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Geotope im Jura
Steinernes Weib bei Wiesensteig (Ldkr. Göppingen)
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Bild: Steinernes Weib
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Das Steinerne Weib ist eine aus den Massenkalken des Weißen Jura herausgewitterte Felsnadel. Das einsturzgefährdete, bizarre Gebilde wurde bereits mehrfach saniert. Naturdenkmal.

Jura:
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Jura: Quenstedt' sche Gliederung

 

Quenstedt´sche Gliederung des Weißjura mit Beispielen aus Baden-Württemberg

 
Bild: Isteiner Klotz mit Hohlkehle (Ldkr. Lörrach)
Isteiner Klotz
(© Autor: M. Weiß)

Der Isteiner Klotz stand vor der Rheinkorrektur durch Tulla dem Rhein als mächtiges Hindernis im Wege. Heute zeugt noch die große, vom vorbeiströmenden Wasser geglättete Hohlkehle am Fuß des Jurafelsens von dieser Zeit. Am Felsen wurde eine Kapelle errichtet.

 
Bild: Goldloch
Das Goldloch (Ldkr. Esslingen) - Weißjura β
(© LUBW, LGRB, Autor: M. Schöttle)

Das Goldoch bei Grabenstetten, eine ca. 34 m tiefe Karsthöhle mit austretendem Höhlenbach. Ihr Eingang befindet sich knapp oberhalb der Untergrenze der hier gut aufgeschlossenen Wohlgeschichteten Kalke (Weißer Jura β). Naturdenkmal.

 
Bild: Geotop Weiherfels
Der Weiherfels (Alb-Donau-Kreis) - Weißjura δ
(© LGRB, Autor: Burgmeier/ Bergner)

Aus dem linken unteren Talhang der Schmiech ragende Felsenklippe des Weißen Jura δ (Untere Felsenkalke) mit einer Höhe von ca. 12 m und 30 m Breite. Die eindrucksvollen Felsen sind landschaftsprägend.

 
Bild: Geotop Rutschen
Felsengruppe Rutschen (Ldkr. Reutlingen) - Weißjura ε
(© LUBW, Autor: G. Albinger)

Aus dem Grün des Laubwaldes leuchten die hellen Felskränze des Rutschenfelsens, vorwiegend in den Oberen Felsenkalken des Weißjura ε. In der näheren Umgebung finden sich weitere geologisch bedeutende Objekte wie der Uracher Wasserfall und die Wasserfälle Güterstein. Der Rutschenfelsen ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

 
Bild: Steinweiler Kalk
Steinweiler Kalk (Ldkr. Heidenheim) - Weißjura ζ
(© LUBW, Autor: M. Schöttle)

Aufgeschlossen sind hier markanten Zwischenkalke der Weißjuramergel (Weißjura ζ), die auch als „Steinweiler Kalke“ bekannt sind. Das Geistein ist im unteren Bereich in dicken Schichten abgelagert. Nach oben hin werden die Schichten dünnbankig bis plattig. Die marmorierten Kalkplatten waren als Wand- und Bodenfliesen gefragt - insbesondere für den Bau der Klosterkirche Neresheim. Der Steinbruch wurde 1965 geschlossen und 1997 als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

 
Bild: Vogelherdhöhle (Lonetal-Härtsfeld)
Vogelherdhöhle im Lonetal (Ldkr. Heidenheim)
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

Die ca. 40 m lange Höhle bei Niederstotzingen-Stetten liegt an einem ehemaligen Umlaufberg der Lone.Die prägenden Gesteinformationen bestehen aus Massenkalken des Weißen Jura. Entdeckt wird sie im Jahr 1931 durch den Heidenheimer Heimatforscher Hermann Mohn. Bis dahin war die Höhle vollständig mit Jurakieseln, Schlamm und Bodensubstrat (Humus) verfüllt und in der Landschaft nicht erkennbar.

Die Vogelherdhöhle wurde über längere Zeiträume immer wieder von Menschen bewohnt. Belegt ist dies durch archäologisch wertvolle Funde wie z.B. Steinzeitwerkzeuge und Elfenbeinschitzereien (Höhlenlöwe, Wildpferd, Mammut). Die Fundstücke befinden sich heute im Schloßmuseum Hohentübingen. Mehrere Schautafeln informieren vorort über die kulturhistorische Bedeutung der Höhle.

Heutzutage hinterlassen hier Menschen häufig weniger nützliche Dinge. Die Installation eines Müllbehälters stört den Gesamteindruck des Kulturdenkmals erheblich, dennoch ist diese Maßnahme aufgrund der hohen Besucherzahlen absolut notwendig (Aufn. Mai 2008)

In der Quenstedt' schen Gliederung werden die drei Hauptschichtstufen des Jura (Lias, Dogger, Malm) in jeweils 6 weitere Schichtstufen unterteilt. Diese Gliederung kann allerdings nur für die Jura-Schichtstufen Süddeutschlands angewandt werden. Sie beruht auf den Erkenntnissen des bekannten Tübinger Geologen Friedrich August Quenstedt (1809 - 1889). Die geologischen Zwischenstufen werden mit den Buchstaben des griechischen Alphabets Alpha α, Beta β, Gamma γ, Delta δ, Epsilon ε und Zeta ζ definiert. - So gilt die nachstehende Einteilung z. B. für den Weißen Jura:

Jura FormationFundort (Auswahl)
Weißjura α

Isteiner Klotz

Lochenstein

Weißjura β

Hohenkarpfen

Oberes Donautal

Albstadt, Traubenhart

Goldloch

Seeheimer Berg-Bürgle

Weißjura γ

Teck

Hohenneuffen

Weißjura δ

Felsnase Breitenstein, Albtrauf

Weiherfels

Bärenhöhle Erpfingen

Brunnensteinhöhle

Gutenberger Tropfsteinhöhle

Nebelhöhle

Nikolaushöhle

Laichinger Tiefenhöhle

Felsengruppe Rusenschloß

Metzgerfelsen, Blaubeuren

Nägelesfelsen, Bad Urach-Seeburg

Scheunenhöhle

Felspartie Rauber

Weißjura ε

Böhmenkirch

Rosenstein

Felsengruppe Rutschen

Weißjura ζ

Nattheim-Steinweiler

Vogelherdhöhle

Steinbruch Saurücken

Göpfelsteinhöhle

Hohler Felsen bei Schelklingen

Aachtopf

Mehlsack, Bernstadt

Die Schichten des Weißen Jura α werden auch als Untere Weißjuramergel oder auch als sog. "Oxfordmergel" bezeichnet. In Baden-Württemberg steht diese Schicht z. B. am Hangfuß der Schwäbischen Alb und am Isteiner Klotz (Ldkr. Lörrach) an. Weißjuramergel sind nur an wenigen Stellen einsehbar. Ein Gesamtprofil ist aufgrund der instabilen Strukturen nirgendwo vollständig aufgeschlossen. In den Feinschichten des Weißen Jura β dagegen finden sich immer wieder vollständig erhaltene Ammoniten, vorzugsweise in den Schwammriffen des Oberen Donautals.

Die dickbankigen, bis 60 m mächtigen Quaderkalke des Weißjura γ bilden den zweiten Felsenkranz der Mittleren Schwäbischen Alb. Lichtenstein, Hohenneuffen, Teck und Rechberg bestehen aus diesen Kalken. Die Unteren Felsenkalke (Weißjura δ) bilden die folgende Stufe. Sie finden sich in weiten Bereichen der Albhochfläche. Aus dieser Formation sind zahlreiche Höhlen bekannt.

Weißjura ε besteht aus sehr reinen Kalken (bis zu 99% CaCO3). Sie sind hell-weiß gefärbt und verfügen über eine Mächtigkeit bis zu 40 m. Die weißen Kalke formen die Steilkante des Albtrauf der Mitteleren Alb.

Die Umgebung von Nattheim ist überwiegend von den gebankten Kalken des Weißjura ζ (zeta = griech. z) geologisch geprägt. Bei dem Jura-Gestein aus den Steinweiler Steinbrüchen (s. Abb. Steinweiler Kalk) handelt es sich um eine ganz besondere Variante. Hier sind die abgelagerten Weißjura-Kalke reich an marinen Kieselschwamm-Skeletten (Spongin), die teilweise sowohl in ihrer ursprünglichen Zusammensetzung teilweise aber auch in umgewandelter Form (Calcit) anstehen.