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Steinbrüche im Jura
Steinbruch Traubenhart (Zollernalbkreis)
(Element 1 von 18: Bild)
Bild: Steinbruch Traubenhart
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Aufgelassener Jura-Steinbruch mit wohlgeschichteten Kalken des Weißjura b  (Ober-Oxfordium), an der Straße von Truchtelfingen-Ebingen am südlichen Ortsausgang von Truchtelfingen. Auf dem knapp 1 ha großen, von der Straße nicht einsehbaren Steinbruchgelände, befindet sich die Verkaufs- und Lagerhalle eines Baustoffhandels. Der Steinbruch ist in Teilbereichen schutzwürdig (z. B. Erhaltung eines aufgeschlossenen Profils).
Jura:
Weitere Informationen
 

Jura: Nutzung

 

Nutzung

 
Bild: Steinbruch bei Bartholomä
Jura Steinbruch bei Bartholomä (Ostalbkreis)
(© © LUBW, LGRB, Autor: M. Schöttle)
Der imposante Steinbruch südlich von Bartholomä zeigt ein interessantes Profil im Weißen Jura, der hier im Grenzbereich d3/d4 aufgeschlossen ist und sowohl in gebankter (liegend) als auch in Schwammfazies (hängend) vorliegt. Auf etwa halber Höhe des Profils befindet sich innerhalb des Massenkalks eine Grenzschicht, die deutlich als durchgehender grünlicher Horizont (Glaukonitbank) zu erkennen ist. Schutzwürdig
 
Bild: Stollenmundloch in Freiburg-St. Georgen
Stillgelegtes Erzbergwerk in Freiburg - St. Georgen
(© LUBW, Autor: M. Schöttle)

Stolleneingang des Hauptförderstollens des Bergwerks im Freiburger Stadtteil St.Georgen am Schönberg. Die Lokalität ist als Technikdenkmal kulturhistorisch anerkannt. Über dem Portal findet sich ein Fresko von dem Markgräfler Künstler Adolf Riedlin (1892-1969).Durch das Portal fuhr einst eine Grubenbahn in den Stollen ein.

Das stillgelegte Bergwerk ist ein bedeutendes Zeugnis des südbadischen Erzbergbaus. In den Jahren 1936 bis 1942 wurden hier die Eisensandsteine des Mittleren Jura (Braunjura) abgebaut. Der Eisengehalt des anstehenden Gesteins erwies sich mit ca. 20 % als nicht besonders ertragreich, sodass der Bergbau 1942 wieder eingestellt wurde.


ausgewählte Literatur:

Albiez, G. (1978): Eisenerzbergbau am Schönberg bei Freiburg/Breisgau, Badische Heimat, Freiburg, Bd. 2.

 

Die Nutzung von Weißem Jura als Baumaterial ist historisch belegt. Bereits die Römer verwendeten dieses Gestein zum Bau ihrer militärischen Wehr - und Befestigungsanlagen. Ein bekanntes Beispiel ist das römische Reiterkastell in Aalen. Die weißen Kalksteine des Oberen Jura dienen auch heute noch als Bausteine, inzwischen ist ihre Verwendung als Schottermaterial aber weitaus wichtiger.

Charakteristisch für den Braunen Jura (Mittlerer Jura) sind die bräunlichen Farben der angewitterten Gesteine. Sie sind auf Eisenführung, oft in Form von Ooiden (=kugelig-ovale Einschlüsse), zurückzuführen, die teilweise von wirtschaftlicher Bedeutung waren. Entsprechend wurde vielerorts wo Brauner Jura anstand, Bergbau mit anschließender Verhüttung bis in das 20. Jahrhundert hinein betrieben (z.B. in St. Georgen).

Der Betrieb heutiger Steinbrüche unterliegt umfassenden behördlichen Genehmigungsverfahren und weitreichenden Auflagen. Auch die Rekultivierung nach Beendigung des Abbaus ist in den meisten Fällen bereits detailliert geregelt, denn Rohstoffabbau bedeutet Bodenverlust. Durch eine standortgerechte Rekultivierung lässt sich der Schaden für den Naturhaushalt begrenzen. So kann z.B. gut durchwurzelbares und Wasser speicherndes Aushubmaterial, das ansonsten auf Deponien landen würde, für die Rekultivierung von Steinbrüchen eingesetzt werden. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, sollte das Bodenmaterial möglichst verdichtungsarm eingebaut werden.