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Talaue des Dießener Bachs
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Bild: Dießener Bach
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Der Dießener Bach westlich von Horb a. N. entspringt aus einer kräftig schüttenden Karstquelle. In der Talsohle sind Auenböden aus Auenlehm über Kalktuff verbreitet.
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Meldungen

21.02.2018 Siebtes Energiepolitisches Gespräch zur Umsetzung der Energiewende in Baden-Würt… mehr

20.02.2018 Think Tank „Industrielle Ressourcenstrategien“ feierlich eröffnet mehr

20.02.2018 Lagebericht Kommunales Abwasser 2017 veröffentlicht mehr

21.02.2018 20 Jahre Nachhaltigkeitsbüro: Global denken – lokal Handeln mehr

01.02.2018 Neue LUBW-Webseiten „Luft“: Ein Klick lohnt sich. mehr

Weitere Nachrichten

Pressemitteilungen des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Pressemitteilungen der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg

LGRB-Nachrichten

Seespiegel-Archiv: Gesamtindex

 
 

Willkommen beim Themenpark Umwelt

Bild: Kleines Schneeglöckchen, Februar
Kleines Schneeglöckchen (Galanthus nivalis), Blüten
(© M. Linnenbach)

Das Kleine Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) wird verbreitet als Zierpflanze in Gärten und Parks genutzt. Die Blütezeit reicht von Februar bis März. Alle Pflanzenteile, besonders die Zwiebel, enthalten giftige Wirkstoffe (Alkaloide). In Baden-Württemberg ist die Wildform inzwischen selten. Ursprüngliche Vorkommen existieren nur noch auf der Schwäbischen Alb sowie im Südosten des Schwarzwaldes. Die dortigen Vorkommen dort sind streng geschützt!

Das Internetportal Themenpark Umwelt ist Teil des Umweltinformationssystems Baden-Württemberg (UIS BW). Konzipiert und entwickelt von der LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB), dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und dem Regierungspräsidium Karlsruhe.

Mit einem Informationsangebot von derzeit ca. 3.000 Internetseiten möchte der Themenpark der interessierten Öffentlichkeit die Bedeutung der Umwelt in allgemein verständlicher aber fachlich fundierter Form aufzeigen. Die Internetpräsentation soll zwischen Mensch und Natur vermitteln, nicht zuletzt weil Natur und Landschaft durch ihre Ausprägung, Schönheit und Vielfalt grundlegende Sozialfunktionen erfüllen. Es lohnt sich also hineinzuschauen. Zur Orientierung werden die verschiedenen Zugänge hier kurz vorgestellt:

Der Zugang Unsere Umwelt präsentiert das Inventar an Bodenlandschaften, Geotopen, Mooren, Schutzgebieten sowie das BodenseeWeb.

In den Umweltthemen werden umweltpolitische Fragen zu Abfall als Ressource, Biologischer Vielfalt, Bodenschutz, Klimaschutz und Umweltbildung behandelt und beispielhafte Aktionen wie das Natura-TV präsentiert.

Die Umweltbeobachtung informiert über die Messnetze der landesweiten Bodendauerbeobachtung und über den Landschaftswandel in Baden-Württemberg.

Der Zugang Umwelt erleben führt zu Umwelterlebnisgebieten in Stadt- und Landkreisen. Auch Einrichtungen mit umweltgerechten Freizeitangeboten wie Naturschutzzentren, Freilichtmuseen und Lehrpfade werden hier gezeigt.

Aktuelle Themen


 

Winterfütterung heimischer Singvögel

 
Bild: Winterfütterung heimischer Singvögel
Blaumeise (Parus caeruleus) am Futterhäuschen
(© W. Detemple)

Blaumeisen kommen häufig in der Nähe des Menschen vor. Generell ist die Blaumeise ein Vogel des Flachlands, im Gebirge konzentrieren sich die Vorkommen weitgehend auf die Täler.

 
Bild: Rotkehlchen im Winter
Rotkehlchen (Erithacus rubecula)
(© M. Linnenbach)

Das Rotkehlchen (Erithacus rubecula) aus der Familie der Fliegenschnäpper. Es ernährt sich hauptsächlich von kleinen Insekten, kleinen Spinnen und Würmern. Im Winter nimmt es ergänzend auch Früchte und kleinere, dünnschalige Samen zu sich (sog. Weichfutter).

 
Bild: Dompfaff (2)
Dompfaff (Pyrrhula pyrrhula) - Männchen
(© privat, Autor: C. Ritter)

Der Dompfaff (Pyrrhula pyrrhula) wird im Volksmund auch als Gimpel angesprochen.

 
Bild: Kleiber (Sitta europaea)
Kleiber (Sitta europaea), Winterfütterung
(© M. Linnenbach)

Kleiber (Sitta europaea) - Vogel des Jahres 2006.
Im Winterhalbjahr nehmen Kleiber hauptsächlich Baumsamen, wie Bucheckern und Haselnüsse, zu sich.. Durch kräftiges Hämmern mit dem Schnabel werden Samen und Früchte geöffnet.  Dadurch kann sich auch mal die Schnabelspitze verformen, wie bei diesem Vogel.

 
Bild: Buchfink
Buchfink (Fringilla coelebs), Männchen
(© privat, Autor: C. Ritter)

Der Buchfink (Fringilla coelebs) ernährt sich überwiegend von Samen aller Art. Sein bevorzugter Lebensraum sind lichte Laub- und Mischwälder. Nur in strengen Wintern verläßt er den Schutz der Wälder und dringt in den besiedelten Bereich in Haus- und Naturgärten vor, um dort auf Nahrungssuche zu gehen.

Das Männchen trägt ein blaugraues Gefieder an Kopf und Nacken, die Unterseite ist braunrot gefärbt. Das Weibchen ist auf der Oberseite grünlich-braun, auf der Unterseite heller grau-braun, der Schnabel des Weibchens ist hellbraun.

 
Bild: Distelfink (Stieglitz)
Stieglitz (Carduelis carduelis), Vogel des Jahres 2016
(© C. Ritter)

Stieglitz (Carduelis carduelis) auch Distelfinf genannt. Der attraktiv gefärbte Vogel ist an Waldrändern, in Streuobstwiesen, in Feldgehölzen, in Heckenlandschaften und an Flussufern zu finden. Wenn Ruderalstandorte vorhanden sind, sucht er auch Kiesgruben, alte Gärten, Friedhöfe, Weinberge, Alleen und Parkflächen auf.

Stieglitze ernähren sich von halbreifen und reifen Samen von Stauden, Disteln und Gehölzen. Auch der wissenschaftliche Name "Carduelis" leitet sich von dem  lateinischen Begriff  "carduus = kratzig, Distel", seiner Lieblingsspeise, ab.

 
Bild: Kohlmeise
Kohlmeise (Parus major) am Meisenknödel
(© W. Detemple)

Kohlmeisen zählen zu den sog. Mischköstlern. Sie bevorzugen sowohl Weich- als auch Körnerfutter.

 
Bild: Weidenmeise
Weidenmeise (Poecile montana)
(© Autor: T. Dove)

Die Weidenmeise oder auch Mönchsmeise (Poecile montana, früher Parus montanus) genannt. Die Art brütet in Mischwäldern, Erlenbrüchen und anmoorige Flächen mit Weidenbeständen. Sie bevorzugt allgemein feuchte Gebiete mit morschen Gehölzen. Hier zimmert der Vogel oft eigene Bruthöhlen im Stamm abgestorbener Bäume.


Gefährdung

Rote Liste Baden-Württemberg Kategorie V - Vorwarnliste

Literatur:

Bauer, H.-G., Boschert, M., Förschler, I., Hölzinger, J., Kramer, M. & Mahler, U. (2016): Rote Liste und kommentiertes Verzeichnis der Brutvogelarten Baden-Württembergs. 6. Fassung, Stand 31.12.2013. Naturschutz-Praxis, Artenschutz 11.

 

 

 

 
Bild: Kernbeißer
Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes), Weibchen
(© Bernd Flicker)

Der Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) bevorzugt Laub- und Mischwälder sowie Streuobstwiesen oder Feldgehölze. Im Wald besiedelt er vor allem Iichte, hochstämmige Laubholzbestände. Optimale Biotope stellen Eichen-Ulmen-, Eichen-Hainbuchen und auch Eichen-Rotbuchen-Wälder dar. Gerne werden auch Obstwiesen in Waldnähe besiedelt. In Nadelwäldern dagegen kommt die Art nur selten vor. Die Hauptnahrung besteht, wie der kräftige Schnabel anzeigt, aus hartschaligen Samen und Nüssen. Auch hart gepanzerte Käfer werden häufig verzehrt.

In weiten Kreisen der Bevölkerung wird die Winterfütterung der Singvögel neben dem Aufhängen von Nistkästen als wichtiger Beitrag zum Vogelschutz betrachtet. 51% der Bundesbürger füttern Vögel gelegentlich, 28% sogar regelmäßig. Winterfütterung fördert zudem auch die Beziehungen der Menschen zur Natur und bietet eine Möglichkeit mit wildlebenden Tieren in Kontakt zu treten, sie kennen zu lernen und ihre Verhaltensweisen zu beobachten. Die pädagogische Wirkung der Winterfütterung auf Kinder durch Förderung des Verantwortungsbewusstseins gegenüber der einheimischen Tierwelt ist ebenso hoch einzuschätzen wie ihre beschäftigungstherapeutische Bedeutung.

Die Winterfütterung kann für einige Vogelarten ein Ausgleich für das im Winterhalbjahr eingeschränkte natürliche Nahrungsangebot sein. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung vermag die Winterfütterung zu zwei wichtigen Belangen des Vogelschutzes keinen wesentlichen Beitrag zu leisten: dem Artenschutz und der Hebung der Vogelbestände. Bei den von der Winterfütterung erreichten Arten handelt es sich fast durchweg um ausgesprochen häufige Arten, die nicht in ihrem Bestand bedroht sind.

Gerade weil Standvögel, die nicht wegziehen, dem Winter als hartem Selektionsfaktor ausgesetzt sind, liegt ihre Vermehrungsrate im Allgemeinen höher als bei den Zugvögeln. Hohe Winterverluste sind bei ihnen also »programmiert«. Die meisten Standvogelarten brüten in der Regel wenigstens zweimal, nicht selten auch dreimal (Grünfink, Goldammer, Amsel) oder gar viermal (Haussperling) im Jahr. Auch sind die Gelege relativ groß. Sie können beispielsweise bei Kohl- und Blaumeise bis zu einem Dutzend Eier umfassen. Dagegen haben die meisten einheimischen Zugvögel nur eine Brut im Jahr mit Gelegegrößen von durchschnittlich vier bis fünf Eiern. Bei geringer Wintersterblichkeit reagieren die Standvögel auf die damit verbundene erhöhte Bestandsdichte in der darauffolgenden Brutperiode mit geringeren Gelegegrößen.

Was ist bei der Winterfütterung zu beachten

Ein zu reichliches Futterangebot bei milden Wetterlagen im Winter bewirkt, dass der natürliche Ausleseprozess (Selektion) herabgesenkt wird. Auch suchen die Vögel nicht mehr so intensiv nach ihrem natürlichen Futter wie Wildkrautsämereien, Insekten oder Kleintiere.

Ungeeignetes Futter kann zu schweren Erkrankungen des Verdauungssystems führen, die auch tödlich ausgehen können. Insbesondere durch mangelnde Hygiene an den Futterstellen kann es zum Ausbruch von Seuchen kommen. Daran gehen nicht selten mehr Vögel zugrunde als an Hunger und strenger Kälte.

Grundsätzlich soll nur während der Wintermonate - etwa zwischen Anfang November und Mitte März - gefüttert werden und auch dann nur bei ausgesprochen strengen Wetterlagen, das heißt  bei Tagestemperaturen unter -5°C oder wenn durch Glatteis, Raureif oder Schnee die Vögel stark bei ihrer Nahrungssuche behindert werden.

Es ist günstig, die Tiers bereits im Spätherbst, vor dem Einsetzen des winterlichen Wetters, durch kleine Futtergaben an die Futterstelle zu gewöhnen. Bei übermäßiger Fütterung bei milden Wetterlagen begünstigt man die Seuchenverbreitung unter den Vögeln. Besonders ungünstig ist es, wenn die Fütterung bis in die Frühlingsmonate hinein ausgedehnt oder gar das ganze Jahr über stattfindet. Dann füttern die Vögel auch ihren Nachwuchs mit dem angebotenen Futter. Da jedoch bei den meisten Singvogelarten die Jungen für ihr Wachstum unbedingt tierisches Eiweiß benötigen und von den Elterntieren überwiegend oder ausschließlich mit Insekten, deren Larven und Puppen, Spinnen, Würmern und dergleichen gefüttert werden müssen, kann es dadurch zu schweren, oft tödlich endenden Entwicklungsschäden kommen.

Es sollte nach Möglichkeit frühmorgens und nachmittags, etwa zwei Stunden vor der einbrechenden Dämmerung, gefüttert werden. So haben die Tiere die Möglichkeit, sich vor Einbruch der langen Winternacht, die in Mitteleuropa bis zu 15 Stunden dauern kann, nochmals satt zu fressen.

Vogelarten bei der Fütterung

Die Vogelarten, die sich im Winter an den Futterstellen einfinden, lassen sich nach ihrer Ernährungsweise in zwei große Gruppen unterteilen: Körnerfresser und Weichfresser.

Bei Körnerfressern machen hartschalige Sämereien und Nüsse zumindest einen großen, oft sogar den überwiegenden Bestandteil der Nahrung aus. Typische Vertreter sind vor allem die Finkenvögel, Ammern und Sperlinge, deren kurze, dicke Schnäbel schon auf ihre Ernährungsweise als spezialisierte Samenknacker hindeuten. Doch auch Meisen, Kleiber und Spechte sind in der Lage, mit ihren harten Pfriemschnäbeln dickschalige Samenkörner aufzusprengen. Deshalb werden sie ebenfalls zu den Körnerfressern gezählt. Allerdings ernähren sich diese Vögel zumindest während der warmen Jahreshälfte überwiegend von Insekten. Ebenso werden Buchfink, Bergfink, Grünfink, Erlenzeisig, Stieglitz und Birkenzeisig zu den Samenknackern gezählt.

Körnerfuttergemische bestehen zu zwei Dritteln aus Sonnenblumenkernen, der Rest überwiegend aus Hanfkörnern. Beide Samenarten werden wegen ihres hohen Ölgehaltes von der überwiegenden Mehrzahl der körnerfressenden Vogelarten gerne angenommen. Je reichhaltiger das Futtergemisch, desto besser entspricht es den unterschiedlichen Geschmacksrichtungen der einzelnen Vogelarten. So bevorzugen beispielsweise Buch- und besonders Bergfinken Bucheckern, Dompfaffen die Samen von Ahorn, Esche, Großen Ampfer und Waldgeißbart, Goldammern mögen mehlhaltige Sämereien - vor allem Hafer, feinschnäblige Finkenarten wie Stieglitz oder Zeisig hingegen lieben feinkörnige Sämereien wie zum Beispiel Hirse, Mohn, Sommerrüben, Korbblütlersamen, Birken- und Erlensamen. Besondere Nahrungsspezialisten wie der extrem dickschnäblige Kernbeißer, aber auch Spechte, vermögen selbst Kirsch- und Pflaumenkerne aufzusprengen. Als besondere Leckerbissen für viele körnerfressende Vogelarten - vor allem für Meisen - gelten Walnussstücke und Piniensamen.

Einige der genannten Sämereien sind in käuflichen Waldvogelfuttermischungen enthalten. Ein gutes Waldvogelfuttergemisch ist im Normalfall völlig ausreichend. Viele Wildsämereien und Beeren kann man im Herbst auch selbst sammeln. Sonnenblumen lassen sich leicht heranziehen.

Im Fettfutter sind die Körner und Sämereien mit Rinder- oder Hammeltalg zu einer kompakten Masse vermischt, die sich speziell für Meisen, Kleiber und Spechte eignet. Bei den im Handel erhältlichen Fettfuttermischungen sollte man darauf achten, dass die Ware nicht überaltert ist, denn das darin befindliche Talggemisch wird mit der Zeit ranzig und unbekömmlich.

Zu den Weichfressern gehören sehr unterschiedliche Singvogelarten, deren Nahrung aus feinen Sämereien und vor allem tierischer Kost besteht. Nur wenige Arten, wie Amsel, Rotkehlchen und Star, sind häufige und regelmäßige Besucher der Futterstellen, vor allem in Stadtgebieten. Die meisten Arten kommen mehr oder weniger sporadisch und sind nur in oder nahe bei Waldgebieten zu erwarten, wie der Zaunkönig oder die Heckenbraunelle. Von den Spechten ist der Buntspecht der häufigste Gast. Eher nicht an Futterstellen zu sehen sind Singdrossel, Wacholderdrossel, Rotdrossel, Schwanzmeise, Gartenbaumläufer, Waidbaumläufer, Wintergoldhähnchen, Seidenschwanz und Haubenlerche.

Gelegentlich finden sich auch Rabenvögel an den Futterstellen der Weichfresser ein, vor allem die Elster, in Waldgebieten der Eichelhäher und in der Nadelwaldregion der Mittelgebirge der Tannenhäher. Rabenvögel sind Allesfresser, die alle Futtersorten und auch Fleisch annehmen. Daneben gibt es noch die sogenannten Mischköstler Kohlmeise, Blaumeise, Sumpfmeise, Weidenmeise, Tannenmeise, Haubenmeise, Kleiber, Buntspecht, Mittelspecht und Grauspecht. Diese Arten nehmen Körner- und Weichfutter an.

Verschiedene Beeren - auch im getrockneten Zustand - eignen sich: Holunder, Eberesche (»Vogelbeere«), Liguster, Mehlbeere, Schneeball, Efeu, Pfaffenhütchen, Weißdorn, Hagebutten und Rosinen. Haferflocken am besten, wenn sie im heißen Fett gewälzt wurden, zerquetschte Hanf-, Weizen- und Sonnenblumenkörner sowie ungesalzener gekochter Reis. Äpfel und Birnen, die sogar schon angefault sein können, sind bei Amseln und Wacholderdrosseln sehr beliebt. Sie sollten aber keinesfalls in kleine Stücke zerschnitten werden. Manche Weichfresserarten, wie Lerchen und Heckenbraunellen, nehmen auch gerne feine Sämereien wie Mohn-, Salat-, Wegerich-, Hirtentäschel- und Grassamen.

Ein Problem von Futtermischungen aus dem Handel ist, dass diese Mischungen Samen von allergieauslösenden Pflanzen enthalten können (z. B. Ambrosia artemisiifolia).

Die im Handel erhältlichen Weichfuttergemische enthalten normalerweise einen sehr hohen Anteil an tierischem Eiweiß in Form von getrockneten Krebsen und Insekten. Jedoch kann die Qualität sehr unterschiedlich sein. Nicht selten enthalten sie trotz der Bezeichnung »Insektenfresserfutter« überwiegend Weißbrotkrümel und Haferflocken und nur zum geringeren Teil tierische Bestandteile.

Tierisches Futter wie lebende Mehlwürmer oder getrocknete Ameisenpuppen ist zwar für die Weichfresser ein ganz besonderer Leckerbissen, jedoch erfrieren Mehlwürmer draußen sehr schnell. Auf Ameisenpuppen sollte aus Gründen des Artenschutzes lieber verzichtet werden. Ein sehr gut geeignetes Futter ist Fleischmehl.

Nur bei niederschlagsfreiem strengem Frostwetter, wenn die meisten offenen Wasserstellen zugefroren sind, können die Vögel unter Durst leiden. Normalerweise vermögen sie ihren im Winter ohnehin geringeren Flüssigkeitsbedarf aus Schnee, Tau oder Rauhreif sowie aus der Nahrung hinreichend zu decken. In aufgestellten Wasserschalen können sich leicht gefährliche Krankheitskeime vermehren. Unerfahrene, im städtischen Bereich lebende Vögel werden auch bei kaltem Wetter leicht dazu verleitet, ein Bad zu nehmen. Nasses Gefieder kann den Verlust der Flugfähigkeit zur Folge haben und die Wärmeisolation wird vermindert. Deshalb sollten Trinkwasserschalen soweit mit Kies aufgefüllt sein, dass keine Bademöglichkeit besteht.

Winterfuttergeräte und Futterplätze

Futtergeräte und Futterhäuser sollten in wind- und regengeschützter Lage aufgestellt oder angebracht werden. Auch sollten sie so konstruiert sind, dass das Futter nicht durch Schnee oder Regen nass werden kann. Als Zufluchtsorte bei Gefahr sollten Bäume und Sträucher im Umkreis von 1,5 bis 2 Meter für die Vögel erreichbar sein.

Eine häufige Reinigung der Futterhäuser ist unbedingt erforderlich, da mit Kot verschmutztes Futter schnell zum gefährlichen Seuchenherd werden kann. Die Gefahr einer Seuchenübertragung ist bei Futtergeräten zum Aufhängen beträchtlich reduziert. Durch herabgefallenes Futter besteht nur eine geringe Infektionsgefahr. Futtersilos aus Kunststoff sind leichter zu reinigen als Holzkonstruktionen, jedoch kann sich an ihren Innenwänden leicht Kondenswasser niederschlagen. Hölzerne Silogeräte haben sich besser bewährt.

Manche Feinschmecker unter den Vögeln suchen aus einem dargebotenen Körnergemisch nur eine bestimmte Körnersorte heraus. Dadurch wird viel Futter in die Umgebung zerstreut. Dies verhindern mehrere dicht beieinanderstehende Silos, die jeweils nur eine bestimmte Futtersorte anbieten.

Die überwiegende Mehrzahl der Weichfresser, aber auch manche Finkenvögel wie Buchfink, Bergfink und Goldammer, suchen ihre Nahrung bevorzugt am Boden. Eine gute Möglichkeit Kleintiere anzulocken ist es, im Herbst anfallendes Laub unter Sträucher und Hecken zu kehren oder Laubhaufen an windgeschützten Stellen zu errichten, damit sich dort Insekten einnisten können. Diese Stellen werden dann im Winter vom Schnee befreit und können von den Vögeln als Nahrungsquelle genutzt werden.

Als spezieller Bodenfutterplatz für Weichfresser eignet sich eine große umgelegte Holzkiste, deren eine Schmalseitenwand entfernt wird und deren obere Breitseitenwand eine Stütze erhält. Das Futter sollte in flachen Schalen angeboten werden, um auch hier einer Infektionsgefahr durch mit Kot verschmutztes Futter vorzubeugen.

Für die ganz kleinen Weichfresser - Wintergoldhähnchen, Baumläufer, Zaunkönige, Schwanzmeisen - eignen sich mit Futterbrei bestrichene abgebrochene Zweige, die mit einem 30 cm langen Draht an einem Ast befestigt, herabhängen und so für größere konkurrierende Vogelarten nicht erreichbar sind. Lebende Nadelbäume sollten allerdings nicht mit Futterbrei bestrichen werden, da dann die Nadeln leicht absterben.

Welche Maßnahmen helfen beim Auftreten einer Seuche?

Die Futterstelle wird geschlossen, der Platz darunter wird umgegraben und die Futtergeräte werden mit heißem Wasser gereinigt. Reinigungs- oder Desinfektionsmittel sollten möglichst nur in besonders schweren Fällen zu einsatzkommen, da etwaige Rückstände dieser Mittel das Futter leicht verderben können.

Da manche Salmonellenarten auch auf Menschen übertragbar sind, sollten kranke oder tote Vögel nach Möglichkeit nicht angefasst werden. Auf jeden Fall müssen aber später die Hände gewaschen werden. Eine erfolgreiche Behandlung seuchenkranker wildlebender Vögel ist ohnehin kaum möglich. Tote Tiere werden abseits vergraben. Bei einem Auftreten von Massensterben sollte das nächstgelegene Veterinäramt verständigt werden.

Die Winterfütterung anderer Vogelarten

Hühner- und Wasservögel, besonders aber Greifvögel und Eulen, geraten durch die Unbilden des Winters oftmals noch viel mehr in Bedrängnis als Singvögel. Bei ihnen kann es zu sehr hohen Verlusten kommen. Bei manche Arten dieser Gruppen leisten winterliche Hilfsmaßnahmen - im Gegensatz zur Singvogelfütterung - tatsächlich oftmals einen Beitrag zum Artenschutz (Beispiel Schleiereule). Solche Vorhaben sollten jedoch nur in enger Zusammenarbeit mit den Beauftragten für Naturschutz und den örtlichen Vogelschutzgruppen erfolgen.

Greifvögel, die in erster Linie andere Vögel schlagen, wie Sperber und Habicht, erfahren normalerweise durch den Winter wegen des vermehrten Angebotes an geschwächten Vögeln keine wesentlichen Beeinträchtigungen. Für ausgesprochene Mäusejäger, wie Turmfalken, Mäusebussarde, überwinternde Milane und auch Rauhfußbussarde (Wintergast) stellen extreme Wetterlagen, wie lang andauernde Frostperioden mit hoher geschlossener Schneedecke oder plötzliche Kälteeinbrüche mit Eisregen, durch das dadurch verminderte Nahrungsangebot bedrohliche Situationen dar. Eine wirksame Hilfe für Greifvögel ist das Anbringen von sogenannten Ansitzwarten an mäusereichen Stellen, zum Beispiel an südexponierten und somit schnell schneefrei werdenden Böschungen und Feldrainen. Neben Scheunen oder Mieten (Stapel von Getreidegarben, Stroh oder Heu) locken ausgestreute Dreschabfälle Mäuse als Beute für die Greifvögel an. Eine weitere Hilfe ist das Einrichten von sogenannten Luderplätzen, auf denen tote Kaninchen, Hasen und Fallwild, aber auch Muskelfleisch und Innereien aus der Metzgerei ausgelegt werden.

Als hochspezialisierte Mäusejäger, die im Gegensatz zu vielen Taggreifvögeln nur auf lebende Beutetiere ansprechen, sind die einheimischen Eulenarten (Schleiereule, Waldohreule, Sumpfohreule, Wald- und Steinkauz) im Winter oft besonders hart betroffen. Ihre Sterblichkeit kann beträchtliche Ausmaße annehmen. Besonders ungünstig sind hohe Schneelagen. Dann bleiben die Mäuse unter dem Schnee verborgen. Auch die Möglichkeiten - besonders für Schleiereulen - in Dorf- und Feldscheunen auf Mäusejagd zu gehen, sind sehr stark eingeschränkt, da die Einfluglöcher (»Eulenlöcher«) um Verschmutzungen zu verhindern, verschlossen wurden und diese bei neuen Scheunenbauten gar nicht mehr vorhanden sind. Eine Hilfsmaßnahme für Eulen ist, Mäuse anzulocken durch ausstreuen von Stroh.

Das Füttern der Wasservögel ist nur dann nötig, wenn in besonders strengen Wintern Seen und Flüsse zufrieren und auch die umliegenden Wiesen und Felder mit Schnee bedeckt sind. Da der Nahrungsbedarf vieler Wasservögel sehr hoch ist, muss in Extremfällen die Winterfütterung dann in großem Stil erfolgen. Enten, Gänse, Schwäne, Blaß- und Teichrallen füttert man mit Getreide, Hühnerfutter, Kleie, geschroteten Eicheln und gedämpften Kartoffeln, Rübenschnitzeln, Salatresten, Obstabfällen, als Zusatz auch Brotreste. Für Gänse ist besonders Hafer, für Schwäne eine Getreidemischung ein gut bewährtes Ersatzfutter. Die Winterfütterung der Fischfresser unter den Wasservögeln - Säger, Reiher, Taucher und Eisvögel - macht hingegen mehr Schwierigkeiten. Graureiher, Rohrdommeln und Eisvögel lassen sich nur mit kleinen lebenden Fischen füttern, die man in einem engmaschigen Korb ins Wasser hängt.

Auch für Hühnervögel wie Rebhühner und Fasanen kann bei langen Frost- und Schneeperioden auf freier Feldflur eine Futterstelle hilfreich sein, die am Boden gelegen und durch eine Überdachung vor Schnee, Wind und Regen geschützt sein muss.


 

Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald aktuell: Grube Marie in der Kohlbach, Geotop des Jahres 2017

 
Bild: Grube Marie bei Kohlbach, Geotop des Jahres 2017
Grube Marie in der Kohlbach, Tagstollen
(© M. Linnenbach)

Der beleuchtete Tagstollen des Blei- und Silberbergwerks "Grube Marie in der Kohlbach" ermöglicht auf seiner Besucherstrecke Einblicke in die tektonischen Abläufe während des Einbruchs des Oberrheingrabens vor 50 bis 20 Mio. Jahren.

 
Bild: Grube Marie in der Kohlbach, Geotop des Jahres 2017
Veranstaltung Geotop des Jahres 2017 an der Grube Marie bei Hohensachsen
(© M. Linnenbach)

Weinheim-Hohensachsen 17.09.2017 - Am Sonntag, den 17. September 2017, fand bundesweit der Tag des Geotops statt. Die Veranstaltung wurde federführend von der Fachsektion GEOTOP der Deutschen Geologischen Gesellschaft (DGG), gemeinsam mit der Akademie der Geowissenschaften zu Hannover (AGH) und der Paläontologischen Gesellschaft (PG) organisiert. Eingeladen waren Familien, Schüler und Jugendliche, Pädagogen und Natur-Interessierte zum Besuch von geologisch und erdgeschichtlich herausragenden Aufschlüssen, Höhlen, Besucherbergwerken, Landschaftsformen und Einzelbildungen.

Im Bereich des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald wurde an diesem Tag das seit 2008 bestehende Besucherbergwerk "Grube Marie in der Kohlbach" bei Hohensachsen (Rhein-Neckar-Kreis) als Geotop des Jahres 2017 ausgezeichnet. Die Grube zeigt beeindruckende erdgeschichtliche Einblicke in die Verwerfungsvorgänge des Oberrheingrabens sowie in die Arbeitswelt der Bergleute des 15. und 18. Jh., die unter großen Mühen hier Blei- und Silbererze schürften. Das Bergwerk kann von Mai bis September zu festgesetzten Terminen besichtigt werden (Infos unter Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald).

Was sind Geotope?

Geotope sind erdgeschichtliche Bildungen der unbelebten Natur, die Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde oder desLebens vermitteln. Sie umfassen Aufschlüsse von Gesteinen, Böden, Mineralien und Fossilien sowie einzelne Naturschöpfungen und natürliche Landschaftsteile. Als Dokumente der Erd- und Lebensgeschichte sind sie von besonderem Wert.

Die fachlichen Aufgaben der Erfassung und Bewertung von Geotopen sowie die Begründung von Vorschlägen für Schutz-, Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen für schutzwürdige Geotope werden in Baden-Württemberg vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) am Regierungspräsidium Freiburg wahrgenommen.


 

Moorschutz in Baden-Württemberg

Bild: Der Hochmoorschild im Wurzacher Ried
Hochmoorschild im Wurzacher Ried
(© Autor: LUBW)

Das Wurzacher Ried ist eines der bedeutendsten Moore Süddeutschlands. Seit 1989 ist das Naturschutzgebiet Wurzacher Ried mit dem Europadiplom des Europarates ausgezeichnet. Das Europadiplom ist ein Gütezeichen für Schutzgebiete, dem auf Grund wegen ihres hohen ökologischen, wissenschaftlichen und kulturellen Wertes eine besondere europäische Bedeutung zugesprochen wird.

08.09.2017 Umweltminister Franz Untersteller hat am 08. September 2017 die größte noch intakte Hochmoorfläche Mitteleuropas im Naturschutzgebiet Wurzacher Ried in Bad Wurzach (Landkreis Ravensburg) besucht. „Naturnahe Moore spielen sowohl für den Erhalt der biologischen Vielfalt als auch für den Klimaschutz eine herausragende Rolle", betonte der Minister.

Mit einer speziellen Moorschutzkonzeption wolle das Land die verbliebenen rund 45.000 Hektar Moorflächen in Baden-Württemberg dauerhaft sichern. Außerdem verfolge das Konzept das Ziel, noch regenrationsfähige Moore, die in der Vergangenheit aufgrund von Entwässerung und Torfabbau entwässert worden seien, wieder zu intakten Lebensräumen zu machen. „In den letzten fünf Jahren hat das Land hierfür mehr als 1.500 Maßnahmen mit insgesamt über 5 Millionen Euro finanziert oder gefördert", so Untersteller. Obwohl der Anteil der Moore nur knapp 1,3 Prozent der Landesfläche betrage, seien sie Lebensraum für viele seltene Tiere und Pflanzen, sagte der Naturschutzminister. „Naturnahe Moore leisten damit einen überproportionalen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt im Land."

Auch für den Klimaschutz seien Moore sehr wichtig, betonte Untersteller. „Moore binden in ihrem Torf etwa sechs Mal mehr Kohlenstoff wie entsprechend große Waldflächen." Weltweit sei rund ein Drittel des Kohlenstoffvorrats der Erde in ihnen gebunden. „Werden Moore zerstört und entwässert, setzt dies große Mengen an Treibhausgasen frei."

Weiter entziehen intakte Moore dem Stoffkreislauf Schad- und Nährstoffe oder sie wandeln diese in unbedenkliche Stoffe um und bauen sie ab. Außerdem tragen Moore dazu bei, die Grundwasserqualität zu erhalten. Der Schutz der Moore hat schließlich auch kultur- und landschaftshistorische Bedeutung, da sie zum Beispiel vor- und frühgeschichtliche Fundstätten sichern.

Im Wurzacher Ried befindet sich eines von insgesamt sechs Pilotgebieten der Moorschutzkonzeption des Landes. Das im Südwesten des Wurzacher Rieds gelegene Haidgauer Torfstichgebiet ist durch früheren industriellen Torfabbau in seinem Wasser- und Nährstoffhaushalt und damit auch in seinem Artenbestand beeinträchtigt. Es umfasst 77 Hektar und ist charakterisiert durch tiefe Torfstiche, vorentwässerte Torfrücken und steile, bis zu vier Meter hohe Torfstichkanten.

Ergänzende Informationen

Im Rahmen der Moorschutzkonzeption des Landes werden insgesamt sechs Modellprojekte zur Moorrenaturierung durchgeführt: die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg (FVA) betreut drei Pilotgebiete im Wald (Saßweiher, Brunnenholzried und Steinacher Ried), die LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz in Karlsruhe betreut drei Pilotgebiete im Offenland (Wurzacher Ried, Gradnausbruch, Ibacher Fohrenmoos).


 

Wirtschaftsstaatsekretärin Schütz startet viertägige Denkmalreise durchs Land

 
Bild: Römerstrasse, Ladenburg (Aufn. August 2010)
Ladenburg, freigelegte Reste der Römerstrasse
(© C. Ritter)

Ladenburg war eine der bedeutendsten römischen Metropolen mit repräsentativen und reich ausgestatteten Großbauten wie Forum und Basilika. Die im 1. Jh. n. Chr. von den Römern erbaute Straße (via militaris) führte von Ladenburg ausgehend in östlicher Richtung über Heidelberg-Neuenheim und Neckargemünd-Wiesenbach, vorbei an Lobenfeld und Spechbach bis nach Neckarburken an den Limes. Die freigelegtenPflastersteine der ehemaligen Hauptverkehrsstraße lagerten über Jahrhunderte unter dem Hochflutlehmboden des Neckars und des Kandelbachs.

 
Bild: Federseemuseum, Moordorf, UNESCO
Bad Buchau, rekonstruiertes prähistorisches Moordorf am Federsee
(© GNU FDL, Autor: M. Linnenbach)

Inmitten der faszinierenden Moorlandschaft bietet das Federseemuseum im Freigelände zwölf rekonstruierte Häuser aus der stein- und bronzezeitlichen* Epoche, die vom Besucher auch von innen besichtigt werden dürfen. Seit der Entdeckung der Moordörfer im Jahr 1875, zählt der oberschwäbische Federsee zu den bedeutendsten archäologischen Fundlandschaften. Im Juni 2011 hat die UNESCO die prähistorischen Stätten gemeinsam mit den Pfahlbauten am Bodensee als Weltkulturerbe anerkannt.


* Die Bronzezeit umfasst in Mitteleuropa den Zeitraum von 2200 v. Chr. bis 800 v. Chr.

ausgewählte Literatur:

Friedemann Schrenk, Timothy G. Bromage & Henrik Kaessmann (2002): Die Frühzeit des Menschen: Zurück zu den Wurzeln. Biologie in unserer Zeit 32 (6), S. 352 - 359.

Ladenburger, G. (1988): Ur‑ und Frühgeschichte des Federseeraumes.‑ In: Bad Buchau und der Federsee ‑ im Herzen Oberschwabens (Ed. R. German et al.), 74‑86 (2. Aufl.); Bad Buchau (Federsee‑Verlag).

05.09.2017 Auf einer viertägigen Denkmalreise durch die vier Regierungsbezirke des Landes wirbt Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz für die wertvolle Arbeit der Denkmalpflege. Die Tour startet im Regierungsbezirk Stuttgart bei den Mithrastempeln. „Die Denkmalpflege verdient unsere große Anerkennung. Unsere reiche Denkmallandschaft in Baden-Württemberg stiftet kulturelle Identität. Ich freue mich auf den Austausch über die vielfältigen Denkmale und die notwendigen Maßnahmen zum Erhalt des kulturellen Erbes. Immerhin gibt es im Land mehr als 90.000 Bau- und Kunstdenkmale und über 60.000 archäologische Denkmale", sagte Staatssekretärin Schütz.

Vier Regierungsbezirke in vier Tagen

Die Tour startet am ersten Tag im Regierungsbezirk Stuttgart bei den Mithrastempeln, die bei Grabungen in Güglingen entdeckt wurden, und führt weiter zum Blauen Turm in Bad Wimpfen, zum Abteigarten des Klosters Bronnbach und zur Evangelischen Hospitalkirche in der Landeshauptstadt Stuttgart. Am zweiten Tag ihrer Denkmalreise besucht Staatssekretärin Schütz im Regierungsbezirk Karlsruhe das Melanchthonhaus in Bretten - ein prachtvoller Sandsteinbau an der Stelle des Hauses, in dem der Reformator Philipp Melanchthon geboren wurde - sowie das nach dem Humanisten Johannes Reuchlin benannte Reuchlinhaus in Pforzheim. Am dritten Tag stehen im Regierungsbezirk Tübingen unter anderem das Ulmer Münster und der einzigartige und bisher weitgehend unbekannte Reformatoren-Fensterzyklus in Ravensburg auf dem Plan. Zum Abschluss besucht Schütz am vierten Tag im Regierungsbezirk Freiburg die ehemalige Pulverfabrik in Rottweil und Schloss Munzingen. In LOPODUNUM im römischen Ladenburg am 6. September 2017 und im Federseegebiet im Landkreis Biberach am 7. September 2017 wird sich Staatssekretärin Schütz vor allem über die erfolgreichen archäologischen Grabungen mit ihren dort gemachten einzigartigen Funden und Erkenntnissen informieren.

Der bundesweit veranstaltete Denkmaltag am 10. September 2017 steht in diesem Jahr unter dem Motto „Macht und Pracht". Dieses Motto greife die diesjährige Denkmalreise auf und stelle im Jubiläumsjahr auch das Thema Reformation in den Mittelpunkt, berichtete die Staatssekretärin. Reisestationen zum Thema „Macht und Pracht" sind insbesondere das erst nach der Reformation vollendete Ulmer Münster, die Festungsruine der Hochburg bei Emmendingen und das Katholische Münster St. Stephan mit seinen beiden die Stadtsilhouette prägenden Türmen.

„Wir wollen mit der Denkmalreise auch zeigen, welche Chancen Denkmale bieten können", sagte Schütz. Das heute Wohnzwecken dienende Schloss Königsbach und die für gewerbliche Ansiedlungen geöffnete ehemalige Pulverfabrik in Rottweil stehen zugleich beispielhaft für eine gewinnbringende Umnutzung erhaltener Denkmale.

Denkmalwoche startet am 9. September 2017

„Wir freuen uns, wenn die Denkmalreise dazu beitragen kann, dass Denkmale, die Maßnahmen zu ihrem Erhalt und die Vermittlung ihrer Geschichte auch über die Denkmalwoche hinaus in den Blick genommen werden. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau und das Landesamt für Denkmalpflege unterstützen den Einsatz für unsere Kulturdenkmale mit Beratung und Förderung. Im Jahr 2016 konnte mit dem Denkmalförderprogramm der Erhalt von 341 Kulturdenkmalen mit rund 14 Millionen Euro gefördert werden," so Schütz.

Die Denkmalreise ist der Auftakt in eine Denkmalwoche, an deren Ende der Tag des offenen Denkmals alle Bürger einlädt, auch die sonst nicht zugänglichen Denkmale zu besichtigen und sich von der hervorragenden Arbeit der Denkmalpflege ein Bild zu machen. Die offizielle Eröffnungsveranstaltung mit anschließender Nacht des offenen Denkmals findet am 9. September 2017 um 14 Uhr in der St. Michaelskirche in Schwäbisch Hall statt.

Programm der Denkmalreise 2017 (PDF)


 

Erfolg für die Kleine Wasserkraft, Förderung durch das Land wieder möglich

Bild: Die Appenmühle in Daxlanden
Appenmühle in Karlsruhe-Daxlanden, einst Getreidemühle heute Energieerzeuger
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Das moderne Laufwasserkraftwerk der Stadtwerke Karlsruhe versorgt heute ca. 80 Haushalte mit elektrischer Energie. Mit einer Leistung von ca. 40 KW zählt die Appenmühle zu den sog. Kleinkraftwerken.

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10.08.2017 Umweltminister Franz Untersteller: „Das zähe Ringen mit der EU und dem Bund hat sich gelohnt. Ich bin froh, dass wir den Ausbau und die Modernisierung der klimafreundlichen Wasserkraft wieder finanziell unterstützen können."

Das Förderprogramm des baden-württembergischen Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft zur technischen und ökologischen Modernisierung der kleinen Wasserkraft musste im September 2014 eingestellt werden. Grund war eine Entscheidung der EU-Kommission, die in der Investitionsförderung und dem EEG eine unzulässige Doppelförderung sah. Nun feiert das Förderprogramm sein Comeback. Das Umweltministerium hat ein Konzept erarbeitet, das an die europarechtlichen Vorgaben angepasst wurde.

„Das zähe Ringen und die langwierigen Gespräche mit dem Bund und der EU haben sich gelohnt," sagte Umweltminister Franz Untersteller heute (10.08.) anlässlich der Veröffentlichung der neuen Fördergrundsätze. „Ich bin froh, dass wir den Ausbau der kleinen Wasserkraft künftig wieder mit Landesmitteln unterstützen können." Grundsätzlich schone die Stromerzeugung aus Wasserkraft das Klima. Wenn damit gleichzeitig die Durchgängigkeit des Gewässers hergestellt werde, verbesserten die Maßnahmen aber auch die Ökologie, erläuterte Untersteller.

Ab sofort kann für die Modernisierung bestehender Anlagen mit einer Leistung von mindestens 100 Kilowatt eine Zuwendung beantragt werden. Fördermittel stehen außerdem für die Revitalisierung bestehender, aber momentan nicht im Betrieb befindlicher Anlagen ab dieser elektrischen Leistung zur Verfügung. Maßnahmen an Anlagen mit einer Leistung ab 40 Kilowatt sind förderfähig, sofern sie bei der Einstellung des Förderprogramms vor drei Jahren bewilligungsreif und bei den zuständigen Stellen aktenkundig waren. Je Maßnahme kann das Land einen Zuschuss von maximal 200.000 € gewähren.

Ergänzende Informationen

Mit etwa acht Prozent steuern die landesweit etwa 1.700 aktiven Wasserkraftanlagen nach der Photovoltaik den zweitgrößten Anteil an erneuerbarem Strom zur Bruttostromerzeugung in Baden-Württemberg bei. Hiervon entfällt auf die 65 Anlagen der „großen Wasserkraft" mit einer Leistung ab einem Megawatt ein Anteil von etwa 90 Prozent, die restlichen rund 10 Prozent werden von der sogenannten „kleinen Wasserkraft" erzeugt. Da im Rahmen der Wasserkraftnutzung direkt in die Gewässer eingegriffen wird, können insbesondere bei der Nutzung der kleinen Wasserkraft Konfliktbereiche mit der Gewässerökologie und der Fischerei entstehen.

Aufgabe aus Sicht des Landes ist es, die beiden Zielsetzungen „Ausbau der erneuerbaren Energien" einerseits und „gewässerökologische Verbesserungen im Sinne der Wasserrahmenrichtlinie" andererseits so weit wie möglich in Einklang zu bringen.

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Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen

 
Bild: Vogelherdhöhle - Eingang
Vogelherdhöhle im Lonetal
(© C. Düpmeier)

Die ca. 40 m lange Höhle bei Niederstotzingen-Stetten liegt an einem ehemaligen Umlaufberg der Lone.Die prägenden Gesteinformationen bestehen aus Massenkalken des Weißen Jura. Entdeckt wird sie im Jahr 1931 durch den Heidenheimer Heimatforscher Hermann Mohn. Bis dahin war die Höhle vollständig bedeckt mit Jurakieseln, Schlamm und Bodensubstrat (Humus).

Die Vogelherdhöhle wurde wohl über längere Zeiträume von eiszeitlichen Jägern bewohnt. Belegt ist dies durch die archäologisch wertvollen Funde wie die Elfenbeinschitzereien (Höhlenlöwe, Wildpferd, Mammut).

 
Bild: Höhlenlöwe, Figurine
Höhlenlöwe, eiszeitliche Figurine aus der Vogelherdhöhle bei Stetten o.d. Lone
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Der Höhlenlöwe (Replik), eine Figurine aus der Vogelherdhöhle bei Stetten o.d. Lone (Ldkr. Heidenheim). Die Flanken des kleinen Kunstwerks aus Elfenbein tragen auffällige Verzierungen mit Kerbkreuzen.

Das Original befindet sich im Museum Schloss Hohentübingen in Tübingen.

  • Länge: 5,6 cm
  • Alter: ca. 35.000 Jahre

 09.07.2017 Das Welterbekomitee hat die Höhlen der ältesten Eiszeitkunst auf der Schwäbischen Alb in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Die Auszeichnung sei eine große Ehre und zugleich Verpflichtung für Baden-Württemberg, dieses kulturelle Erbe der Menschheit zu erhalten und sich weiterhin mit ihm zu beschäftigen, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

„Die einzigartigen Fundstätten auf der Schwäbischen Alb zeigen, dass die Wiege der Kunst und der Musik im Ach- und Lonetal zu finden ist. Von dort stammen Nachweise der ersten menschlichen Versuche, Tiere und Menschen figürlich darzustellen und sogar Musikinstrumente zu erschaffen. Dies stellte einen kulturellen Durchbruch und Fortschritt sondergleichen dar", so Ministerpräsident Winfried Kretschmann anlässlich der Entscheidung des Welterbekomitees, die Höhlen der ältesten Eiszeitkunst auf der Schwäbischen Alb in die Welterbeliste der UNESCO aufzunehmen. „Die Auszeichnung ist eine große Ehre und zugleich Verpflichtung für Baden-Württemberg, dieses kulturelle Erbe der Menschheit zu erhalten und sich weiterhin mit ihm zu beschäftigen."

Einzigartig, faszinierend und von überragender Bedeutung

„Unsere nunmehr sechste Welterbestätte - die Höhlen der ältesten Eiszeitkunst auf der Schwäbischen Alb - repräsentiert die kulturelle Vielfalt und Geschichte Baden-Württembergs. Sie ist einzigartig, faszinierend und von überragender Bedeutung. Dieses Erbe gilt es zu schützen und für nachfolgende Generationen zu bewahren", zeigte sich Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut nach der Bekanntgabe der Entscheidung des Welterbekomitees hoch erfreut. Es sei beeindruckend, dass Menschen auf der Schwäbischen Alb vor etwa 40.000 Jahren erste Kunstwerke und Musikinstrumente schufen, die auch heute noch die Menschen in ihren Bann ziehen, so die Ministerin weiter. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau hat als Oberste Denkmalschutzbehörde des Landes das Antragverfahren über mehrere Jahre hinweg begleitet.

„Baden-Württemberg bekommt mit den Höhlen nicht nur seine dritte archäologische Welterbestätte. Es ist auch die erste aus einer Zeit, als noch Jäger und Sammler durch das Land zogen und Rentiere auf der Schwäbischen Alb gejagt wurden", so der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart Professor Dr. Claus Wolf.

Kultureller Durchbruch und Fortschritt sondergleichen

Lone- und Achtal stellen wegen ihrer einzigartigen Konzentration von altstein-zeitlichen Fundplätzen außergewöhnliche Fundlandschaften eiszeitlicher Jäger und Sammler dar. Die Region war nachweislich ein zentrales Siedlungsareal der frühesten modernen Menschen in Europa. In Höhlen, die in den beiden Tälern liegen, wurden die bislang ältesten figürlichen Kunstobjekte und Musikinstrumente der Menschheit entdeckt. Es handelt sich um wenige Zentimeter große Elfenbeinschnitzereien, die Menschen und Tiere der Eiszeit sowie Mischwesen aus Mensch und Tier darstellen. Die ältesten Musikinstrumente der Welt liegen in Form von Flöten aus Vogelknochen und Mammutelfenbein vor. Zudem stammen aus den Höhlen Schmuckgegenstände wie Elfenbeinperlen und durchlochte Tierzahnanhänger. Die etwa 40.000 Jahre alten Funde wurden in den Fundstellen Geißenklösterle, Hohle Fels und Sirgenstein im Achtal sowie Vogelherdhöhle, Hohlenstein Stadel-Höhle und Bocksteinhöhle im Lonetal entdeckt.

Aufgrund ihres außergewöhnlichen universellen Wertes für die Menschheitsgeschichte hatte sich das Land Baden-Württemberg bereits 2009 entschieden, eine Eintragung der Tallandschaften mit den Höhlenfundstellen in die UNESCO-Welterbeliste zu verfolgen. Nach umfangreichen Vorarbeiten wurden sie 2014 im Rahmen eines Evaluierungsverfahrens durch ein internationales Expertengremium auf Platz 1 der deutschen Tentativliste gesetzt. Auf dieser Liste sind die Anträge verzeichnet, die von der Bundesrepublik Deutschland für die Eintragung in die Welterbeliste zur Nominierung vorgesehen sind.

Das 900 Seiten umfassende Antragsdossier wurde vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart in enger Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg erstellt. Anfang 2016 hat die Bundesrepublik Deutschland den Antrag offiziell bei der UNESCO eingereicht. Die Entscheidung über die Einschreibung der Höhlen und ihrer Umgebungslandschaft in die Welterbeliste erfolgte auf der 41. Sitzung des Welterbekomitees der UNESCO, die vom 2. bis 12. Juli 2017 in Krakau stattfindet. Das Welterbekomitee, dem insgesamt 21 Staaten angehören, behandelt in der aktuellen Sitzung 33 Nominierungen aus der ganzen Welt.


 

Artensterben bedroht unsere Lebensgrundlagen

Artensterben bedroht unsere Lebensgrundlagen
(© Regierung BW)

21.06.2017 Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist eine Menschheitsaufgabe. Mit dem fortschreitenden Artensterben riskiert der Mensch nicht weniger als seine Existenzgrundlage. In der aktuellen Debatte im Landtag hielt Ministerpräsident Winfried Kretschmann ein leidenschaftliches Plädoyer für den Artenschutz.

Baden-Württemberg ist ein schönes Land mit einzigartiger Landschaft und wunderschöner Natur. Die Natur- und Kulturlandschaften des Landes sind Lebensraum für schätzungsweise 50.000 Tier- und Pflanzenarten.

Biologische Vielfalt ist echte Menschheitsaufgabe
Weltweit beobachten Naturschützer allerdings seit einigen Jahren einen dramatischen Artenschwund in besorgniserregender Geschwindigkeit. Diese Entwicklung macht auch vor Baden-Württemberg nicht halt: Mittlerweile gelten etwa 40 Prozent der hier wildlebenden Tier- und Pflanzenarten als gefährdet. „Am deutlichsten wird das bei den Insekten. In unseren Gärten, in den Wäldern und auf den Wiesen - dort, wo es normalerweise summt und brummt - zieht Stille ein", so Ministerpräsident Winfried Kretschmann in der aktuellen Landtagsdebatte zum Thema Biodiversität.

Weniger Schmetterlinge, 39 ausgestorbene Wildbienenarten und halb so viele Vögel in Deutschland wie vor 30 Jahren seien der Anfang eines Dominoeffekts mit dramatischen Folgen. Denn mit jeder Pflanze und jedem Tier, das verschwindet, werde die Stabilität und Tragfähigkeit unseres Ökosystems geschwächt. „Wir sägen damit am Ast, auf dem wir sitzen", mahnt Kretschmann. „Denn wir können die Welternährung nicht ohne vielfältige und artenreiche Lebensräume und Artengemeinschaften sicherstellen." Biologische Vielfalt und Artenschutz seien keine grüne Spielwiese, sondern „ein fundamentales Menschheitsthema echte Menschheitsaufgabe", so der Ministerpräsident. Die Landesregierung nehme diese Aufgabe darum sehr ernst. „Das ist eine Mammutaufgabe und die packen wir entschlossen an. Meine Landesregierung hat also ein klares Ziel: ,Wir wollen erhalten, was uns erhält.‘"

Erhalt der Biodiversität ist existenzielle Frage
Neben einer moralischen Verpflichtung, Tier- und Pflanzenarten nicht einfach aussterben zu lassen, sieht Ministerpräsident Kretschmann beim Thema Biodiversität eine existenzielle Frage. „Die biologische Vielfalt ist eine Lebensversicherung für uns und zukünftige Generationen", so Kretschmann. Ohne fruchtbare Böden, ohne die Bestäubung von Pflanzen durch Insekten, ohne den Erhalt der Artenvielfalt sei die Ernährung nicht mehr gesichert und der Mensch würde seine Lebensgrundlage zerstören.

Ökonomische Leistung der Natur enorm
Die Natur erbringt große ökonomische Leistungen für die Gesellschaft, ohne sie in Rechnung zu stellen. Forscher beziffern beispielsweise den Wert der Bestäubungsleistungen von Kulturpflanzen durch Insekten allein in Europa auf über 20 Milliarden Euro. Auch in Hinblick auf den Tourismus ist Naturschutz ökonomisch sinnvoll. In Baden-Württemberg liefert der Tourismus über 330.000 Arbeitsplätze und eine Wertschöpfung von fast zehn Milliarden Euro im Jahr. „Eine intakte, vielfältige und reiche Natur ist durchaus auch ein echter Wirtschaftsfaktor", erklärt der Ministerpräsident. Naturschutz sei aber noch mehr. „Naturschutz ist auch die Pflege unserer Heimat. Und hat damit eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung", führt Kretschmann weiter aus. Naturschutz sei deshalb immer auch Heimatschutz und trage zum Zusammenhalt der Gesellschaft bei.

Zahlreiche Maßnahmen zum Schutz der Natur
Die Landesregierung setzt sich mit zahlreichen Maßnahmen für den Naturschutz ein. Sie investiere aktuell so viel Geld in den Naturschutz wie nie zuvor. Baden-Württemberg habe außerdem die modernste Naturschutzstrategie in Deutschland, zählt Kretschmann auf. „Sie reicht vom Moorschutzprogramm bis zur Pflege der Streuobstwiesen. Wir setzen dieses ehrgeizige Arbeitsprogramm um." Der Nationalpark im Nordschwarzwald sei ein Meilenstein für die Artenvielfalt und dass die UNESCO das Biosphärengebiet Schwarzwald offiziell anerkannt habe, spricht für die hohe Qualität der Maßnahmen des Landes im Bereich des Naturschutzes.

Das Artensterben sei ein stiller und schleichender Prozess, erinnerte Kretschmann, den man nicht immer ohne weiteres bemerke. „Er macht in der Regel keine großen Schlagzeilen." Nur weil es aber nicht in den Schlagzeilen stehe, sei es aber nicht weniger relevant, drängend oder existentiell. „Im Gegenteil: Gelingt es uns nicht wirkungsvoll gegenzusteuern, dann werden unser Planet und unsere Zivilisation nicht mehr die sein, die wir kennen", hob Kretschmann die Dringlichkeit des Handelns hervor.


 

Landesinitiative ''Unser Neckar'' - Kiesbank für die Ilvesheimer Altneckarschleife

Bild: Altneckarschleife
Ilvesheimer Altneckarschleife zwischen Neckarhausen und Mannheim-Seckenheim
(© A. Wolf)

Der naturnahe Landschaftsteil des Unteren Neckars, die Ilvesheimer Altneckarschleife, auch Ilvesheimer Schleife genannt, besitzt noch einen ausgeprägten Prall- und Gleithang. Schotter- und Sandbänke zeugen von der Fließdynamik des Neckars. Die Sedimente sind quartären Ursprungs. Wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere, insbesondere für Vogelarten als Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet.

Karlsruhe 01.06.2017 Die Ilvesheimer Altneckarschleife soll nahe der Seckenheimer Brücke durch eine neue Kiesbank als Lebensraum für Fische und Kleinlebewesen aufgewertet und für die Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Dafür hat das Referat Gewässer und Boden des Regierungspräsidiums Karlsruhe die Vorplanung zur Schaffung von Unterwasserkieslebensräumen vergeben. Im Sommer können die trockenen Bereiche als Zugang zum Altneckar dienen, was die Kiesbänke im angrenzenden Naturschutzgebiet vom hohen Besucherdruck entlasten würde.

Ziel der Vorplanung ist die Erarbeitung eines Konzeptes für die genannte Maßnahme einschließlich der Untersuchung und Bewertung von Varianten auf Grund der vorliegenden fachlichen Anforderungen. Dabei wird auch die Hochwasserstabilität und Hochwasserneutralität berücksichtigt. Hierzu stellt das Land in Vorleistung für die spätere Umsetzung durch Dritte Finanzmittel in Höhe von rund 45.000 Euro im Rahmen der Landesinitiative „Unser Neckar" bereit.

Die Mutterbettstrecke in der Ilvesheimer Neckarschleife ist eine der wenigen Gewässerabschnitte des unteren Neckars, in der das Wasser noch ungestaut fließt. Daher ist dies ein besonderer Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Der Unterlauf des Neckars zwischen Mannheim und Bad Wimpfen weist dagegen vor allem in den Staustufen gewässerökologische Defizite auf. Diese sind unter anderem auf die mangelnde Durchwanderbarkeit für Gewässerorganismen sowie die naturferne Gewässerstruktur des Neckars mit fehlenden Laichmöglichkeiten für Fische und einem Mangel an Jungfischhabitaten zurückzuführen. Die Staustufen verhindern darüber hinaus die natürliche Nachlieferung von Kies in die Altneckarstrecke, der dort als wichtige Lebensgrundlage fehlt.

Die Schaffung von Kieslebensräumen für Laich- und Jungfische durch Schüttung einer Kiesinsel im Uferbereich oberhalb der Seckenheimer Neckarbrücke dient der gewässerökologischen Verbesserung des Neckars. Vor allem strömungsliebende Fische wie Barbe und Nase sollen in den überströmten Bereichen der Kiesbank Lebens- und Fortpflanzungsräume finden. Die Laichzeit der Fische im Altneckar ist im Frühjahr. Daher könnte in der Regel ohne größeren Nutzungskonflikt die oberhalb der Wasserlinie gelegenen trockenen Kiesanteile der Insel als Neckarzugang für die Ilvesheimer Bevölkerung in der warmen Jahreszeit genutzt werden. Mit den Ergebnissen der Vorplanung und einer ungefähren Kostenschätzung für das Vorhaben ist im Herbst des Jahres zu rechnen. Als möglicher Maßnahmenträger für die anschließende Umsetzung des Projektes kommt die Gemeinde Ilvesheim in Betracht. Erste Gespräche mit Vertretern der Kommune und dem Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim wurden bereits geführt. Nach Erarbeitung möglicher Planungsvarianten ist vorgesehen, Umweltverbände und betroffene Akteure am Neckar frühzeitig einzubeziehen.

Ergänzende Informationen

In den vergangenen Jahren war es immer wieder zu Konflikten zwischen dem Naturschutz und Besuchern der Kiesbänke in der Ilvesheimer Altneckarschleife im dortigen Naturschutzgebiet „Altneckarschleife-Neckarplatten" gekommen. Daraufhin fanden auf Initiative des Nachbarschaftsverbandes Heidelberg-Mannheim Gespräche mit Vertretern der Gemeinde Ilvesheim, der Wasser- und Naturschutzbehörden, des WSA-Heidelberg und des „Aktionsbündnisses Unterer Neckar" statt. Im Ergebnis wurde ein gemeinsamer Ansatz gefunden, der vor allem für die Gewässerökologie, aber auch für Naherholung und Naturschutz Vorteile bringt: die Wiederherstellung der durch Hochwässer abgetragenen Kiesbank nahe der Seckenheimer Brücke außerhalb des dortigen Naturschutzgebiets.

Unter dem Titel „Kiesbank Ilvesheim" wurde das gewässerökologische Vorhaben mit Neckarzugang gemeinsam von Regierungspräsidium Karlsruhe und dem Nachbarschaftsverband für das 2007 vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg ins Leben gerufene Landesprojekt „Unser Neckar" zur Vorplanung empfohlen und dort angenommen. Ziel der Landesinitiative „Unser Neckar" ist es, die Akteure am Fluss zu vernetzen, um mit gebündelter Kraft die nachhaltige Entwicklung des Neckars als Lebens- und Erlebnisraum voran zu bringen.

Im Zuge der Vorplanung beginnen in den nächsten Tagen Vorortuntersuchungen und Erhebungen der Grundlagenparameter wie Substratzusammensetzung, Bodensituation, hydraulische Rahmenbedingungen wie Abflüsse und Strömungsgeschwindigkeiten sowie zu den Naturschutzbelangen. Die Berücksichtigung der idealen Wasserstände für den Funktionsraum Kieslaichplatz für Fische und angrenzende Jungfischhabitate ist dabei eine wesentliche Voraussetzung.

Quelle: Regierungspräsidium Karlsruhe


 

Bodenseeufer in Eriskirch ist renaturiert

Bild: Eriskircher Riedweg, Bodensee
Eriskircher Riedweg
(© B. Schmidt)

Unterwegs im Naturschutzgebiet: Auwald-Tafel am Eriskircher Riedweg

18.05.2017 Umweltminister Franz Untersteller: „Die Investition des Landes stärkt die Selbstreinigungskraft des Bodensees und ermöglicht den Bürgerinnen und Bürger ein besonderes Naturerlebnis." Für knapp 800.000 Euro hat das Land als Bauherr auf einer Länge von rund 300 Metern das früher mit Beton und Wasserbausteinen gesicherte Bodenseeufer am Strandbad in Eriskirch naturnah und flach neugestaltet. Umweltminister Franz Untersteller hat die Uferrenaturierung am 18.05. offiziell eingeweiht.

„Der Großteil der Tier- und Pflanzenarten des Bodensees lebt in den flachen Bereichen nahe des Ufers", betonte Umweltminister Untersteller. „Wenn diese Flachwasserzonen intakt sind, leisten sie einen enorm wichtigen Beitrag dazu, dass sich der See quasi von selbst reinigen kann."

Da das gesamte Bodenseeufer von Eriskirch im Naturschutzgebiet „Eriskircher Ried" liege und Grillplatz und Strandbad die einzigen öffentlichen Zugänge zum See darstellten, habe das Land großen Wert daraufgelegt, diese Freizeitnutzungen naturverträglich in die Pläne zu integrieren, sagte der Minister weiter. „Von dem neu erstellten Steg mit Beobachtungsplattform können die Besucherinnen und Besucher den Vögeln in der Bucht zuschauen und den fantastischen Panoramablick auf die Schweizer Alpen genießen. Die Maßnahme kombiniert somit Ökologie mit eindrucksvollem Naturerleben für die Bürgerinnen und Bürger", so Franz Untersteller.

Ergänzende Informationen

Die Maßnahme in Eriskirch ist Teil des Aktionsprogramms „Ufer- und Flachwasserzone am Bodensee" des Umweltministeriums. In den vergangenen rund sechs Jahren wurden hiervon sechs Maßnahmen mit einem Investitionsaufwand von knapp drei Millionen Euro umgesetzt. Hiermit wurde in Baden-Württemberg eine Uferlänge von circa 1,5 Kilometern renaturiert. Für 2017 und 2018 sind weitere Maßnahmen in Überlingen und Kressbronn mit einer Uferlänge von insgesamt 1,5 Kilometern im Bau beziehungsweise geplant.


 

30 Jahre Ökomobil in Baden-Württemberg

Bild: Ökomobil in Tübingen
Ökomobil vor dem Tübinger Rathaus
(© LUBW, Autor: M. Theis)

Das "Ökomobil" des Regierungspräsidiums Tübingen informiert vorort die Bevölkerung über Natur und Umwelt Baden-Württembergs. Das erste Ökomobil in Tübingen war 1987 zugleich das erste Umweltmobil in ganz Deutschland.

 

04.04.2017 Staatssekretär Andre Baumann: „Die vier rollenden Naturschutzlabore des Landes haben in den letzten 30 Jahren über 400.000 Interessierte für unsere einzigartige Natur in Baden-Württemberg begeistert."

Das Ökomobil im Regierungsbezirk Tübingen feiert dieses Jahr 30-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass gibt es eine viertägige Jubiläumstour aller vier Ökomobile durch die Regierungsbezirke des Landes. Beim Tour-Auftakt in Tübingen-Bebenhausen sagte Staatssekretär Andre Baumann am 04. April 2017: „Die vier rollenden Naturschutzlabore des Landes begeistern ihre Besucherinnen und Besucher für die Natur. Jung und Alt entdecken beim Blick durchs Mikroskop die Wunder unserer Natur neu. Staunen, Begeisterung und spielerische Wissensvermittlung - das ist der Zauber, der von Ökomobilen ausgeht."

Das erste Ökomobil in Tübingen war 1987 zugleich das erste Umweltmobil in ganz Deutschland. Es folgten die Ökomobile in den Regierungsbezirken Karlsruhe (1989) sowie Stuttgart (1992) und Freiburg (1993). Jedes Jahr organisieren die Ökomobile inzwischen über 500 Veranstaltungen mit über 15.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Baden-Württemberg. „Das Konzept ist einfach, aber noch immer genial: In ein Naturkundemuseum kommen die Kinder, das Ökomobil kommt zu den Kindern. Im Dorfteich wird getummelt und im Ökomobil geforscht", sagte Baumann. „In den letzten 30 Jahren haben die vier Ökomobile zusammen über 12.000 Veranstaltungen mit über 400.000 Besucherinnen und Besuchern absolviert."

Regierungspräsident Klaus Tappeser sagte: „Die Ökomobile leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt. Sie machen die Natur mit all ihren Lebewesen für Kinder und Jugendliche erlebbar. Und nur was man kennt und schätzt, möchte man auch schützen. Ich freue mich daher sehr darüber, dass die Nachfrage nach diesem besonderen Bildungsangebot stetig ansteigt". Weitere Stationen der Jubiläumstour sind Schwäbisch Gmünd (05.04.), Baden-Baden (06.04) und die Wutschmühle in Ewattingen im Landkreis Waldshut (07.04.).

Ergänzende Informationen

Die landeseigenen Fahrzeuge sind LKW (7,5 t) mit einer Länge von 10 Metern. Als „rollendes Naturschutzlabor" besitzen sie eine Innenausstattung aus sechs Tischen, 24 Sitzplätzen, moderne Multimediaausstattung, Binokulare, Mikroskope, Ferngläser, Tierpräparate usw...Die Anschaffungskosten für ein Ökomobil betragen rund 200.000 Euro. Die laufenden Kosten (einschließlich Personalaufwand) betragen für alle vier Ökomobile zusammen jährlich rund 500.000 Euro.