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Carl-Ludwig-See
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Carl-Ludwig- See einst und heute
Seebachschleuse am Alten Kraichbach
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Bild: Hockenheimer Rheinniederung (Rhein-Neckar-Kreis)
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Die 1842 erbaute Seebachschleuse westlich von Hockenheim. Bis auf die erneuerten Schleusenbretter befindet sich die Anlage noch im Originalzustand.

Carl-Ludwig-See:
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Übersicht
 

Vom See zur Wiese

 
Bild: Carl Ludwig See, Mathäuswiesen
Tonabbau in den Mathäuswiesen, Lorenbahn (Aufn. 1935)
(© Stadt Hockenheim, Autor: Grein)
 
Bild: Carl Ludwig See - Landschaftsbild
Carl-Ludwig-See - heutige Nutzung
(© LUBW, Autor: M Linnenbach)

Die Wiesen und Äcker des Carl-Ludwig-Sees bildeten bis zur Mitte des zurückliegenden Jahrhunderts eine wichtige Ernährungs- und Existenzgrundlage für die Landwirte aus den umliegenden Gemeinden. Die Nutzungsgeschichte dieser Fläche ist ein typisches Beispiel dafür, wie der Mensch im Laufe der Zeit eine Landschaft grundlegend umgestalten kann.

Während des Polnischen Erbfolgekrieges (1733-1753) eroberten die Franzosen die Festung Philipsburg. Um deren weiteres Vordringen in die Kurpfalz aufzuhalten, sprengte man sämtliche Stauwerke und Brücken rund um den Carl-Ludwig-See. Die Maßnahme half, der Hockenheimer Rheinbogen und die Ketscher Au standen komplett unter Wasser und waren somit für die französische Armee unpassierbar. Nach dem Abzug der Truppen ebneten die Hockenheimer zahlreiche Dämme und Uferanlagen ein, um ihre alten Gebietsansprüche auf das Gelände geltend zu machen. Nach langjährigen juristischen Auseinandersetzungen mit der kurfürstlichen Hofkammer wurden die ehemaligen Seeflächen fortan als Wässerwiesen und Viehweide genutzt. In den angrenzenden Mathäuswiesen fand zudem bis nach dem 2. Weltkrieg Tonabbau statt.

Im Jahr 1961 endet die Wiesenwässerung aufgrund hoher Belastungen von Kraich- und Hardtbach durch Düngemittel und häusliche Abwässer. Die Pflege der schmalen Gräben und kleinen Schleusen wird daraufhin weitgehend aufgegeben. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft beginnt. Mit der Flurneuordnung und dem Bau der Autobahn BAB 61 (Autobahndreieck Hockenheim) um 1980 verändert sich das Landschaftsbild im Bereich des Carl-Ludwig-See nochmals grundlegend. Mit der Unterschutzstellung vom 29.01.1990 endet der Flächenverbrauch in dieser historisch bedeutenden Kulturlandschaft. Künftige Eingriffe regelt nun der Naturschutz. Seit 2001 gehören die Flächen auch zum Natura 2000-Gebiet "Rheinniederung zwischen Mannheim und Philippsburg" (Gebietsnr.: 6617301).