische Straße" (zwischen ardennischrheinischer Masse im Westen und Böhmischer Masse im Osten) zunehmend überflutet. Infolge ausgeprägter Wasserschichtung entstanden im untersten Bereich dieses Flachmeeres bituminöse Schiefer. Unter fortschreitender Transgression wurden aus nördlichen Abtragungsgebieten klastische Sedimente abgelagert.

Mit der Schließung der "Hessischen Straße" entstand die Mitteldeutsche Landbrücke, die das süddeutsche vom nördlichen Jurameer trennte. Damit ging die Öffnung des süddeutschen Jurameeres nach Süden einher und es erfolgte eine Angliederung an die Tethys. Nach anfänglicher Bildung von gebankten Kalksteinen und Mergeln in tieferen Meeresbereichen breitete sich eine zusehends nach Süden übergreifende und Mächtigkeitszunahmen bewirkende Schwammfazies aus. Die hierdurch entstandenen Massenkalke stellen Schwammriffe eines reich gegliederten submarinen Reliefs dar, das nachfolgend durch die Bildung gebankter Kalke größtenteils wieder ausgeglichen wurde.

Mit Ausgang des Jura erfolgte durch den Rückzug des Meeres nach Süden eine weitgehende Regression, die den süddeutschen Raum nahezu trockenlegte. Die Jura-Formation Südwestdeutschlands ist eine überwiegend aus Kalksteinen, zu einem kleineren Teil aus Mergeln, Ton- und Sandsteinen bestehende, fossilreiche Gesteinsfolge, die Mächtigkeiten bis über 800 m aufweist und nach lithologischen Gesichtspunkten in den Unteren Jura (Schwarzjura), Mittleren Jura (Braunjura) und Oberen Jura (Weißjura) gegliedert wird. Diese drei Abteilungen können auf Grund paläontologischer Merkmale jeweils in Stufen, Unterstufen, Zonen und Subzonen weitgehend untergliedert werden.

Morphologisch machen sich im Schichtstufenland jurassische Gesteine am deutlichsten wirksam, indem sie die Schwäbische Alb mit ihrem steil ansteigenden Nordrand (Albtrauf) aufbauen. Sie verursachen eine morphologisch differenzierte Schichtstufe, wobei der Weiße Jura den steilsten Anstieg, die Albtraufkante und die Albhochfläche bildet. Bis heute dauern die Prozesse an, die die Jura-Landschaft formen. Das zeigte sich 1983 am Albtrauf in Mössingen. Dort rutschten innerhalb weniger Stunden über 4 Millionen Kubikmeter Gestein ab. Auch die Verkarstung der Schwäbischen Alb durch die ständige Kalksteinlösung hält kontinuierlich an (z. B. durch Einsturzdolinen, wachsende Karsthöhlen).