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Jura
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Geotope im Jura
Steinernes Weib bei Wiesensteig (Ldkr. Göppingen)
(Element 1 von 31: Bild)
Bild: Steinernes Weib
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Das Steinerne Weib ist eine aus den Massenkalken des Weißen Jura herausgewitterte Felsnadel. Das einsturzgefährdete, bizarre Gebilde wurde bereits mehrfach saniert. Naturdenkmal.

Jura:
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Jura

 
Bild: Ammoniten
Ammoniten, Leitfossilien des Jura
(© LUBW, Autor: Linnenbach)

Die Bezeichnung stammt aus der Antike, Plinius der Ältere bezeichnete die Versteinerungen als Ammonshörner. Die Schalengrößen dieser fossilen Weichtiergruppe variieren stark. Die größten Schalen von Ammoniten der Art Pachydiscus seppenradensis, mit einem Durchmesser von rund 2 Metern, wurden bislang in der Westfälischen Bucht gefunden.

 
Bild: Heldenfinger Kliff
Heldenfinger Kliff bei Gerstetten (Ldkr. Heidenheim)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Das bekannte Heldenfinger Kliff ist die einzige Stelle auf der Schwäbischen Alb, an der die Nordküste des Burdigalmeeres (jungtertiäres Meer zwischen Alpen und Schwäbischer Alb) gut aufgeschlossen ist.

Infolge der Absenkung des südlichen Jura Festlandes (heutige Schwäbische Alb) drang vor ca. 25 Millionen Jahren ein Meeresarm des tertiären Molassemeer (heutiges Mittelmeer) nach Norden vor. Es überflutete die tieferliegenden Landschaftsteile der Alb und erzeugte dabei in den Brandungszonen ausgeprägte Kliff- bzw. Rifffelsen. Das Heldenfinger Kliff ist ein eindrucksvoller Rest aus dieser Zeit. An den Weißjura-Felsen sind heute noch die Spuren von Bohrmuscheln (Ordnung Myoida) und Bohrschwämmen erkennbar. Naturdenkmal

.

Die geologische Formation Jura ist nach dem Juragebirge benannt, das sich durch die Schweiz, über Frankreich bis nach Deutschland zieht. Erstmals findet sich der Begriff "Jura" in der Literatur bei Alexander von Humboldt im Jahr 1795, damals aber noch mehr im geografischem Sinn.

Die Jura-Formationen Südwestdeutschlands bestehen aus fossilreichen Ablagerungen, die in einem mäßig tiefen Schelfmeer mit Verbindungen zum Nordmeer, später zur neu entstandenen Tethys, einem Ozean im Bereich des heutigen Mittelmeeres, sedimentiert wurden. Die Gesamtmächtigkeit des Juras beträgt bei vollständiger Entwicklung ca. 600 bis 850 m. Der Jura wird nach der jeweils vorherrschenden Farbe des Gesteins in drei Gruppen eingeteilt:

  • Unterer Jura oder Schwarzer Jura (auch Schwarzjura, früher Lias)
  • Mittlerer Jura oder Brauner Jura (auch Braunjura, früher Dogger *),
  • Oberer Jura oder Weißer Jura (auch Weißjura, früher Malm *).

In der Quenstedt' schen Gliederung werden diese drei Hauptschichtstufen des Jura (Lias, Dogger, Malm) in jeweils 6 weitere Schichtstufen unterteilt.

Der Jura stellt die erste Blütezeit der Dinosaurier dar. Auch in Baden-Württemberg wurden Skelettreste von Dinosauriern aus der Jurazeit entdeckt. Der Urvogel Archaeopteryx wurde z. B. in den Gesteinsschichten des Oberen Jura gefunden. Er gilt als eines der bedeutenden Fossilfunde dieser geologischen Formation.

An höheren Pflanzen gab es hauptsächlich Nadelbäume (besonders Mammutbäume und Kiefern), Ginkos und Palmfarne.

Das Klima im Jura war ausgeglichen und warm, wie in der Trias befand sich kein festes Land in der Nähe der geographischen Pole.

Die Landschaftsregionen des Jura wurden zur Landschaft des Jahres 2005/2006 erklärt. Aus dem Karstgebiet des Weiß-Juras sind in Baden-Württemberg rund 2000 Höhlen bekannt.

 


*) Die Bezeichnungen für die Epochen (Dogger, Malm) stammen ursprünglich aus dem Sprachgebrauch der englischen Steinbruchindustrie.