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Die Sandhausener Dünen
Südosthang der Pferdtriebsdüne
(Element 1 von 20: Bild)
Bild: Binnendünen Sandhausen
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Unsere Dünen- und Flugsandgebiete bieten einen einzigartigen Lebensraum für sehr seltene und gefährdete Tiere und Pflanzen. Deshalb wurden auch die bislang noch ungeschützten Flächen der offenen Binnendünen und Sandrasen durch das Biotopschutzgesetz, das am 1992 in Kraft trat, unter Schutz gestellt.

 


Ausgewählte Literatur:

 

BREUNIG, Th. & G. THIELMANN (1992): Binnendünen und Sandrasen.- Biotope in Baden-Württemberg (Hrsg. Umweltministerium Bad.-Württ.).- (1): 36 S.; Karlsruhe.

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Übersicht
 

Landschaftsgeschichte

 
Bild: NSG Sandhausen 10 (Rhein-Neckar-Kreis)
Sandhausener Düne - Teilfläche Pflege Schönau mit Sandrasen und Waldkiefern
(© Autor: LUBW)

Sandhausener Düne (hier: Teilfläche "Pflege Schönau") mit typischen Sandrasengesellschaften und Waldflächen aus Waldkiefer (Pinus sylvestris).

 
Bild: Hopfenlehrpfad Sandhausen (2)
Hopfenlehrpfad Sandhausen (Rhein-Neckar-Kreis)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Blick von der Sandhausener Düne auf die Hopfendemonstrationsanlage und den Hopfenlehrpfad der Gemeinde Sandhausen. Im Angedenken an die regionale Bedeutung des Hopfenanbaus in Nordbaden, wurde die Einrichtung 2004 als Informationsstätte für die Öffentlichtkeit installiert. Die Anlage befindet sich auf der östlichen Gemarkungsgrenze von Sandhausen zur Ortslage St. Ilgen, unmittelbar neben der L 598. Die Besichtigung ist kostenlos.

 
Bild: Spargelfeld bei Sandhausen (Rhein-Neckar-Kreis)
Spargelanbaufläche bei Sandhausen (Frühjahrsaspekt)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Frühjahrsaspekt (März) eines Spargelfelds bei Sandhausen (Rhein-Neckar-Kreis). In der anstehenden Parabraunerde aus Flugsand gedeihen Spargelpflanzen optimal.

Im Vordergrund liegen noch eingerollte Folienabdeckungen, die der bodennahen Wärmeregulierung des Spargelackers dienen. Diese Maßnahme beschleunigt den Austrieb des Spargels erheblich.

Westliche Winde wirbelten vor ca. 10.000 Jahren feinkörnige Partikel aus den Schotterflächen und Sandbänken des Rheins auf und lagerten sie in den Bereichen der heutigen Gemeinden Oftersheim, Sandhausen und Walldorf als Dünenkomplexe wieder ab. Es entstanden dadurch großflächige Flugsandfelder, die ursprünglich auch deutliche Wanderbewegungen zeigten. Da der Rhein aus seinem Einzugsgebieten überwiegend kalkhaltiges Material anspülte, waren auch die Flugsande der Dünen kalkhaltig zunächst geprägt. Dieser Kalkgehalt wurde im Laufe der Zeit durch die Niederschläge ausgewaschen.

Um ihre Weideflächen und Siedlungen vor größeren Sandverwehungen zu schützen, begannen die Menschen während des Mittelalters die Dünen mit genügsamen und tiefwurzelnden Gehölzen zu bepflanzen. In unseren Tagen sind die ehemaligen Flugsandfelder mit ausgedehnten Kiefernwäldern überdeckt. Die Wald-Kiefer (Pinus sylvestris) ist der charakteristische Waldbaum (Leitart) der baden-württembergischen Flugsandgebiete.

Mit dem Anbau von Tabak und Hopfen (Humulus lupulus) in der Mitte des 17. Jh., erwachte auch die landwirtschaftliche Nutzung der sandigen Böden in der Nördlichen Oberrheinebene. Die tiefgründigen lehmigen Sandböden (Parabraunerde) der Rhein-Neckar Region erwiesen sich als idealer Standort für diese Kulturpflanzen. So nahmen die Hopfenkulturen im Jahr 1850 um Sandhausen insgesamt 200 ha der Gemarkungsfläche ein. Während der Blütezeit des Hopfenanbaus, wurden hier jährlich ca. 3.000 Zentner (= 150 Tonnen) geerntet. Kurz vor dem ersten Weltkrieg sogar 4.000 Zentner.

Nach dem 2. Weltkrieg verringerten sich die Anbauflächen für Hopfen bei Walldorf und Sandhausen aufgrund des Nutzungswandels erheblich. Nicht zuletzt sorgte auch der mühevolle und personalintensive Arbeitsaufwand dafür, dass 1995 der Hopfenanbau bei Sandhausen vollständig eingestellt wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren gerade noch 8 ha unter Nutzung (heutiges Wohnbaugebiet "Große Mühllach"). Seit 2004 erinnert eine kleine Hopfendemonstrationsanlage mit angeschlossenem Lehrpfad an die einst wichtige landwirtschaftliche Einnahmequelle.

Die heutige Kulturlandschaft Sandhausens wird überwiegend durch den Anbau von Mais und Spargel geprägt