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Tannenmeise (Parus ater)
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Bild: Tannenmeise
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Mit um die 10 g Körpergewicht ist die Tannenmeise (Parus ater) die kleinste einheimische Meise.  Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Insekten, im Winter zusätzlich auch aus Samen verschiedener Nadelhölzer. Sie brütet wie alle Meisen in Höhlen. Obwohl sie Baumhöhlen bevorzugt, kann sie auch auf  Aushöhlungen am Boden ausweichen, wenn der Konkurrenzdruck durch andere Höhlenbrüter gegeben ist.

In zapfenreichen Jahren legt sich der kleine Vogel einen Vorrat an, indem er Fichten- oder Tannensamen im äußeren Bereich der Zweige oder in der Wipfelregion der Bäume zwischen den Nadeln versteckt.

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Meldungen

22.11.2017 Phosphor-Kongress in Stuttgart mehr

22.11.2017 Land fördert energieeffizientes Nahwärmenetz in Ditzingen mit 250.000 Euro mehr

22.11.2017 19. Herbstforum Altbau in Stuttgart mehr

16.11.2017 LUBW führte begleitende Strahlenmessungen zum vierten Castor-Transport auf dem N… mehr

26.10.2017 Förderprogramm „Impulse für die Vielfalt“ der EnBW mehr

Weitere Nachrichten

Pressemitteilungen des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Pressemitteilungen der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg

LGRB-Nachrichten

Seespiegel-Archiv: Gesamtindex

 
 

Willkommen beim Themenpark Umwelt

Bild: TP_BGL1_036 Blick vom winterlichen Titisee zum Feldberg
Blick vom winterlichen, zugefrorenen Titisee zum Feldberg
(© Autor: K. Rilling)

Das Seebecken in dem sich heute der Titisee befindet war bis vor ca. 18 000 Jahren noch von einer Gletscherzunge des Feldberggletschers erfüllt.

Das Internetportal Themenpark Umwelt ist Teil des Umweltinformationssystems Baden-Württemberg (UIS BW). Konzipiert und entwickelt von der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB), Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und dem Regierungspräsidium Karlsruhe.

Mit einem Informationsangebot von derzeit ca. 3.000 Internetseiten möchte der Themenpark der interessierten Öffentlichkeit die Bedeutung der Umwelt in allgemein verständlicher aber fachlich fundierter Form aufzeigen. Die Internetpräsentation soll zwischen Mensch und Natur vermitteln, nicht zuletzt weil Natur und Landschaft durch ihre Ausprägung, Schönheit und Vielfalt grundlegende Sozialfunktionen erfüllen. Es lohnt sich also hineinzuschauen. Zur Orientierung werden die verschiedenen Zugänge hier kurz vorgestellt:

Der Zugang Unsere Umwelt präsentiert das Inventar an Bodenlandschaften, Geotopen, Mooren, Schutzgebieten sowie das BodenseeWeb.

In den Umweltthemen werden umweltpolitische Fragen zu Abfall als Ressource, Biologischer Vielfalt, Bodenschutz, Klimaschutz und Umweltbildung behandelt und beispielhafte Aktionen wie das Natura-TV präsentiert.

Die Umweltbeobachtung informiert über die Messnetze der landesweiten Bodendauerbeobachtung und über den Landschaftswandel in Baden-Württemberg.

Der Zugang Umwelt erleben führt zu Umwelterlebnisgebieten in Stadt- und Landkreisen. Auch Einrichtungen mit umweltgerechten Freizeitangeboten wie Naturschutzzentren, Freilichtmuseen und Lehrpfade werden hier gezeigt.

Aktuelle Themen


 

Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald aktuell: Grube Marie in der Kohlbach, Geotop des Jahres 2017

 
Bild: Grube Marie bei Kohlbach, Geotop des Jahres 2017
Grube Marie in der Kohlbach, Tagstollen
(© M. Linnenbach)

Der beleuchtete Tagstollen des Blei- und Silberbergwerks "Grube Marie in der Kohlbach" ermöglicht auf seiner Besucherstrecke Einblicke in die tektonischen Abläufe während des Einbruchs des Oberrheingrabens vor 50 bis 20 Mio. Jahren.

 
Bild: Grube Marie in der Kohlbach, Geotop des Jahres 2017
Veranstaltung Geotop des Jahres 2017 an der Grube Marie bei Hohensachsen
(© M. Linnenbach)

Weinheim-Hohensachsen 17.09.2017 - Am Sonntag, den 17. September 2017, fand bundesweit der Tag des Geotops statt. Die Veranstaltung wurde federführend von der Fachsektion GEOTOP der Deutschen Geologischen Gesellschaft (DGG), gemeinsam mit der Akademie der Geowissenschaften zu Hannover (AGH) und der Paläontologischen Gesellschaft (PG) organisiert. Eingeladen waren Familien, Schüler und Jugendliche, Pädagogen und Natur-Interessierte zum Besuch von geologisch und erdgeschichtlich herausragenden Aufschlüssen, Höhlen, Besucherbergwerken, Landschaftsformen und Einzelbildungen.

Im Bereich des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald wurde an diesem Tag das seit 2008 bestehende Besucherbergwerk "Grube Marie in der Kohlbach" bei Hohensachsen (Rhein-Neckar-Kreis) als Geotop des Jahres 2017 ausgezeichnet. Die Grube zeigt beeindruckende erdgeschichtliche Einblicke in die Verwerfungsvorgänge des Oberrheingrabens sowie in die Arbeitswelt der Bergleute des 15. und 18. Jh., die unter großen Mühen hier Blei- und Silbererze schürften. Das Bergwerk kann von Mai bis September zu festgesetzten Terminen besichtigt werden (Infos unter Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald).

Was sind Geotope?

Geotope sind erdgeschichtliche Bildungen der unbelebten Natur, die Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde oder desLebens vermitteln. Sie umfassen Aufschlüsse von Gesteinen, Böden, Mineralien und Fossilien sowie einzelne Naturschöpfungen und natürliche Landschaftsteile. Als Dokumente der Erd- und Lebensgeschichte sind sie von besonderem Wert.

Die fachlichen Aufgaben der Erfassung und Bewertung von Geotopen sowie die Begründung von Vorschlägen für Schutz-, Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen für schutzwürdige Geotope werden in Baden-Württemberg vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) am Regierungspräsidium Freiburg wahrgenommen.


 

Moorschutz in Baden-Württemberg

Bild: Der Hochmoorschild im Wurzacher Ried
Hochmoorschild im Wurzacher Ried
(© Autor: LUBW)

Das Wurzacher Ried ist eines der bedeutendsten Moore Süddeutschlands. Seit 1989 ist das Naturschutzgebiet Wurzacher Ried mit dem Europadiplom des Europarates ausgezeichnet. Das Europadiplom ist ein Gütezeichen für Schutzgebiete, dem auf Grund wegen ihres hohen ökologischen, wissenschaftlichen und kulturellen Wertes eine besondere europäische Bedeutung zugesprochen wird.

08.09.2017 Umweltminister Franz Untersteller hat am 08. September 2017 die größte noch intakte Hochmoorfläche Mitteleuropas im Naturschutzgebiet Wurzacher Ried in Bad Wurzach (Landkreis Ravensburg) besucht. „Naturnahe Moore spielen sowohl für den Erhalt der biologischen Vielfalt als auch für den Klimaschutz eine herausragende Rolle", betonte der Minister.

Mit einer speziellen Moorschutzkonzeption wolle das Land die verbliebenen rund 45.000 Hektar Moorflächen in Baden-Württemberg dauerhaft sichern. Außerdem verfolge das Konzept das Ziel, noch regenrationsfähige Moore, die in der Vergangenheit aufgrund von Entwässerung und Torfabbau entwässert worden seien, wieder zu intakten Lebensräumen zu machen. „In den letzten fünf Jahren hat das Land hierfür mehr als 1.500 Maßnahmen mit insgesamt über 5 Millionen Euro finanziert oder gefördert", so Untersteller. Obwohl der Anteil der Moore nur knapp 1,3 Prozent der Landesfläche betrage, seien sie Lebensraum für viele seltene Tiere und Pflanzen, sagte der Naturschutzminister. „Naturnahe Moore leisten damit einen überproportionalen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt im Land."

Auch für den Klimaschutz seien Moore sehr wichtig, betonte Untersteller. „Moore binden in ihrem Torf etwa sechs Mal mehr Kohlenstoff wie entsprechend große Waldflächen." Weltweit sei rund ein Drittel des Kohlenstoffvorrats der Erde in ihnen gebunden. „Werden Moore zerstört und entwässert, setzt dies große Mengen an Treibhausgasen frei."

Weiter entziehen intakte Moore dem Stoffkreislauf Schad- und Nährstoffe oder sie wandeln diese in unbedenkliche Stoffe um und bauen sie ab. Außerdem tragen Moore dazu bei, die Grundwasserqualität zu erhalten. Der Schutz der Moore hat schließlich auch kultur- und landschaftshistorische Bedeutung, da sie zum Beispiel vor- und frühgeschichtliche Fundstätten sichern.

Im Wurzacher Ried befindet sich eines von insgesamt sechs Pilotgebieten der Moorschutzkonzeption des Landes. Das im Südwesten des Wurzacher Rieds gelegene Haidgauer Torfstichgebiet ist durch früheren industriellen Torfabbau in seinem Wasser- und Nährstoffhaushalt und damit auch in seinem Artenbestand beeinträchtigt. Es umfasst 77 Hektar und ist charakterisiert durch tiefe Torfstiche, vorentwässerte Torfrücken und steile, bis zu vier Meter hohe Torfstichkanten.

Ergänzende Informationen

Im Rahmen der Moorschutzkonzeption des Landes werden insgesamt sechs Modellprojekte zur Moorrenaturierung durchgeführt: die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg (FVA) betreut drei Pilotgebiete im Wald (Saßweiher, Brunnenholzried und Steinacher Ried), die LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz in Karlsruhe betreut drei Pilotgebiete im Offenland (Wurzacher Ried, Gradnausbruch, Ibacher Fohrenmoos).


 

Wirtschaftsstaatsekretärin Schütz startet viertägige Denkmalreise durchs Land

 
Bild: Römerstrasse, Ladenburg (Aufn. August 2010)
Ladenburg, freigelegte Reste der Römerstrasse
(© C. Ritter)

Ladenburg war eine der bedeutendsten römischen Metropolen mit repräsentativen und reich ausgestatteten Großbauten wie Forum und Basilika. Die im 1. Jh. n. Chr. von den Römern erbaute Straße (via militaris) führte von Ladenburg ausgehend in östlicher Richtung über Heidelberg-Neuenheim und Neckargemünd-Wiesenbach, vorbei an Lobenfeld und Spechbach bis nach Neckarburken an den Limes. Die freigelegtenPflastersteine der ehemaligen Hauptverkehrsstraße lagerten über Jahrhunderte unter dem Hochflutlehmboden des Neckars und des Kandelbachs.

 
Bild: Federseemuseum, Moordorf, UNESCO
Bad Buchau, rekonstruiertes prähistorisches Moordorf am Federsee
(© GNU FDL, Autor: M. Linnenbach)

Inmitten der faszinierenden Moorlandschaft bietet das Federseemuseum im Freigelände zwölf rekonstruierte Häuser aus der stein- und bronzezeitlichen* Epoche, die vom Besucher auch von innen besichtigt werden dürfen. Seit der Entdeckung der Moordörfer im Jahr 1875, zählt der oberschwäbische Federsee zu den bedeutendsten archäologischen Fundlandschaften. Im Juni 2011 hat die UNESCO die prähistorischen Stätten gemeinsam mit den Pfahlbauten am Bodensee als Weltkulturerbe anerkannt.


* Die Bronzezeit umfasst in Mitteleuropa den Zeitraum von 2200 v. Chr. bis 800 v. Chr.

ausgewählte Literatur:

Friedemann Schrenk, Timothy G. Bromage & Henrik Kaessmann (2002): Die Frühzeit des Menschen: Zurück zu den Wurzeln. Biologie in unserer Zeit 32 (6), S. 352 - 359.

Ladenburger, G. (1988): Ur‑ und Frühgeschichte des Federseeraumes.‑ In: Bad Buchau und der Federsee ‑ im Herzen Oberschwabens (Ed. R. German et al.), 74‑86 (2. Aufl.); Bad Buchau (Federsee‑Verlag).

05.09.2017 Auf einer viertägigen Denkmalreise durch die vier Regierungsbezirke des Landes wirbt Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz für die wertvolle Arbeit der Denkmalpflege. Die Tour startet im Regierungsbezirk Stuttgart bei den Mithrastempeln. „Die Denkmalpflege verdient unsere große Anerkennung. Unsere reiche Denkmallandschaft in Baden-Württemberg stiftet kulturelle Identität. Ich freue mich auf den Austausch über die vielfältigen Denkmale und die notwendigen Maßnahmen zum Erhalt des kulturellen Erbes. Immerhin gibt es im Land mehr als 90.000 Bau- und Kunstdenkmale und über 60.000 archäologische Denkmale", sagte Staatssekretärin Schütz.

Vier Regierungsbezirke in vier Tagen

Die Tour startet am ersten Tag im Regierungsbezirk Stuttgart bei den Mithrastempeln, die bei Grabungen in Güglingen entdeckt wurden, und führt weiter zum Blauen Turm in Bad Wimpfen, zum Abteigarten des Klosters Bronnbach und zur Evangelischen Hospitalkirche in der Landeshauptstadt Stuttgart. Am zweiten Tag ihrer Denkmalreise besucht Staatssekretärin Schütz im Regierungsbezirk Karlsruhe das Melanchthonhaus in Bretten - ein prachtvoller Sandsteinbau an der Stelle des Hauses, in dem der Reformator Philipp Melanchthon geboren wurde - sowie das nach dem Humanisten Johannes Reuchlin benannte Reuchlinhaus in Pforzheim. Am dritten Tag stehen im Regierungsbezirk Tübingen unter anderem das Ulmer Münster und der einzigartige und bisher weitgehend unbekannte Reformatoren-Fensterzyklus in Ravensburg auf dem Plan. Zum Abschluss besucht Schütz am vierten Tag im Regierungsbezirk Freiburg die ehemalige Pulverfabrik in Rottweil und Schloss Munzingen. In LOPODUNUM im römischen Ladenburg am 6. September 2017 und im Federseegebiet im Landkreis Biberach am 7. September 2017 wird sich Staatssekretärin Schütz vor allem über die erfolgreichen archäologischen Grabungen mit ihren dort gemachten einzigartigen Funden und Erkenntnissen informieren.

Der bundesweit veranstaltete Denkmaltag am 10. September 2017 steht in diesem Jahr unter dem Motto „Macht und Pracht". Dieses Motto greife die diesjährige Denkmalreise auf und stelle im Jubiläumsjahr auch das Thema Reformation in den Mittelpunkt, berichtete die Staatssekretärin. Reisestationen zum Thema „Macht und Pracht" sind insbesondere das erst nach der Reformation vollendete Ulmer Münster, die Festungsruine der Hochburg bei Emmendingen und das Katholische Münster St. Stephan mit seinen beiden die Stadtsilhouette prägenden Türmen.

„Wir wollen mit der Denkmalreise auch zeigen, welche Chancen Denkmale bieten können", sagte Schütz. Das heute Wohnzwecken dienende Schloss Königsbach und die für gewerbliche Ansiedlungen geöffnete ehemalige Pulverfabrik in Rottweil stehen zugleich beispielhaft für eine gewinnbringende Umnutzung erhaltener Denkmale.

Denkmalwoche startet am 9. September 2017

„Wir freuen uns, wenn die Denkmalreise dazu beitragen kann, dass Denkmale, die Maßnahmen zu ihrem Erhalt und die Vermittlung ihrer Geschichte auch über die Denkmalwoche hinaus in den Blick genommen werden. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau und das Landesamt für Denkmalpflege unterstützen den Einsatz für unsere Kulturdenkmale mit Beratung und Förderung. Im Jahr 2016 konnte mit dem Denkmalförderprogramm der Erhalt von 341 Kulturdenkmalen mit rund 14 Millionen Euro gefördert werden," so Schütz.

Die Denkmalreise ist der Auftakt in eine Denkmalwoche, an deren Ende der Tag des offenen Denkmals alle Bürger einlädt, auch die sonst nicht zugänglichen Denkmale zu besichtigen und sich von der hervorragenden Arbeit der Denkmalpflege ein Bild zu machen. Die offizielle Eröffnungsveranstaltung mit anschließender Nacht des offenen Denkmals findet am 9. September 2017 um 14 Uhr in der St. Michaelskirche in Schwäbisch Hall statt.

Programm der Denkmalreise 2017 (PDF)


 

Erfolg für die Kleine Wasserkraft, Förderung durch das Land wieder möglich

Bild: Die Appenmühle in Daxlanden
Appenmühle in Karlsruhe-Daxlanden, einst Getreidemühle heute Energieerzeuger
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Das moderne Laufwasserkraftwerk der Stadtwerke Karlsruhe versorgt heute ca. 80 Haushalte mit elektrischer Energie. Mit einer Leistung von ca. 40 KW zählt die Appenmühle zu den sog. Kleinkraftwerken.

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10.08.2017 Umweltminister Franz Untersteller: „Das zähe Ringen mit der EU und dem Bund hat sich gelohnt. Ich bin froh, dass wir den Ausbau und die Modernisierung der klimafreundlichen Wasserkraft wieder finanziell unterstützen können."

Das Förderprogramm des baden-württembergischen Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft zur technischen und ökologischen Modernisierung der kleinen Wasserkraft musste im September 2014 eingestellt werden. Grund war eine Entscheidung der EU-Kommission, die in der Investitionsförderung und dem EEG eine unzulässige Doppelförderung sah. Nun feiert das Förderprogramm sein Comeback. Das Umweltministerium hat ein Konzept erarbeitet, das an die europarechtlichen Vorgaben angepasst wurde.

„Das zähe Ringen und die langwierigen Gespräche mit dem Bund und der EU haben sich gelohnt," sagte Umweltminister Franz Untersteller heute (10.08.) anlässlich der Veröffentlichung der neuen Fördergrundsätze. „Ich bin froh, dass wir den Ausbau der kleinen Wasserkraft künftig wieder mit Landesmitteln unterstützen können." Grundsätzlich schone die Stromerzeugung aus Wasserkraft das Klima. Wenn damit gleichzeitig die Durchgängigkeit des Gewässers hergestellt werde, verbesserten die Maßnahmen aber auch die Ökologie, erläuterte Untersteller.

Ab sofort kann für die Modernisierung bestehender Anlagen mit einer Leistung von mindestens 100 Kilowatt eine Zuwendung beantragt werden. Fördermittel stehen außerdem für die Revitalisierung bestehender, aber momentan nicht im Betrieb befindlicher Anlagen ab dieser elektrischen Leistung zur Verfügung. Maßnahmen an Anlagen mit einer Leistung ab 40 Kilowatt sind förderfähig, sofern sie bei der Einstellung des Förderprogramms vor drei Jahren bewilligungsreif und bei den zuständigen Stellen aktenkundig waren. Je Maßnahme kann das Land einen Zuschuss von maximal 200.000 € gewähren.

Ergänzende Informationen

Mit etwa acht Prozent steuern die landesweit etwa 1.700 aktiven Wasserkraftanlagen nach der Photovoltaik den zweitgrößten Anteil an erneuerbarem Strom zur Bruttostromerzeugung in Baden-Württemberg bei. Hiervon entfällt auf die 65 Anlagen der „großen Wasserkraft" mit einer Leistung ab einem Megawatt ein Anteil von etwa 90 Prozent, die restlichen rund 10 Prozent werden von der sogenannten „kleinen Wasserkraft" erzeugt. Da im Rahmen der Wasserkraftnutzung direkt in die Gewässer eingegriffen wird, können insbesondere bei der Nutzung der kleinen Wasserkraft Konfliktbereiche mit der Gewässerökologie und der Fischerei entstehen.

Aufgabe aus Sicht des Landes ist es, die beiden Zielsetzungen „Ausbau der erneuerbaren Energien" einerseits und „gewässerökologische Verbesserungen im Sinne der Wasserrahmenrichtlinie" andererseits so weit wie möglich in Einklang zu bringen.

Zum Herunterladen

 


 

Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen

 
Bild: Vogelherdhöhle - Eingang
Vogelherdhöhle im Lonetal
(© C. Düpmeier)

Die ca. 40 m lange Höhle bei Niederstotzingen-Stetten liegt an einem ehemaligen Umlaufberg der Lone.Die prägenden Gesteinformationen bestehen aus Massenkalken des Weißen Jura. Entdeckt wird sie im Jahr 1931 durch den Heidenheimer Heimatforscher Hermann Mohn. Bis dahin war die Höhle vollständig bedeckt mit Jurakieseln, Schlamm und Bodensubstrat (Humus).

Die Vogelherdhöhle wurde wohl über längere Zeiträume von eiszeitlichen Jägern bewohnt. Belegt ist dies durch die archäologisch wertvollen Funde wie die Elfenbeinschitzereien (Höhlenlöwe, Wildpferd, Mammut).

 
Bild: Höhlenlöwe, Figurine
Höhlenlöwe, eiszeitliche Figurine aus der Vogelherdhöhle bei Stetten o.d. Lone
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Der Höhlenlöwe (Replik), eine Figurine aus der Vogelherdhöhle bei Stetten o.d. Lone (Ldkr. Heidenheim). Die Flanken des kleinen Kunstwerks aus Elfenbein tragen auffällige Verzierungen mit Kerbkreuzen.

Das Original befindet sich im Museum Schloss Hohentübingen in Tübingen.

  • Länge: 5,6 cm
  • Alter: ca. 35.000 Jahre

 09.07.2017 Das Welterbekomitee hat die Höhlen der ältesten Eiszeitkunst auf der Schwäbischen Alb in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Die Auszeichnung sei eine große Ehre und zugleich Verpflichtung für Baden-Württemberg, dieses kulturelle Erbe der Menschheit zu erhalten und sich weiterhin mit ihm zu beschäftigen, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

„Die einzigartigen Fundstätten auf der Schwäbischen Alb zeigen, dass die Wiege der Kunst und der Musik im Ach- und Lonetal zu finden ist. Von dort stammen Nachweise der ersten menschlichen Versuche, Tiere und Menschen figürlich darzustellen und sogar Musikinstrumente zu erschaffen. Dies stellte einen kulturellen Durchbruch und Fortschritt sondergleichen dar", so Ministerpräsident Winfried Kretschmann anlässlich der Entscheidung des Welterbekomitees, die Höhlen der ältesten Eiszeitkunst auf der Schwäbischen Alb in die Welterbeliste der UNESCO aufzunehmen. „Die Auszeichnung ist eine große Ehre und zugleich Verpflichtung für Baden-Württemberg, dieses kulturelle Erbe der Menschheit zu erhalten und sich weiterhin mit ihm zu beschäftigen."

Einzigartig, faszinierend und von überragender Bedeutung

„Unsere nunmehr sechste Welterbestätte - die Höhlen der ältesten Eiszeitkunst auf der Schwäbischen Alb - repräsentiert die kulturelle Vielfalt und Geschichte Baden-Württembergs. Sie ist einzigartig, faszinierend und von überragender Bedeutung. Dieses Erbe gilt es zu schützen und für nachfolgende Generationen zu bewahren", zeigte sich Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut nach der Bekanntgabe der Entscheidung des Welterbekomitees hoch erfreut. Es sei beeindruckend, dass Menschen auf der Schwäbischen Alb vor etwa 40.000 Jahren erste Kunstwerke und Musikinstrumente schufen, die auch heute noch die Menschen in ihren Bann ziehen, so die Ministerin weiter. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau hat als Oberste Denkmalschutzbehörde des Landes das Antragverfahren über mehrere Jahre hinweg begleitet.

„Baden-Württemberg bekommt mit den Höhlen nicht nur seine dritte archäologische Welterbestätte. Es ist auch die erste aus einer Zeit, als noch Jäger und Sammler durch das Land zogen und Rentiere auf der Schwäbischen Alb gejagt wurden", so der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart Professor Dr. Claus Wolf.

Kultureller Durchbruch und Fortschritt sondergleichen

Lone- und Achtal stellen wegen ihrer einzigartigen Konzentration von altstein-zeitlichen Fundplätzen außergewöhnliche Fundlandschaften eiszeitlicher Jäger und Sammler dar. Die Region war nachweislich ein zentrales Siedlungsareal der frühesten modernen Menschen in Europa. In Höhlen, die in den beiden Tälern liegen, wurden die bislang ältesten figürlichen Kunstobjekte und Musikinstrumente der Menschheit entdeckt. Es handelt sich um wenige Zentimeter große Elfenbeinschnitzereien, die Menschen und Tiere der Eiszeit sowie Mischwesen aus Mensch und Tier darstellen. Die ältesten Musikinstrumente der Welt liegen in Form von Flöten aus Vogelknochen und Mammutelfenbein vor. Zudem stammen aus den Höhlen Schmuckgegenstände wie Elfenbeinperlen und durchlochte Tierzahnanhänger. Die etwa 40.000 Jahre alten Funde wurden in den Fundstellen Geißenklösterle, Hohle Fels und Sirgenstein im Achtal sowie Vogelherdhöhle, Hohlenstein Stadel-Höhle und Bocksteinhöhle im Lonetal entdeckt.

Aufgrund ihres außergewöhnlichen universellen Wertes für die Menschheitsgeschichte hatte sich das Land Baden-Württemberg bereits 2009 entschieden, eine Eintragung der Tallandschaften mit den Höhlenfundstellen in die UNESCO-Welterbeliste zu verfolgen. Nach umfangreichen Vorarbeiten wurden sie 2014 im Rahmen eines Evaluierungsverfahrens durch ein internationales Expertengremium auf Platz 1 der deutschen Tentativliste gesetzt. Auf dieser Liste sind die Anträge verzeichnet, die von der Bundesrepublik Deutschland für die Eintragung in die Welterbeliste zur Nominierung vorgesehen sind.

Das 900 Seiten umfassende Antragsdossier wurde vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart in enger Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg erstellt. Anfang 2016 hat die Bundesrepublik Deutschland den Antrag offiziell bei der UNESCO eingereicht. Die Entscheidung über die Einschreibung der Höhlen und ihrer Umgebungslandschaft in die Welterbeliste erfolgte auf der 41. Sitzung des Welterbekomitees der UNESCO, die vom 2. bis 12. Juli 2017 in Krakau stattfindet. Das Welterbekomitee, dem insgesamt 21 Staaten angehören, behandelt in der aktuellen Sitzung 33 Nominierungen aus der ganzen Welt.


 

Artensterben bedroht unsere Lebensgrundlagen

Artensterben bedroht unsere Lebensgrundlagen
(© Regierung BW)

21.06.2017 Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist eine Menschheitsaufgabe. Mit dem fortschreitenden Artensterben riskiert der Mensch nicht weniger als seine Existenzgrundlage. In der aktuellen Debatte im Landtag hielt Ministerpräsident Winfried Kretschmann ein leidenschaftliches Plädoyer für den Artenschutz.

Baden-Württemberg ist ein schönes Land mit einzigartiger Landschaft und wunderschöner Natur. Die Natur- und Kulturlandschaften des Landes sind Lebensraum für schätzungsweise 50.000 Tier- und Pflanzenarten.

Biologische Vielfalt ist echte Menschheitsaufgabe
Weltweit beobachten Naturschützer allerdings seit einigen Jahren einen dramatischen Artenschwund in besorgniserregender Geschwindigkeit. Diese Entwicklung macht auch vor Baden-Württemberg nicht halt: Mittlerweile gelten etwa 40 Prozent der hier wildlebenden Tier- und Pflanzenarten als gefährdet. „Am deutlichsten wird das bei den Insekten. In unseren Gärten, in den Wäldern und auf den Wiesen - dort, wo es normalerweise summt und brummt - zieht Stille ein", so Ministerpräsident Winfried Kretschmann in der aktuellen Landtagsdebatte zum Thema Biodiversität.

Weniger Schmetterlinge, 39 ausgestorbene Wildbienenarten und halb so viele Vögel in Deutschland wie vor 30 Jahren seien der Anfang eines Dominoeffekts mit dramatischen Folgen. Denn mit jeder Pflanze und jedem Tier, das verschwindet, werde die Stabilität und Tragfähigkeit unseres Ökosystems geschwächt. „Wir sägen damit am Ast, auf dem wir sitzen", mahnt Kretschmann. „Denn wir können die Welternährung nicht ohne vielfältige und artenreiche Lebensräume und Artengemeinschaften sicherstellen." Biologische Vielfalt und Artenschutz seien keine grüne Spielwiese, sondern „ein fundamentales Menschheitsthema echte Menschheitsaufgabe", so der Ministerpräsident. Die Landesregierung nehme diese Aufgabe darum sehr ernst. „Das ist eine Mammutaufgabe und die packen wir entschlossen an. Meine Landesregierung hat also ein klares Ziel: ,Wir wollen erhalten, was uns erhält.‘"

Erhalt der Biodiversität ist existenzielle Frage
Neben einer moralischen Verpflichtung, Tier- und Pflanzenarten nicht einfach aussterben zu lassen, sieht Ministerpräsident Kretschmann beim Thema Biodiversität eine existenzielle Frage. „Die biologische Vielfalt ist eine Lebensversicherung für uns und zukünftige Generationen", so Kretschmann. Ohne fruchtbare Böden, ohne die Bestäubung von Pflanzen durch Insekten, ohne den Erhalt der Artenvielfalt sei die Ernährung nicht mehr gesichert und der Mensch würde seine Lebensgrundlage zerstören.

Ökonomische Leistung der Natur enorm
Die Natur erbringt große ökonomische Leistungen für die Gesellschaft, ohne sie in Rechnung zu stellen. Forscher beziffern beispielsweise den Wert der Bestäubungsleistungen von Kulturpflanzen durch Insekten allein in Europa auf über 20 Milliarden Euro. Auch in Hinblick auf den Tourismus ist Naturschutz ökonomisch sinnvoll. In Baden-Württemberg liefert der Tourismus über 330.000 Arbeitsplätze und eine Wertschöpfung von fast zehn Milliarden Euro im Jahr. „Eine intakte, vielfältige und reiche Natur ist durchaus auch ein echter Wirtschaftsfaktor", erklärt der Ministerpräsident. Naturschutz sei aber noch mehr. „Naturschutz ist auch die Pflege unserer Heimat. Und hat damit eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung", führt Kretschmann weiter aus. Naturschutz sei deshalb immer auch Heimatschutz und trage zum Zusammenhalt der Gesellschaft bei.

Zahlreiche Maßnahmen zum Schutz der Natur
Die Landesregierung setzt sich mit zahlreichen Maßnahmen für den Naturschutz ein. Sie investiere aktuell so viel Geld in den Naturschutz wie nie zuvor. Baden-Württemberg habe außerdem die modernste Naturschutzstrategie in Deutschland, zählt Kretschmann auf. „Sie reicht vom Moorschutzprogramm bis zur Pflege der Streuobstwiesen. Wir setzen dieses ehrgeizige Arbeitsprogramm um." Der Nationalpark im Nordschwarzwald sei ein Meilenstein für die Artenvielfalt und dass die UNESCO das Biosphärengebiet Schwarzwald offiziell anerkannt habe, spricht für die hohe Qualität der Maßnahmen des Landes im Bereich des Naturschutzes.

Das Artensterben sei ein stiller und schleichender Prozess, erinnerte Kretschmann, den man nicht immer ohne weiteres bemerke. „Er macht in der Regel keine großen Schlagzeilen." Nur weil es aber nicht in den Schlagzeilen stehe, sei es aber nicht weniger relevant, drängend oder existentiell. „Im Gegenteil: Gelingt es uns nicht wirkungsvoll gegenzusteuern, dann werden unser Planet und unsere Zivilisation nicht mehr die sein, die wir kennen", hob Kretschmann die Dringlichkeit des Handelns hervor.


 

Landesinitiative ''Unser Neckar'' - Kiesbank für die Ilvesheimer Altneckarschleife

Bild: Altneckarschleife
Ilvesheimer Altneckarschleife zwischen Neckarhausen und Mannheim-Seckenheim
(© A. Wolf)

Der naturnahe Landschaftsteil des Unteren Neckars, die Ilvesheimer Altneckarschleife, auch Ilvesheimer Schleife genannt, besitzt noch einen ausgeprägten Prall- und Gleithang. Schotter- und Sandbänke zeugen von der Fließdynamik des Neckars. Die Sedimente sind quartären Ursprungs. Wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere, insbesondere für Vogelarten als Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet.

Karlsruhe 01.06.2017 Die Ilvesheimer Altneckarschleife soll nahe der Seckenheimer Brücke durch eine neue Kiesbank als Lebensraum für Fische und Kleinlebewesen aufgewertet und für die Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Dafür hat das Referat Gewässer und Boden des Regierungspräsidiums Karlsruhe die Vorplanung zur Schaffung von Unterwasserkieslebensräumen vergeben. Im Sommer können die trockenen Bereiche als Zugang zum Altneckar dienen, was die Kiesbänke im angrenzenden Naturschutzgebiet vom hohen Besucherdruck entlasten würde.

Ziel der Vorplanung ist die Erarbeitung eines Konzeptes für die genannte Maßnahme einschließlich der Untersuchung und Bewertung von Varianten auf Grund der vorliegenden fachlichen Anforderungen. Dabei wird auch die Hochwasserstabilität und Hochwasserneutralität berücksichtigt. Hierzu stellt das Land in Vorleistung für die spätere Umsetzung durch Dritte Finanzmittel in Höhe von rund 45.000 Euro im Rahmen der Landesinitiative „Unser Neckar" bereit.

Die Mutterbettstrecke in der Ilvesheimer Neckarschleife ist eine der wenigen Gewässerabschnitte des unteren Neckars, in der das Wasser noch ungestaut fließt. Daher ist dies ein besonderer Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Der Unterlauf des Neckars zwischen Mannheim und Bad Wimpfen weist dagegen vor allem in den Staustufen gewässerökologische Defizite auf. Diese sind unter anderem auf die mangelnde Durchwanderbarkeit für Gewässerorganismen sowie die naturferne Gewässerstruktur des Neckars mit fehlenden Laichmöglichkeiten für Fische und einem Mangel an Jungfischhabitaten zurückzuführen. Die Staustufen verhindern darüber hinaus die natürliche Nachlieferung von Kies in die Altneckarstrecke, der dort als wichtige Lebensgrundlage fehlt.

Die Schaffung von Kieslebensräumen für Laich- und Jungfische durch Schüttung einer Kiesinsel im Uferbereich oberhalb der Seckenheimer Neckarbrücke dient der gewässerökologischen Verbesserung des Neckars. Vor allem strömungsliebende Fische wie Barbe und Nase sollen in den überströmten Bereichen der Kiesbank Lebens- und Fortpflanzungsräume finden. Die Laichzeit der Fische im Altneckar ist im Frühjahr. Daher könnte in der Regel ohne größeren Nutzungskonflikt die oberhalb der Wasserlinie gelegenen trockenen Kiesanteile der Insel als Neckarzugang für die Ilvesheimer Bevölkerung in der warmen Jahreszeit genutzt werden. Mit den Ergebnissen der Vorplanung und einer ungefähren Kostenschätzung für das Vorhaben ist im Herbst des Jahres zu rechnen. Als möglicher Maßnahmenträger für die anschließende Umsetzung des Projektes kommt die Gemeinde Ilvesheim in Betracht. Erste Gespräche mit Vertretern der Kommune und dem Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim wurden bereits geführt. Nach Erarbeitung möglicher Planungsvarianten ist vorgesehen, Umweltverbände und betroffene Akteure am Neckar frühzeitig einzubeziehen.

Ergänzende Informationen

In den vergangenen Jahren war es immer wieder zu Konflikten zwischen dem Naturschutz und Besuchern der Kiesbänke in der Ilvesheimer Altneckarschleife im dortigen Naturschutzgebiet „Altneckarschleife-Neckarplatten" gekommen. Daraufhin fanden auf Initiative des Nachbarschaftsverbandes Heidelberg-Mannheim Gespräche mit Vertretern der Gemeinde Ilvesheim, der Wasser- und Naturschutzbehörden, des WSA-Heidelberg und des „Aktionsbündnisses Unterer Neckar" statt. Im Ergebnis wurde ein gemeinsamer Ansatz gefunden, der vor allem für die Gewässerökologie, aber auch für Naherholung und Naturschutz Vorteile bringt: die Wiederherstellung der durch Hochwässer abgetragenen Kiesbank nahe der Seckenheimer Brücke außerhalb des dortigen Naturschutzgebiets.

Unter dem Titel „Kiesbank Ilvesheim" wurde das gewässerökologische Vorhaben mit Neckarzugang gemeinsam von Regierungspräsidium Karlsruhe und dem Nachbarschaftsverband für das 2007 vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg ins Leben gerufene Landesprojekt „Unser Neckar" zur Vorplanung empfohlen und dort angenommen. Ziel der Landesinitiative „Unser Neckar" ist es, die Akteure am Fluss zu vernetzen, um mit gebündelter Kraft die nachhaltige Entwicklung des Neckars als Lebens- und Erlebnisraum voran zu bringen.

Im Zuge der Vorplanung beginnen in den nächsten Tagen Vorortuntersuchungen und Erhebungen der Grundlagenparameter wie Substratzusammensetzung, Bodensituation, hydraulische Rahmenbedingungen wie Abflüsse und Strömungsgeschwindigkeiten sowie zu den Naturschutzbelangen. Die Berücksichtigung der idealen Wasserstände für den Funktionsraum Kieslaichplatz für Fische und angrenzende Jungfischhabitate ist dabei eine wesentliche Voraussetzung.

Quelle: Regierungspräsidium Karlsruhe


 

Bodenseeufer in Eriskirch ist renaturiert

Bild: Eriskircher Riedweg, Bodensee
Eriskircher Riedweg
(© B. Schmidt)

Unterwegs im Naturschutzgebiet: Auwald-Tafel am Eriskircher Riedweg

18.05.2017 Umweltminister Franz Untersteller: „Die Investition des Landes stärkt die Selbstreinigungskraft des Bodensees und ermöglicht den Bürgerinnen und Bürger ein besonderes Naturerlebnis." Für knapp 800.000 Euro hat das Land als Bauherr auf einer Länge von rund 300 Metern das früher mit Beton und Wasserbausteinen gesicherte Bodenseeufer am Strandbad in Eriskirch naturnah und flach neugestaltet. Umweltminister Franz Untersteller hat die Uferrenaturierung am 18.05. offiziell eingeweiht.

„Der Großteil der Tier- und Pflanzenarten des Bodensees lebt in den flachen Bereichen nahe des Ufers", betonte Umweltminister Untersteller. „Wenn diese Flachwasserzonen intakt sind, leisten sie einen enorm wichtigen Beitrag dazu, dass sich der See quasi von selbst reinigen kann."

Da das gesamte Bodenseeufer von Eriskirch im Naturschutzgebiet „Eriskircher Ried" liege und Grillplatz und Strandbad die einzigen öffentlichen Zugänge zum See darstellten, habe das Land großen Wert daraufgelegt, diese Freizeitnutzungen naturverträglich in die Pläne zu integrieren, sagte der Minister weiter. „Von dem neu erstellten Steg mit Beobachtungsplattform können die Besucherinnen und Besucher den Vögeln in der Bucht zuschauen und den fantastischen Panoramablick auf die Schweizer Alpen genießen. Die Maßnahme kombiniert somit Ökologie mit eindrucksvollem Naturerleben für die Bürgerinnen und Bürger", so Franz Untersteller.

Ergänzende Informationen

Die Maßnahme in Eriskirch ist Teil des Aktionsprogramms „Ufer- und Flachwasserzone am Bodensee" des Umweltministeriums. In den vergangenen rund sechs Jahren wurden hiervon sechs Maßnahmen mit einem Investitionsaufwand von knapp drei Millionen Euro umgesetzt. Hiermit wurde in Baden-Württemberg eine Uferlänge von circa 1,5 Kilometern renaturiert. Für 2017 und 2018 sind weitere Maßnahmen in Überlingen und Kressbronn mit einer Uferlänge von insgesamt 1,5 Kilometern im Bau beziehungsweise geplant.


 

30 Jahre Ökomobil in Baden-Württemberg

Bild: Ökomobil in Tübingen
Ökomobil vor dem Tübinger Rathaus
(© LUBW, Autor: M. Theis)

Das "Ökomobil" des Regierungspräsidiums Tübingen informiert vorort die Bevölkerung über Natur und Umwelt Baden-Württembergs. Das erste Ökomobil in Tübingen war 1987 zugleich das erste Umweltmobil in ganz Deutschland.

 

04.04.2017 Staatssekretär Andre Baumann: „Die vier rollenden Naturschutzlabore des Landes haben in den letzten 30 Jahren über 400.000 Interessierte für unsere einzigartige Natur in Baden-Württemberg begeistert."

Das Ökomobil im Regierungsbezirk Tübingen feiert dieses Jahr 30-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass gibt es eine viertägige Jubiläumstour aller vier Ökomobile durch die Regierungsbezirke des Landes. Beim Tour-Auftakt in Tübingen-Bebenhausen sagte Staatssekretär Andre Baumann am 04. April 2017: „Die vier rollenden Naturschutzlabore des Landes begeistern ihre Besucherinnen und Besucher für die Natur. Jung und Alt entdecken beim Blick durchs Mikroskop die Wunder unserer Natur neu. Staunen, Begeisterung und spielerische Wissensvermittlung - das ist der Zauber, der von Ökomobilen ausgeht."

Das erste Ökomobil in Tübingen war 1987 zugleich das erste Umweltmobil in ganz Deutschland. Es folgten die Ökomobile in den Regierungsbezirken Karlsruhe (1989) sowie Stuttgart (1992) und Freiburg (1993). Jedes Jahr organisieren die Ökomobile inzwischen über 500 Veranstaltungen mit über 15.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Baden-Württemberg. „Das Konzept ist einfach, aber noch immer genial: In ein Naturkundemuseum kommen die Kinder, das Ökomobil kommt zu den Kindern. Im Dorfteich wird getummelt und im Ökomobil geforscht", sagte Baumann. „In den letzten 30 Jahren haben die vier Ökomobile zusammen über 12.000 Veranstaltungen mit über 400.000 Besucherinnen und Besuchern absolviert."

Regierungspräsident Klaus Tappeser sagte: „Die Ökomobile leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt. Sie machen die Natur mit all ihren Lebewesen für Kinder und Jugendliche erlebbar. Und nur was man kennt und schätzt, möchte man auch schützen. Ich freue mich daher sehr darüber, dass die Nachfrage nach diesem besonderen Bildungsangebot stetig ansteigt". Weitere Stationen der Jubiläumstour sind Schwäbisch Gmünd (05.04.), Baden-Baden (06.04) und die Wutschmühle in Ewattingen im Landkreis Waldshut (07.04.).

Ergänzende Informationen

Die landeseigenen Fahrzeuge sind LKW (7,5 t) mit einer Länge von 10 Metern. Als „rollendes Naturschutzlabor" besitzen sie eine Innenausstattung aus sechs Tischen, 24 Sitzplätzen, moderne Multimediaausstattung, Binokulare, Mikroskope, Ferngläser, Tierpräparate usw...Die Anschaffungskosten für ein Ökomobil betragen rund 200.000 Euro. Die laufenden Kosten (einschließlich Personalaufwand) betragen für alle vier Ökomobile zusammen jährlich rund 500.000 Euro.