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Schilfsandsteinbruch Jägerhaus
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Schilfsandsteinbruch Jägerhaus
Ehemalige Abbruchkante des stillgelegten Steinbruchs
(Element 1 von 9: Bild)
Bild: Steinbruch Jägerhaus (Stadt Heilbronn)
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Schilfsandsteinbruch Jägerhaus:
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Schilfsandsteinbruch Jägerhaus

 

Schilfsandsteinbruch Jägerhaus (Kreis Heilbronn)

 
Bild: Schilfsandsteinbruch Jägerhaus
Schilfsandsteinbruch Jägerhaus (Kreis Heilbronn)
(© KIT, Autor: C. Düpmeier)

Aufgelassene Wand im Schilfsandsteinbruch beim Jägerhaus (Kreis Heilbronn). Bedingt durch die geringe Zerklüftung und die massige Bankbildung war Schilfsandstein als Baumaterial sehr begehrt. Der Abbau am Jägerhaus soll bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen und weist das Gestein als begehrten Exportartikel („Heilbronner Sandstein“) aus.

Heute ist die Fläche Naturschutzgebiet und dient der Naherhohlung.


ausgewählte Literatur:

BAETZNER, Alfred (1991): Natursteinarbeiten im Garten- u. Landschaftsbau: Vorkommen der Gesteine, Bearbeitung und Verwendung. - 6., neubearb. Aufl., 200 S., 83 Abb.; Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart.

EGGERT, P. & HÜBNER, J.A. & PRIEM, J. & STEIN, V. & VOSSEN, K. & WETTIG, E. unter Mitarbeit von SCHRÖDER, N. & ZIMMER, R. (1986): Steine und Erden in der Bundesrepublik Deutschland - Lagerstätten, Produktion, Verbrauch. - Geol. Jb. D 82: 3 - 879, 17 Abb., 156 Tab.; Hannover.

WURSTER, Paul (1964): Geologie des Schilfsandsteins. - Mitt. Geol. Staats-Inst. Hamburg, Heft 33, Text, 140 S., 4 Taf.; Hamburg.

 
Bild: Schilfsandsteinbruch Jägerhaus (Kreis Heilbronn)
Schilfsandsteinbruch beim Jägerhaus, Betriebsanlagen im 19. Jh.
(© Stadtarchiv Heilbronn, Autor: G. v. Schmoller)

Steinbruch beim Jägerhaus, Aquarell Gustav von Schmoller (1856) aus dem Stadtarchiv Heilbronn. Im 19. Jh. waren die Heilbronner Schilfsandsteinbrüche die größten in Württemberg.

Der Schilfsandsteinbruch beim Jägerhaus liegt im Osten Heilbronns. Ein traditonsreicher Steinbruch, der bereits im Jahr 1460 erstmals urkundlich erwähnt wird. Mit einer aufgeschlossenen Mächtigkeit des Schilfsandsteins von über 20 m ist dieser große alte Steinbruch der bedeutendste seiner Art im Regierungsbezirk Stuttgart. Die Sande aus denen der Schilfsandstein entstand, wurden vor ca. 225 Millionen Jahren, in den Rinnen eines stark verzweigten Fluss-Systems abgelagert. Vorort wurden Schädelteile des Trematosauriers Hyperokynodon geborgen. Die zwei bis vier Meter langen Lurche lebten zu dieser Zeit im Mündungsbereich größerer Flüsse.

Bedingt durch die geringe Zerklüftung und die massige Bankbildung war der Schilfsandstein aus Heilbronn überall begehrt. Große Teile des Kölner Doms, Bildsäulen für das Heidelberger Schloss sowie zahlreiche Bahnhofsbauten in ganz Deutschland sind aus dem hiesigen Sandstein entstanden.

Der Höhepunkt des Gesteinsabbaus lag im letzten Viertel des 19. Jh. und in den zwanziger Jahren des 20. Jh. Mit Steinsägen, Bohrern und Seilen arbeiteten hier zeitweise mehrere hundert Menschen. Im Jahr 1968 wurde die Nutzung aufgegeben. Da keine Rekultivierungspläne vorlagen, überließ man den stillgelegten Steinbruch der natürlichen Sukzession. Die Wiederbewaldung der Abbauflächen begann mit Ahorn, Esche und Buche. Seit 1972 ist das ehemalige Steinbruchgelände als Naturschutzgebiet ausgewiesen und als Naherholungsgebiet erschlossen. Mehrere Infotafeln berichten dem Besuch über Entstehung des Gesteins sowie über die Historie des Steinbruchs. Eine Reihe von Vogelarten brütet im Gebiet bzw. nutzt den Lebensraum zur Nahrungsaufnahme. Im Bereich von tonigen, wasserstauenden Senken leben Bergmolch und Feuersalamander. Die heute noch sichtbaren, aufgeschlossenen Felsflächen besiedeln zahlreiche Flechten und Moose.